Anti-Werbung: Dortmund-Coach Klopp preist Rasierer an

Wer rasiert, verliert: Fußballtrainer Jürgen Klopp mit Dreitagebart im Werbespot von Philips. Foto: Screenshot

Wenn man den neuen Werbespot des niederländischen Elektronikkonzerns Philips mit Jürgen Klopp zum ersten Mal sieht, glaubt man, Zeuge eines historischen Moments zu sein.

Das Filmchen zeigt bärtige Männer, deren Blicke sich zufällig auf der Straße und im Fahrstuhl treffen.

Sollte dies tatsächlich die erste Fernsehreklame für ein Massenprodukt sein, in der ausschließlich Schwule zu sehen sind? Fantastisch, denn es ist längst an der Zeit, dass sich Männer auch außerhalb der ARD-Seifenoper „Lindenstraße“ küssen.

Aber dann wird ein Beamter gezeigt, der den Ausweis eines Bärtigen kontrolliert, und anschließend nicken sich die beiden geheimnisvoll zu - so wie es Mohammed Atta und seine Mannschaftskollegen von Al-Qaida wahrscheinlich am 11. September 2001 getan haben. Doch dann taucht der Fußball-Trainer Jürgen Klopp auf, der so ziemlich das genaue Gegenteil eines islamistischen Terroristen ist. Der Meistermacher von Borussia Dortmund ist beliebter, als es Günther Jauch und der Berliner Eisbär Knut je waren.

Und schließlich gibt Klopp, der den Dreitagebart salonfähig gemacht hat, die Taktik für die nächsten Wochen aus: „Deutschlands Männer setzen ein Zeichen. Mach mit und lass deinen Bart wachsen, solange wir bei der EM dabei sind.“

Vielleicht ist es also doch ein historischer Moment: Philips preist seine Herrenrasierer mit der Botschaft an, dass man seine Produkte tunlichst nicht benutzen soll. Das ist so, als würde Coca-Cola sagen: Lasst uns alle verdursten.

Die Aktion hat übrigens so einen Bart: Schon Paul Breitner hat sich bei der Weltmeisterschaft 1982 nicht rasiert - bis er sich mit der deutschen Elf ins Finale gerumpelt hatte.

Wir halten von alldem nichts und starten einen neuen Aufruf: Wir rasieren uns erst wieder, wenn Jürgen Klopp, der derzeit Autos, Banken, Sportartikel, Zwieback und Rasierer anpreist, in mehr Werbespots zu sehen ist als Franz Beckenbauer.

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.