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809.000 Deutsche müssen nicht arbeiten, weil sie reich sind: Infografik sorgt für erhitzte Gemüter im Netz

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Von: Jasmin Farah

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Ist das Vermögen ungleich verteilt? Davon gehen nicht nur viele Bürger, sondern auch Top-Ökonomen aus. Eine neue Analyse zeigt, dass manche Deutsche so viel haben, dass sie sehr gut davon alleine leben können.

„Wer arbeitet, ist künftig der Dumme“: Diese Aussage schreibt ein Twitter-User unter einem Post des bekannten Satirikers „El Hotzo“, das gerade im Netz viral geht. Seine Antwort ist auf eine Infografik bezogen, die eine Statistik des Deutschen Bundesamtes zeigt. Sie besagt, dass 809.000 Menschen in Deutschland nicht arbeiten müssen. Der Hintergrund: Diese haben so viel Geld bzw. eigenes Vermögen, dass sie ihren Lebensunterhalt auch so bestreiten können. Das entspricht etwa einem Prozent der Gesamtbevölkerung.

„Warum gilt ‚Arbeit muss sich lohnen!‘ eigentlich nicht für die hier?“: Infografik sorgt für Furore im Netz

Damit ist 2021 die Zahl derjenigen, die so viel Privatvermögen besitzen, dass sie nicht arbeiten gehen müss(t)en, gegenüber dem Jahr 2020 um fast 100.000 gestiegen. In das eigene Vermögen fließt nicht nur selbst Erwirtschaftetes, sondern auch Einnahmen aus Vermietung, Zinsen sowie Altenteil. Der Duden definiert letzteres als „Anteil am Besitz, den sich jemand bei Übergabe seines Besitztums (meist eines Bauernhofes) an den Nachfolger vorbehält“. Das betrifft damit hauptsächlich die Hofübergabe und sichert den Landwirt, der in den Ruhestand geht und den Hof also seinem Nachfolger überträgt.

Zum Vergleich: Noch vor zehn Jahren waren es dem Statistischen Bundesamt zufolge nur etwas mehr als halb so viele Privatiers. Im Jahr 2010 wurden demnach „nur“ 415.000 gezählt. Auch interessant: Die Mehrzahl derjenigen, die nicht mehr arbeiten gehen müssen, sind zwischen 45 und 65 Jahre alt, wie die Infografik zeigt, jeweils etwa 30 Prozent sind jünger oder älter. Satiriker „El Hotzo“ nimmt das zum Anlass, um seine zahlreichen Follower zu fragen: „Warum gilt ‚Arbeit muss sich lohnen!‘ eigentlich nicht für die hier?“ Sein Post hat bereits über 4.000 Likes erhalten und wurde fast 200 Mal retweetet.

Manche User sehen Post als Provokation: „Forderung nach Vermögensenteignung?“

Während einige ebenfalls darauf sarkastisch kommentieren, gibt es andere, die daran nichts Falsches sehen. Darauf reagiert ein User mit folgendem Kommentar: „Für diese Leute lohnt sich Arbeit ganz besonders. Nämlich die Arbeit der anderen.“ Ein anderer User sieht den Post als Provokation und meint: „Ist das eine Forderung nach Vermögensenteignung? Ein Bekannter (ang. Handwerker) hat in den 2000er ein sanierungsbedürftiges Mehrfamilienhaus gekauft, sehr viel selber renoviert, war während der Finanzierung extrem sparsam und lebt heute von den Mieteinnahmen.“

Ein weiterer stimmt ein: „Ah, die gute, also Sozi-Logik. Da hat jemand was dafür getan, finanziell unabhängig zu werden und darauf hingearbeitet?! Den müssen wir zwingen zu arbeiten!!!!!!1!1!1!1!1!“ Andere sehen und kommentieren hingegen das Problem, dass das Vermögen sehr ungleich in Deutschland verteilt ist.

Lohnt sich nur noch Erben statt Arbeiten?

Manche geben zu bedenken, dass man es heutzutage nicht wie früher mit harter Arbeit schafft, ein Vermögen aufzubauen, sondern nur noch diejenigen, die das Glück haben, zu erben. Demnach versucht ein User zu beschwichtigen und schlägt abschließend vor: „Klar gibt’s viele, die geerbt haben und daher nie arbeiten mussten, deswegen bräuchte es auch eine höhere Erbschaftssteuer, aber das betrifft eben nicht alle.“

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