Bardot will Schwedens Wölfe schützen

Stockholm - Ex-Filmstar Brigitte Bardot beteiligt sich von St. Tropez aus am Streit um die Wolfsjagd in Schweden. Die 76-Jährige hat dem Umweltminister einen bösen Brief geschrieben.

Wie ein Regierungssprecher in Stockholm am Donnerstag bestätigte, hat Umweltminister Andreas Carlgren einen bitterbösen Brief der 76- jährigen Französin bekommen. “Lasst diese armen Tiere in Ruhe, hört mit der Jagd auf und lasst den kleinen Wolfsstamm ein bisschen stabiler werden“, hieß es in dem Brief nach Medienangaben.

Die schönste Französin: Brigitte Bardot wird 75

An ihrem Schmollmund hing eine ganze Männergeneration: Brigitte Bardot machte alle verrückt. Die französische Schauspielerin wird am 28. September 75 Jahre alt. Ein Rückblick auf ihr bewegtes Leben. © dpa
Mit diesem Image wurde die Bardot - Spitzname „BB“ - weltberühmt. © AP
In den 1950er und 1960er Jahren war Brigitte Bardot eine der begehrtesten und meistfotografierten Frauen Europas. © MM
Frankreich ehrte sie besonders, indem die Marianne, die Verkörperung der Grande Nation in Frauengestalt, nach ihren Zügen gestaltet wurde. © dpa
Sie startete ihre Karriere mit 15 Jahren als Hut-Model. Innerhalb kurzer Zeit wurde sie zu einem der meistgefragten Mannequins von Paris. © dpa
Bevor das Mädchen mit Pferdeschwanz zum Vamp und zur Lolita einer ganzen Nation wurde, litt die Bardot an Minderwertigkeitskomplexen. “Die sieht ja aus wie eine Ente“ soll ihr Vater, ein reicher lothringischer Ingenieur und Fabrikbesitzer über sie gesagt haben. © AP
Der Regisseur Roger Vadim heiratete die Bardot, als sie knapp 18 Jahre alt war. Vadim trainierte mit ihr den berühmten Schmollmund, ließ sie ihre kastanienbraune Mähne blond färben und formte sie nach seinem Bild: halb Vamp, halb Lolita, eine Mischung aus Busenwunder, Kindfrau und naiver Unschuld. © AP
Ihren internationalen Durchbruch als Schauspielerin schaffte sie 1956 mit dem Film „Und immer lockt das Weib.“ Im Jahr darauf scheiterte die Ehe mit ihrem Entdecker Vadim. © dpa
In Filmen wie „Die Verachtung“ von Jean-Luc Godard, „Privatleben“ von Louis Malle oder „Die Wahrheit“ von Henri-Georges Clouzot trug die Bardot ihre Haut und ihre erotische Ausstrahlungskraft natürlich und ungeniert zur Schau. © AP
In den 50er und frühen 60er Jahren verkörperte die „BB“ einen neuen Frauentyp. Lebenshunger, freie Liebe und ein Leben ohne Heuchelei: Diese Werte verbanden ihre Fans mit der Bardot. © dpa
1966 eroberte der deutsche Playboy und Industriellenerbe Gunter Sachs die Bardot. Frankreich war entsetzt: Ausgerechnet ein Deutscher stahl die französische Nationalikone. Und zwar mit Stil. Von einem Hubschrauber aus ließ Sachs Bündel von roten Rosen auf seine Angebetete herabregnen. © dpa
Der unkonventionelle Heiratsantrag zeigte Wirkung: Umgehend jetteten der Playboy und das Sexsymbol nach Las Vegas. Für ihre Hochzeit zogen sie sich nicht einmal um. Nach nur acht Minuten waren Sachs und Bardot zu Mann und Frau erklärt. Ihre Hochzeitsnacht verbrachten sie auf der Couch des Richters, der sie getraut hatte. © dpa
Die Hochzeit fand ausgerechnet am 14. Juli statt, dem Französischen Nationalfeiertag. Sachs wusste um die Symbolik dieses Datums. © AP
Für Gunter Sachs ist es die zweite, für Brigitte Bardot die dritte Ehe. Insbesondere in Deutschland berichtete die Klatschpresse ständig über das Paar. © AP
Doch die beiden waren extrem gegensätzlich: „Er ist eine Stadtratte, ich bin eine Feldratte, wir konnten uns nicht einigen“, sagte Bardot später über Sachs. © AP
Bereits 1969 trennte sich DAS Glamour-Paar des internationalen Jet-Sets wieder. Sachs erklärte damals nüchtern  "Wir wussten beide, dass Leidenschaft nicht ewig währt." © AP
Brigitte Bardot war auch als Sängerin erfolgreich. Bekannt ist vor allem ihr Lied Harley Davidson (1967). © AP
Der Erfolg ihrer Filme setzt sich auch nach dem Ende der Ehe mit Sachs fort. Sie spielte in Kassenschalgern wie „Shalako“ (68), „Les pétroleuses - Die Petroleum-Miezen“ (71) und „Don Juan ou si Don Juan était une femme - Don Juan 73“ (73). © AP
Ein Szenenbild aus „Shalako“ (1968), einem ihrer größten Erfolge. © AP
Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stieg die Bardot 1973 aus dem Filmgeschäft aus. Sie schlüpfte danach in die Rolle der verbitterten und kämpferischen Tierschützerin, die die Gesellschaft von Hunden und Katzen den Menschen vorzog. © AP
Ihre Tierliebe äußert sich nicht selten in Hass- und Hetztiraden. Sie verglich das islamische Opferfest Aid el Kebir mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001, bezeichnete das rituelle Schlachten als “islamische Zügellosigkeit“ und sprach von “monströsen, satanischen Menschen“. © dpa
Seit den 90ern steht Bardot der extremen französischen Rechten nahe. 1992 heiratete sie den rechtsradikalen Politiker Bernard d‘Ormale. Mit politisch wenig korrekten Aussagen sorgt sie für Furore. Wegen Äußerungen und Publikationen gegen Homosexuelle, Frankreichs Linke, Obdachlose und illegale Einwanderer musste Bardot in den vergangenen Jahren immer wieder vor Gericht. © dpa
Trotzdem wird sich Frankreich am 75. Geburtstag Bardots daran erinnern, dass sie in ihren besten Filmzeiten mehr Exporteinnahmen erlöste als die im Ausland verkauften Autos von Renault. B.B. kann machen oder sagen, was sie will - sie wird die schmollmündige Legende des Kinos sein und bleiben. © AP

In Mittelschweden sind seit Mitte Januar 20 der insgesamt 200 im Lande lebenden Wölfe zum Abschuss freigegeben. Unter Beteiligung von 7000 Freizeitjägern sind inzwischen 19 Tiere erlegt. In Schweden selbst ist die Freigabe der Jagd ebenfalls heftig umstritten. Carlgren verteidigte sie vor dem Reichstag damit, dass die streng begrenzte Jagd helfen könne, den Anteil der Tiere einzudämmen, die durch Inzucht genetische Schäden aufwiesen.

Außerdem würde die Jagd zur “besseren Akzeptanz der Wölfe in der Bevölkerung beitragen“. Die in den 50er Jahren als “Kurvenstar“ berühmt gewordene Bardot engagiert sich seit Jahrzehnten für den Tierschutz. Politisch hat sie auch schon mit menschenfeindlichen Äußerungen und Publikationen gegen Homosexuelle, Frankreichs Linke, Obdachlose und illegale Einwanderer Schlagzeilen gemacht.

dpa

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