Anklage gegen Böhse-Onkelz-Sänger

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Ein Feuerwehrmann löscht in der Nacht zum 01.01.2010 auf der A66 in Frankfurt einen brennenden Kleinwagen, in dem zwei 19 und 21 Jahre alte Männer lebensgefährlich verletzt wurden. Gegen den Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell hat die Staatsanwaltschaft ein halbes Jahr nach dem Verkehrsunfall in Frankfurt Anklage erhoben.

Frankfurt/Main - Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell muss sich sechs Monate nach einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Schwerverletzten vor Gericht verantworten. Was ihm vorgeworfen wird:

Gegen den Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell ist ein halbes Jahr nach einem Verkehrsunfall mit zwei Schwerverletzten Anklage erhoben worden. “Der 46-jährige Ire ist angeschuldigt, eine fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung, eine fahrlässige Körperverletzung und eine Unfallflucht begangen“ zu haben, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt vom Donnerstag.

Polizeifotos von US-Stars

Donnie Wahlberg
Donnie Wahlberg von New Kids on the Block bei seiner Festnahme im April 1992. © ap
Al Pacino
Schauspieler Al Pacino kam schon 1961 wegen einer versteckten Waffe mit der Polizei in Konflikt. Dabei entstand dieses Bild. © ap
Polizeifotos von US-Stars
Die Prostituierte Divine Brown hat sich 1995 bei unzüchtigem Verhalten erwischen lassen. Mit dabei und ebenfalls verhaftet: Schauspieler Hugh Grant. © ap
Hugh Grant
Wegen eines Blow Jobs mit Divine Brown auf Hollywoods Sunset Boulevard musste auch Hugh Grant in die Polizeikamera blicken. Ein Skandal. Gilt der britische Schauspieler doch als Schwiegermutter-Traum. © ap
Polizeifotos von US-Stars
Hatten auch schon mit der Polizei zu tun (von Links): Nick Nolte, Mel Gibson, Hugh Grant, O. J. Simpson, Paris Hilton und Nicole Richie und Lindsay Lohan. © ap
Jane Fonda
1970 hatte auch Jane Fonda ein Date auf dem Polizeirevier. Sie wurde wegen einer Körperverletzung aktenkundig. © ap
Jennifer Capriati und Tom Wineland
Tennisstar Jennifer Capriati gewann 1992 olympisches Gold. 1994 wurde sie mit Marihuana erwischt. Ihre Karriere konnte sie nach der Haft aber fortsetzen. Auch ihr Begleiter Tom Wineland, der wegen Drogenprobelmen auf Bewährung war, wurde festgenommen. © ap
Jim Courier
Und noch ein Tennisstar: Jim Courier lacht auf dem Polizeifoto trotz einer Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer 1999. © ap
Kid Rock
Sänger Kid Rock albert herum. Er wurde 1995 festgenommen und zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einen DJ in einem Club verprügelt hat. © ap
Lawrence Taylor
NHL-Star Lawrence Taylor versuchte Crack im Wert von 100 Dollar zu kaufen und wurde erwischt. © ap
Michael "Dynamite" Dokes
Der Boxer Michael "Dynamite" Dokes hat sich schwerer Vergehen verdächtig gemacht: sexuelle Nötigung und versuchter Mord standen 1998 auf der Liste beim Polizeipräsidium in Las Vegas. © ap
Michael Lookinland
Michael Lookinland spielt den Bobby in der Serie The Brady Bunch". Im echten Leben hat er sich betrunken beim Autofahren erwischen lassen. © ap
Nicole Richie
Nicole Richie war nicht nur einmal im Gefängnis. 2007 ist sie unter Drogeneinfluss Auto gefahren. © ap
Paul Reubens
Schauspieler Paul Reubens ist bekannt als Pee-Wee Herman und fiel in einem Theater unangenehm auf. © ap
Randy Moss
Der Football-Spieler Randy Moss wurde beschuldigt, einen Polizeibeamten absichtlich angefahren zu haben als der ihn anhalten wollte. © ap
Ricky Willaims
Und wieder ein Football-Spieler, der sich nicht an die Verkehrsregeln gehalten hat: Ricky Willaims spielt bei den New Orleans Saints. © ap
Sophia Loren
Schauspielerin Sophia Loren mit ihrer Sekretärin Inez Bruscia. Sie verlassen auf dem Bild das Polizeipräsidium. Loren wurde zu Hause ausgeraubt und ihre Sekretärin dabei verletzt.  © ap
Tony Phillips
Baseball-Spieler Tony Phillips hat versucht Drogen von einem Undercover-Polizisten zu kaufen. Dumm gelaufen. © ap
Wynonna Judd
Wynonna Judd ist angeklagt, weil sie betrunken Auto gefahren ist. © ap

Dem Rocksänger, der unter Drogeneinfluss gefahren sein soll, wird auch vorgeworfen, gegenüber der Polizei einen anderen Mann als Unfallfahrer bezeichnet zu haben. Dieser soll sich in Begleitung von Russells Manager auch selbst bei der Polizei als Fahrer ausgegeben haben.

Russell wird beschuldigt, am Silvesterabend unter dem Einfluss der Rauschmittel Kokain, Methadon und des Psychopharmakons Diazepam mit Tempo 230 in einem geliehenen Luxuswagen über die vielbefahrene Autobahn Frankfurt-Wiesbaden (A66) gerast zu sein. Dabei streifte er auf der rechten Fahrspur ein Auto, das mit etwa Tempo 100 vor ihm fuhr. Beide Fahrzeuge gerieten durch den Zusammenstoß ins Schleudern und prallten gegen die Leitplanke. Der Opel, in dem zwei junge Männer saßen, geriet in Brand.

“Der Fahrer trug Verbrennungen an mehreren Körperstellen, eine Leberblutung, eine Milzruptur sowie eine Verletzung der linken Niere davon“, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Der Beifahrer habe Verbrennungen erlitten, ihm habe außerdem eine Hand amputiert werden müssen.

Versuchte Tötung

“Der Angeschuldigte soll kurz auf das brennende Fahrzeug geschaut und dann zu Fuß die Unfallstelle verlassen haben“, so die Anklagebehörde. An dem Unfall unbeteiligte Verkehrsteilnehmer zogen früheren Berichten zufolge die beiden 19 und 21 Jahre alten Männer aus dem brennenden Opel.

Russell sei erst geflüchtet, als bereits Ersthelfer vor Ort waren. “Daher musste er nicht davon ausgehen, dass er die Unfallopfer in einer hilflosen Lage zurücklassen werde“, so die Staatsanwaltschaft. Deshalb sei der Musiker nicht wegen versuchter Tötung durch Unterlassen und unterlassener Hilfeleistung angeklagt. Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat die Staatsanwaltschaft Anklage vor dem Landgericht und nicht vor dem Amtsgericht erhoben.

Engagement gegen Rechtsextremismus und Rassenhass

Im Fall einer Verurteilung drohen dem Musiker bis zu fünf Jahre Haft. Der Angeschuldigte, der mangels Haftgründen auf freiem Fuß ist, habe sich zum Tatvorwurf bislang nicht geäußert. Russell war am Neujahrstag 2010 in einem Luxushotel im Taunus festgenommen und nach der Sicherheitsleistung von 50 000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Gegen den Sänger soll auch eine Bewährungsstrafe wegen eines früheren Drogendeliktes bestehen.

1980 ursprünglich als Punkband gegründet, veröffentlichten die Böhsen Onkelz in den 80er Jahren als Kultgruppe der Skinhead-Szene rechtsradikale Texte. In vielen Städten wurden daraufhin Konzerte abgesagt. In den 90er Jahren ging die Band jedoch dazu auf Distanz und engagierte sich auch bei Konzerten gegen Rechtsextremismus und Rassenhass. 2005 traten die Onkelz zum letzten Mal gemeinsam auf.

dpa

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