Alice-Model verliert Job wegen Gaddafi-Schwärmerei

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"Alice"-Model Vanessa Hessler

München/Rom - Wegen Schwärmereien für Gaddafi-Sohn Mutassim trennt sich der Telefon- und Internetanbieter Alice von seinem Werbegesicht Vanessa Hessler.

“Sie hat sich nicht klar von ihren Aussagen distanziert, deswegen haben wir die Konsequenzen gezogen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Zuvor habe Alice in Kontakt mit Hesslers Management gestanden.

Dessen Mutterkonzern Telefonica prüfte, ob das 23-jährige Model weiter für “Alice“ werben darf. Hessler hatte der italienischen Zeitschrift “Diva e Donna“ (1. November) ihre lange Beziehung zu Mutassim Gaddafi offenbart. “Das war eine leidenschaftliche Geschichte, wir sind vier Jahre lang zusammen gewesen“, sagte das italo-amerikanische Topmodel. Der Sohn des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi war am 20. Oktober in den Bürgerkriegswirren ums Leben gekommen.

“In diesem Moment widert mich alles an, außer Libyen“, erzählte das blonde Fotomodell der Zeitschrift von ihren Gefühlen nach dem Tod des Gaddafi-Sohnes. “Ich mag nicht daran denken, dass es wahr ist. Es ist alles sehr traurig“, fügte sie hinzu. Die Gaddafi-Familie sei auch nicht so gewesen, wie sie dargestellt werde, sie habe “normale Menschen“ getroffen. “Wir - Frankreich und Großbritannien - haben die Rebellen finanziert. Die Leute wissen nicht, was sie tun“, meinte Hessler zur Verteidigung des Gaddafi-Clans und ihres toten Ex-Liebhabers.

Telefonica erwartet nun eine Distanzierung des Mannequins von diesen Aussagen, wie Unternehmenssprecher Albert Fetsch am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Es handele sich um Hesslers private Aussagen, die in keiner Weise der Position des Unternehmens entsprechen.

Hessler, die in diesen Tagen im italienischen RAI-Fernsehen als ein modernes Aschenputtel zu sehen sein wird, will nicht mehr von ihren libyschen Erfahrungen sprechen, “es tut mir zu sehr weh“. Das libysche Volk sei ihr weder besonders arm noch sonderlich fanatisch vorgekommen. “Man muss nicht alles glauben, was so gesagt wird“, meinte sie. Libyens Schicksal liege ihr jedenfalls sehr am Herzen.

dpa/dapd

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