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Überdüngung: Zu viel des Guten schadet den Pflanzen

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Überdüngung im Garten
Wie viel Dünger braucht es? Bundesweite Untersuchungen von Bodenproben haben gezeigt, dass die meisten Gartenböden extrem überversorgt sind. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Wenn der Boden im Gemüse- und Staudenbeet gut ist, gedeiht darin auch was. Oft meinen wir es zu gut mit der Erde - und düngen sie stark. Mit diesen Tipps lässt sie das vermeiden.

Berlin - Wer dauerhaft zu viel isst, schadet seiner Gesundheit. So geht das auch den Pflanzen in unserem Garten, die zu viel Nährstoffe bekommen. Man spricht dann von Überdüngung.

„Wenn Pflanzen zu viel Dünger bekommen, wachsen sie zu schnell“, erklärt Isabelle Van Groeningen, Leiterin der Gartenschule an der Königlichen Gartenakademie in Berlin. „Sie werden nicht nur anfällig für Schädlinge, sie sind auch weniger stabil und können vom Wind beschädigt werden. Wie im menschlichen Körper ist auch für eine Pflanze das Nährstoffgleichgewicht wichtig.“

Die meisten Gärten sind überdüngt

Bundesweite Untersuchungen von Bodenproben haben gezeigt, dass die meisten Gartenböden extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphor und Kalium, aber auch mit Stickstoff, wie das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft erläutert.

Gartendozentin Isabelle Van Groeningen sagt daher: „Beim Düngen ist es wichtig, immer auf die empfohlene Dosierung und Frequenz zu achten.“ Außerdem sollte man lieber regelmäßig ein wenig Dünger geben als ab und zu viele Nährstoffe.

Ein bisschen Kompost reicht meistens aus

Wer Dünger nicht kauft, sondern selbst im eigenen Kompost herstellt, dem empfiehlt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Drei Liter pro Quadratmeter und Jahr reichen aus, um die Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Auf mittleren bis guten Böden mit einem Humusgehalt von rund drei bis fünf Prozent besteht darüber hinaus kein weiterer Düngebedarf.

Düngen mit Kompost
Dünger, aber selbstgemacht: Kompost aufs Beet verteilen oder beim Einsetzen etwas davon den Blumen mit ins Pflanzloch geben. © Christin Klose/dpa-tmn

Bei Flächen, die humusarm oder sandig sind oder neu als Garten genutzt werden, sollte eine Bodenuntersuchung die optimale Dosis für den Dünger ermitteln. Denn nur so weiß man, woran man ist.

Darüber hinaus rät die Gartenakademie alle fünf bis acht Jahre zu Bodenanalysen - und zwar für alle Gartenböden. So kann man sehen, wie sich die Nährstoffgehalte entwickeln. Wachsen Obstgehölze auf dem Grundstück, sei dies besonders wichtig, um Überdüngung zu vermeiden.

Die Kosten für eine Bodenanalyse liegen laut Gartenakademie bei rund 25 Euro. Erfasst werden die Hauptnährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium, der pH-Wert und in der Regel auch der Humusgehalt. Mit dem Untersuchungsergebnis kommt eine Empfehlung zur Düngung. dpa

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