Zwölf Dinge, die wir im "Tatort" nicht mehr sehen wollen

Vorspann: 911-mal läutete das Fadenkreuz den „Tatort“ ein.

Der MDR hat die Produktion der Sachsen-„Tatorte“ ausgeschrieben und sucht auf seiner Website nach neuen Ideen, Drehorten und Nachfolgern für Simone Thomalla und Martin Wuttke. Wir haben zwar kein Konzept für einen neuen „Tatort“, aber wir wissen, was wir nicht mehr sehen wollen.

1)  Kommissare, die mit ihrem Tumor Zwiegespräche führen oder alte Dienstwagen abschießen. Psychos gibt es schon im „Dschungelcamp“ genug.

2)  Kriminaltechniker, die Badisch oder Sächsisch reden. Dialekt reden immer nur die Nebenfiguren oder Sekretärinnen und nicht die coolen Kommissare. Wie ungerecht.

3) Junge Kommissare, die ständig Energy-Brause trinken und so möchtegernjugendlich reden, wie es auf keinem Schulhof der Welt gesprochen wird.

4) Den einsamen Wolf, der wegen seines Jobs beziehungsunfähig ist. Wie wäre es mal mit einem Kommissar, der verheiratet ist und Kinder hat? In Berlin soll es das jetzt geben.

5) Langweilige Standardfragen wie: „Wo waren Sie gestern Abend zwischen halb zehn und halb elf?“ So was fragt kein echter Kommissar, weil er sonst Täterwissen verraten würde.

6) Kommissare, die mit dem Rad zum Tatort fahren oder sich von ihrem kiffenden Vater im Taxi chauffieren lassen müssen. Wo gibt’s denn so was? Was rauchen die Drehbuchautoren eigentlich?

7)  Polizisten, die alle fünf Minuten die Handlung nochmal zusammenfassen müssen. Wir Zuschauer sind doch nicht blöd.

8) Zungenbrechernamen: Tschiller, Ritschard und Zailanow haben wir schon. Wo sind die Müller, Meier, Schulzes dieser Welt?

9) Slapstick. Nichts gegen flotte Sprüche und ein paar Lacher am Sonntagabend. Wenn das Geplänkel der Kommissare den Fall überschattet, wird es überflüssig. Das weiß selbst der kiffende Taxifahrer in Münster.

10) Hollywood in Hamburg-Harburg. Groß werden im „Tatort“ die Schauspieler, die es vorher noch nicht waren. Auch ein Schweiger sollte das wissen.

11) Farbfilter. In Wiesbaden ist es nicht immer dunkel, über Dortmund liegt kein Grauschleier. Effekthascherei dann doch bitte lieber durch einen spannenden Fall.

12)  Einen „Tatort“, der für Konsens bei seinen Zuschauern sorgt. Denn dann gäbe es ja nichts mehr, worüber man am Montagmorgen so wunderbar diskutieren könnte.

Von Lasse Deppe und Matthias Lohr

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