Interview

Anastacia: Neues Album mit "Männer-Songs"

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Anastacia singt auf ihrem neuen Album Rock-Songs, die im Original von Männern gesungen wurden.

Berlin - Am Freitag meldet sich Anastacia mit ihrem neuen Rock-Album zurück. Im Interview spricht sie über die männlichen Cover-Songs, persönliche Krisen und ihre Konzert-Pläne.

An diesem Freitag (9. November) veröffentlicht Popstar Anastacia (44) ihr neues Album. Es trägt den Titel „It's A Man's World“ und enthält ausschließlich Cover-Versionen von Rock-Songs, die im Original von Männern gesungen wurden. Seit der „kleinen Lady mit der großen Stimme“ vor zwölf Jahren mit „I'm Outta Love“ der internationale Durchbruch gelang, verkaufte sie mehr als 16 Millionen Alben. Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sprach die zierliche Sängerin über Cover-Songs, persönliche Krisen und ihre Konzert-Pläne.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Songs für das Cover-Album ausgesucht?

Anastacia: „Zuerst ging es um Anastacia, dann um den Song. Und gerade darin liegt das Problem, wenn du Cover-Songs singst. Es geht darum, dein eigenes Wesen zu erhalten, die Songs aber nicht zu sehr zu verändern. Ich meine, das sind Klassiker der Rockmusik, wir haben sie, wenn überhaupt, dann nur ganz zaghaft verändert.“

Müssen Sie sich identifizieren mit jedem Song?

Anastacia: „Ja, das muss ich. Vielleicht muss es nicht jeder Künstler, aber mir ist das wichtig. Ich musste alle Nuancen des Songs kennen, bevor ich ihn singen konnte, aber das habe ich dann auf meine Weise getan, mit meiner Phrasierung, mit meinem Ton. Sonst hätte es so geklungen, als ob eine sehr schlechte Anastacia-Version einen wundervollen Song verhunzt hätte.“

Es ist schön, Ihre Stimme wieder auf einem neuen Album zu hören.

Anastacia: „Danke, es tut gut, wieder zurück zu sein und das zu tun, was ich so liebe. Ich war eine Zeit lang weg, ich musste mich wieder mit mir selbst verbinden, mich wiederfinden. Es ist, als ob ich zu mir selbst gesagt habe: "Hi! Wie geht's? Toll, dich wiederzusehen!" Ja, Anastacia ist wieder da.“

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

Würden Sie sagen, dass Sie eine Kämpfernatur haben?

Anastacia: „Ja, natürlich! Ich bin eine Kämpferin, eine Überlebende, manchmal auch eine Anführerin. Wenn in etwas keine Herausforderung liegt, ist es für mich nicht spannend. Ich bin ganz froh, dass ich nicht genau weiß, welchen Weg ich noch zu gehen habe, denn am besten bin ich darin, aus Dingen wieder herauszukommen. Sagen wir mal, wenn es gerade schwierig ist, ein Album zu machen oder so, dann nehme ich das als Herausforderung und mache es gerade deshalb.“

Wie sehr hat es Ihnen geholfen, Erfolg damit zu haben, dass sie Ihre Gefühle in Musik gepackt haben?

Anastacia: „Ich habe erst mit 30 Karriere gemacht. Das Musikgeschäft hat mir viel beigebracht, es hat mich sehr schnell erwachsen werden lassen. Mit 30 war ich noch ziemlich naiv, gefühlt wie 18. Wirklich, mir waren viele Dinge damals noch nicht bewusst, ich war noch nie außerhalb der USA gewesen. Viele sagen ja, dass es besser ist, erst Karriere zu machen, wenn man etwas älter ist. Ich bin mir da nicht so sicher, denn wenn man älter ist, dann hat man sich auf vieles festgelegt und kann sich nicht mehr so sehr ändern.“

Sie hatten immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Wie hat Ihnen die Musik geholfen, solche Krisen durchzustehen?

Anastacia: „Die Musik hat mir geholfen, von bestimmten Gefühlen Erleichterung zu bekommen, egal ob von Krankheiten oder anderen Erlebnissen, die ich in der Vergangenheit hatte. Die Musik hat mir immer geholfen, meine Gefühle mit anderen zu teilen. Und besonders schön finde ich, dass das auch anderen Menschen wieder hilft. Ich muss nicht unbedingt vor 700 Menschen auftreten, es würde mir reichen, vor nur einem Menschen aufzutreten, wenn ich wüsste, dass ich ihm damit helfen kann. Aber je mehr Erfolg ich habe, desto mehr Menschen erreiche ich natürlich.“

Sie hatten ja einige Schockerlebnisse, zum Beispiel als Sie erfuhren, dass Sie an Krebs erkrankt sind. Würden Sie sagen, dass Menschen, die solche Situationen durchlebt haben, bewusster leben als andere?

Anastacia: „Ach, ich denke einige Menschen lernen aus solchen Sachen, andere nicht. Manche Menschen machen die gleichen Dinge immer wieder, auch wenn sie wissen, dass sie dann wieder Probleme bekommen. Einer solch lebensverändernden Situation gegenüberzustehen, bedeutet nicht, dann auch sein Leben zu ändern. Es kommt darauf an, was für ein Mensch du bist und was du im Leben erreichen willst. Ich bin ja kein Guru, der sagt, so oder so musst du dich dann verhalten. Nein, ich lasse den Leuten die Freiheit, das zu tun, was sie wollen.“

Was sind Ihre beruflichen Pläne für die nächste Zeit?

Anastacia: „Ich denke, es passt sehr gut, dass ich gerade Cover-Songs singe, weil ich das auch bei "Night of the Proms" tun werde. Kommendes Jahr werde ich dann wieder alleine auf Tour gehen, in kleineren Locations auftreten. Das neue Album dreht sich um sehr intime Momente - und diese Intimität will ich auch haben, wenn ich meine Zuhörer treffe. Es soll absolut authentisch klingen.“

dpa

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