Konzert mit Michael Hirte, Michael Holderbusch und Simone Oberstein in der Baunataler Stadthalle

Zwischen Rührung und Humor

Viel Gefühl und Sozialromantik: Michael Hirte, der Mann mit der Mundharmonika. Fotos: Fischer

Baunatal. Es ist eine Geschichte wie aus einem amerikanischen Film: Vom Lkw-Fahrer, der nach einem schweren Unfall im Koma lag und arbeitslos wurde, hat Michael Hirte es zum Star geschafft. 2008 holte er sich den Sieg bei der Castingshow „Das Supertalent“ und geht seitdem als Mann mit der Mundharmonika seinen Weg.

Mit Frank Sinatras „My Way“ beginnt der (mit Pause) dreistündige Abend in der nicht ganz vollen Baunataler Stadthalle. Hirte selbst ist zuerst als Schatten in einem Bilderrahmen zu sehen, bevor er sich zu den fünf Bandmusikern gesellt. „Dass so viele hergekommen sind, darauf bin ich richtig stolz“, sagt er zu seinen Fans.

Eine Holzbank, auf der er beim Spielen Platz nimmt, sowie eine Laterne mit dem Schild „Brandenburger Straße“ gehören zur Deko. In der Brandenburger Straße in Potsdam hat Hirte früher als Straßenmusiker gespielt. Der Mix aus gefühlvoller Mundharmonika und Sozialromantik ist typisch für das Konzert. Und bei „Lilly Marleen“ wird das Laternenlicht im Takt blinken.

Schon nach 15 Minuten kommt der erste Gast für ein paar Lieder auf der Bühne: der Baunataler Michael Holderbusch („Holdi), der 2010 bei „Das Supertalent“ den zweiten Platz belegt hat. Bei „Waltzing Matilda“, „Midnight Lady“ und „Sailing“ überzeugt er mit seiner rauchig-rauen Stimme. Ob dazu der mit Keyboards weich gespülte Schlagersound der auf ihrem Gebiet durchaus professionellen Band passt, ist eine andere Frage.

Eine erfrischende Gastsängerin ist Simone Oberstein, die sich auf Schlager wie Soul versteht. Wie „Holdi“ steigt sie in der zweiten Hälfte nochmals in das Konzert ein. Begeisterte Ovationen spenden die knapp 500 Zuhörer dem Trio vor Hirtes Solozugaben.

Nicht zu vergessen: Einen bodenständigen Humor brachte der Abend neben der Rührung. Etwa, als Hirte davon erzählte, wie ein Mann eine Melodie pfiff, und zwar auf einer Toilette. Passenderweise hieß das Lied Pipi, wenn auch Pippi Langstrumpf gemeint war.

Von Georg Pepl

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