Arzt warnte Jackson vor starken Medikamenten

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Michael Jacksons Hautarzt erklärte, er habe den Sänger immer wieder vor starken Medikamenten gewarnt.

Los Angeles - Die Spekulationen um die Todesursache des “King of Pop“ gehen weiter. Michael Jacksons Hautarzt erklärte, er habe den Sänger immer wieder vor starken Medikamenten gewarnt.

Vor Jahren habe er seinen Patienten sogar dazu gebracht, ein besonders gefährliches Mittel in die Toilette zu werfen, sagte der Dermatologe Arnold Klein dem Fernsehsender ABC am Mittwoch. Er habe oft befürchtet, dass Jackson von anderen Ärzten riskante Mittel verschrieben bekomme. “Was immer er verlangte, bekam er“, sagte Klein, der den Popstar mehr als 25 Jahre unter anderem wegen Akne und Lupus behandelt hatte.

Jackson war am 25. Juni mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. Die Behörden ermitteln weiter, ob die mutmaßliche Medikamentensucht des Sängers Ursache für den Tod war.

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Den Verdacht, dass er selbst Jackson das Narkosemittel Diprivan verschrieben haben könnte, wies Klein entschieden zurück. Die Polizei hatte das auch als Propofol bekannte Medikament in Jacksons Haus entdeckt. Es darf laut Vorschrift aber nur in einem Krankenhaus verabreicht werden. Labortests sollen bis Ende Juli klären, ob der Tod des Sängers mit diesem Anästhesiemittel zusammenhängt. “Wie kann ich ihm Diprivan verschreiben, wenn ich noch nicht einmal weiß, wie man es anwendet“, verteidigte sich der Arzt, der auch als Dozent an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) arbeitet.

Der “King of Pop“ hatte den Hautarzt nach dessen Angaben drei Tage vor seinem Tod das letzte Mal in der Praxis aufgesucht. “Er schien nicht unter schlimmen Schmerzen zu leiden“, sagt Klein über Jackson. “Er tanzte in meiner Praxis - für die anderen Patienten“. Ebenso wenig habe Jackson wie ein Drogenabhängiger auf ihn gewirkt, sagte Klein dem TV-Sender ABC.

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Das amerikanische Klatschmagazin “Us Weekly“ spekulierte kürzlich, dass der weiße Hautarzt der leibliche Vater von Jacksons drei Kindern sein könnte. Auf die entsprechende Frage antwortete Klein dem Sender, “so weit ich weiß, bin ich nicht der Vater dieser Kinder“, und fügte hinzu, “etwas anderes kann ich dazu nicht sagen“. Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe, die Mutter seiner beiden älteren Kinder, hatte in den 1990er Jahren in Kleins Praxis gearbeitet. Dort lernte sie den Sänger kennen. Das Paar heiratete 1996 und ließ sich knapp drei Jahre später wieder scheiden.

Eine Behörde in Los Angeles hatte am Mittwoch den Totenschein für den legendären Sänger freigegeben. Darauf heißt es zur Todesursache “noch unklar“. Jacksons Leichnam habe mit zahlreichen Einstichen an den Armen auf einen regelmäßigen intravenösen Medikamentenmissbrauch hingewiesen, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen.

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Jacksons Rassenzugehörigkeit ist auf dem Totenschein mit “schwarz“ angegeben, sein Familienstand mit “geschieden“. Zu seinem Beruf heißt es “Musiker“, zur Frage seiner Dienstjahre “45“. Für die Richtigkeit der Angaben hat Jacksons Schwester LaToya unterzeichnet, berichtete der Internetdienst tmz.com.

Unklar bleibt weiterhin, wo der Leichnam des Popstars beigesetzt wird. Eine Beerdigung auf dem Prominentenfriedhof, auf dem sich die Familie am Dienstag zur einer privaten Trauerfeier versammelt hatte, sei nicht geplant, berichtete der Internetdienst tmz.com. Jacksons Bruder Jermaine hatte gesagt, er wünsche sich eines Tages eine Bestattung auf der von dem Sänger so geliebten Neverland Ranch. Anzeichen dafür gab es jedoch vorerst nicht.

Bei der Trauerfeier im Staples Center hatten am Dienstag Musikstars, Sportgrößen und Bürgerrechtler den “King of Pop“ als liebenswerten Menschen, aber auch als Vorkämpfer für die Rechte der Schwarzen gewürdigt. “Er hat so viele Türen für uns geöffnet“, sagte der schwarze Ex-Basketballstar Magic Johnson. Bürgerrechtler Al Sharpton, ein langjähriger Freund der Familie, hob Jacksons Rolle als Wegbereiter für farbige Künstler hervor.

dpa

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