Prozess soll abgeschlossen bleiben

Anwälte von Oscar Pistorius wollen Urteil nicht anfechten

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Oscar Pistorius.

Pretoria - Weil sie nicht möchten, dass der Fall noch einmal aufgerollt wird, fechten die Anwälte des verurteilten Oscar Pistorius den Antrag auf Berufung der Staatsanwaltschaft an.

Die Anwälte des südafrikanischen Sprintstars wollen offenbar eine Neuauflage seines Mordprozesses verhindern. Die Verteidigung habe dem zuständigen Gericht in Pretoria mitgeteilt, dass sie die Berufung der Staatsanwaltschaft anfechten wolle, sagte Pistorius' Anwalt Brian Webber am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Begründung werde "zu gegebener Zeit" folgen. Nach südafrikanischem Recht entscheidet Richterin Thokozile Masipa selbst, ob sie eine Berufung gegen ihr eigenes Urteil zulässt.

Masipa hatte Pistorius am 21. Oktober wegen grob fahrlässiger Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp zu fünf Jahren Haft verurteilt. Sowohl gegen das Urteil wie auch gegen das Strafmaß legte die Staatsanwaltschaft am Dienstag Berufung ein. Sie bezeichnete die Entscheidung der Richterin als "unangemessen" und argumentierte, ein anderes Gericht wäre zu einem anderen Urteil gekommen. Laut Staatsanwaltschaft könnte der 27-Jährige das Gefängnis auf Grundlage der jetzigen Urteils schon nach zehn Monaten verlassen, um den Rest der Strafe unter Hausarrest zu verbüßen.

Pistorius hatte Steenkamp in der Nacht zum Valentinstag 2013 durch die geschlossene Toilettentür in seinem Haus in Pretoria erschossen. Er beteuert, hinter der Tür einen Einbrecher vermutet und in Panik geschossen zu haben. Masipa warf dem an den Unterschenkeln amputierten Ausnahmesportler vor, grob fahrlässig gehandelt zu haben. Den Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft ließ sie dagegen fallen.

Lässt Masipa die Berufung zu, käme der Fall nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft vor das oberste Berufungsgericht in Bloemfontein. Dort urteilen je nach der Art des Falls drei bis fünf Richter in der Sache. Lehnt Masipa die Berufung ab, steht der Staatsanwaltschaft noch der Weg einer Petition an das oberste Gericht offen.

AFP

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