"Hinterm Horizont"

Autor scheitert mit Klage gegen Lindenberg-Musical

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Panikrocker Udo Lindenberg hat die Songs zum Musical "Hinterm Horizont" geschrieben.

Berlin - Ein Autor hat geklagt, weil er meinte, in das Musical "Hinterm Horizont" mit Songs von Panikrocker Lindenberg seien Ideen von ihm unberechtigt eingeflossen. Der Richter sah das anders.

Der klagende Autor meinte, dass Ideen von ihm in das Bühnenstück eingeflossen sind, und wollte erreichen, als Miturheber des erfolgreichen Stücks genannt zu werden. Er hatte ein Libretto an Lindenberg geschickt. Sein Anwalt des Klägers, Jan Bernd Nordemann, betonte, sein Mandant habe neue Elemente geliefert, die geschützt werden müssten. 

Das Stück beruht aber auf einem späteren Text von Thomas Brussig („Sonnenallee“). Brussig habe bis zu den Plagiatsvorwürfen am Vorabend der Premiere nichts von dem anderen Libretto gewusst, ließ hingegen dessen Anwalt Horst Hummel, verlauten. „Nicht ein Wort, nicht ein Schnipsel einer Idee“ habe Brussig daraus übernommen.

Am Montag wurde in mündlicher Verhandlung angekündigt, dass die Klage des Berliner Autoren abgewiesen wird. Das Berliner Kammergericht erkannte keine Verletzung von Urheberrechten. Richter Landwehrmeyer sagte, er sehe „keine eigene Zutat“ und keine eigene geistige Schöpfung des klagenden Autors. Alle wesentlichen Punkte seien bereits in der Lindenberg-Autobiografie enthalten. „Die Berufung wird erfolglos bleiben“, sagte Richter Rudolf Landwehrmeyer nach einer Vorberatung der Richter. Ob und wann am selben Tag das Urteil folgt, blieb zunächst offen. Die Klage war bereits 2013 in erster Instanz gescheitert.

Die Show läuft in Berlin seit Anfang 2011 im Theater am Potsdamer Platz und hat ein Millionenpublikum erreicht. Erzählt wird eine Liebesgeschichte im geteilten Deutschland - zwischen dem „Mädchen aus Ostberlin“ - angelehnt an Lindenbergs Lied aus den 70er Jahren - und dem jungen West-Rocksänger Udo aus Hamburg.

dpa

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