Trauer um Soul-Diva: Amy Winehouse ist tot

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Amy Winehouse

London - Amy Winehouse galt als eines der größten Musiktalente ihrer Generation. Am Samstag starb sie in ihrer Wohnung in London. Sie wurde 27 Jahre alt - wie Jimi Hendrix, Kurt Cobain und Janis Joplin.

Die britische Sängerin Amy Winehouse, eine der erfolgreichsten Soulsängerinnen der Gegenwart, ist tot. Die Leiche der 27-Jährigen sei am Samstag in ihrer Wohnung im Norden Londons gefunden worden, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Die Plattenfirma von Amy Winehouse, Island Records, bestätigte den Tod der Sängerin am Abend laut BBC. Der “Mirror on Sunday“ zitierte anonyme Quellen, wonach eine Überdosis Alkohol und Drogen die Ursache für den Tod der Sängerin gewesen sein sollen.

Amy Winehouse: Ihr Leben in Bildern

Mit ihrer ungewöhnlichen Stimme sorgte Amy Winehouse unter Musikkritikern für Aufsehen. Die Britin wurde 2006 mit ihrem Album “Back to Black“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Das Album brachte Winehouse diverse Auszeichnungen ein, darunter der Grammy. © dpa/dapd
Doch ihr musikalischer Erfolg wurde immer wieder von Schlagzeilen über ihre Alkohol- und Drogeneskapaden überschattet. Am Samstag wurde Winehouse tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden. © dpa/dapd
Winehouses Tod im Alter von 27 Jahren weckt Erinnerungen an den von Janis Joplin und Jimi Hendrix - wie Winehouse zwei gefeierte Musiker, die gegen die Drogensucht ankämpften und nur 27 Jahre alt wurden. © dpa/dapd
Geboren wurde Winehouse am 14. September 1983 als Tochter eines Taxifahrers und einer Apothekerin in London. Schon in ihrer Jugend entdeckte die Britin ihr Gesangstalent, mit 13 Jahren bekam sie eine Gitarre geschenkt. In der Schule lief es für Winehouse, deren Markenzeichen später ihre stark toupierten Haare und ein großzügiger Lidstrich wurden, weniger gut. © dpa/dapd
Sie flog von der Sylvia Young Stage School und hatte auch auf einer Mädchenschule im Süden Londons Probleme. Aus dem Hass auf die Schule entstand bei Winehouse eine Liebe zur Musik. Immer stärker wurde die Britin vom Jazz, HipHop- und R&B-Einflüssen geprägt. © dpa/dapd
Nach ihrem Debütalbum “Frank“ war es im Jahr 2006 “Back to Black“, das Winehouse berühmt machte. In Deutschland stand das Album auf Rang eins, die darauf enthaltenen Singles “Rehab“ und “Back to Black“ stiegen hoch in den internationalen Charts ein. Winehouse räumte fünf Grammys ab, unter anderem den als beste neue Künstlerin. Bei den Brit Awards wurde sie 2007 als “Best British Female Solo Artist“ ausgezeichnet. © dpa/dapd
Winehouse heiratete im Mai 2007 ihren Verlobten Blake Fielder-Civil, drei Monate später brachen beide nach nur wenigen Tagen einen Aufenthalt in einer britischen Entzugsklinik ab. Ihre Alkohol- und Drogensucht war damals bereits kein Geheimnis mehr. © dpa/dapd
Im November des gleichen Jahres musste Winehouse aus gesundheitlichen Gründen alle Konzerte bis Jahresende absagen. Weil die Inhaftierung ihres Ehemanns wegen Behinderung der Justiz die Sängerin emotional zu sehr belastete, hatte ein Arzt ihr ein Auftrittsverbot erteilt. © dpa/dapd
Fielder-Civil wurde im Juli 2008 zu 27 Monaten Haft verurteilt. Winehouse trat unterdessen immer häufiger sichtbar unter dem Einfluss von Drogen stehend in der Öffentlichkeit auf. © dp/dapd
Im Juli 2009 wurde die häufig turbulente Ehe von Winehouse und Fielder-Civil nach zwei Jahren geschieden. Fielder-Civil hatte Anfang des selben Jahres die Scheidung eingereicht und diesen Schritt mit der Untreue seiner Frau begründet. Laut Gerichtsunterlagen beschrieb er das Zusammenleben mit der Sängerin als “unerträglich“. © dpa/dapd
Immer wieder bekam Winehouse Ärger mit der Justiz. Unter anderem wurde die Sängerin Ende 2009 wegen eines Zwischenfalls bei einem Theaterbesuch festgenommen und gegen Kaution freigelassen. Die Polizei erklärte damals, Winehouse werde wegen eines Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung belangt. © dpa/dapd
Britische Medien berichteten, die Sängerin sei mit einem Angestellten des Theaters aneinandergeraten, nachdem sie mit Zwischenrufen die Vorstellung gestört habe. Erst wenige Monate zuvor war Winehouse vom Vorwurf des Angriffs auf einen weiblichen Fan freigesprochen worden. Der Sängerin war vorgeworfen worden, der Tänzerin Sherene Flash auf einem Wohltätigkeitsball auf eine Auge geschlagen zu haben. © dpa/dapd
Zuletzt tauchte Winehouse in der Medienberichterstattung auf, nachdem sie im Juni zum Start ihrer Europatournee in Belgrad von serbischen Fans ausgepfiffen worden war. Serbische Medien beschrieben den Auftritt vor 20.000 Zuschauern als Skandal und Katastrophe. © dpa/dapd
Zeitweise sei Winehouse von der Bühne verschwunden habe es ihrer Band überlassen, das Publikum zu unterhalten, hieß es. Kurz vor dem Auftritt hatte Winehouse wieder eine Woche in einem Entzugsprogramm verbracht. © dpa/dapd

Die Polizei hatte zunächst lediglich berichtet, die Leiche einer 27-jährige Frau sei im Londoner Stadtteil Camden - wo Winehouse wohnte - gefunden worden. Die Todesursache sei unklar. Die BBC zeigte Fernsehbilder vom Haus von Winehouse, das von der Polizei abgesperrt wurde. Zuletzt hatten britische Boulevardmedien “Freunde“ der Sängerin zitiert, die sich besorgt über ihren Alkoholkonsum äußerten. Sie trinke große Mengen Wodka und werde sich zu Tode trinken, hieß es.

Musikkritiker bezeichneten Amy Winehouse als eines der größten Musiktalente der Gegenwart. Ihr zweites Album “Back to Black“ hatte sich mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Sie heimste fünf Grammy-Awards dafür ein. Winehouse hatte im Falle eines erfolgreichen Comebacks die Veröffentlichung eines dritten Albums geplant. Viele Musikerkollegen zollten der Sängerin über den Kurznachrichtendienst Twitter Tribut. Mick Hucknall von der Gruppe Simply Red würdigte Amy Winehouse als “bei weitem beste britische Sängerin aller Zeiten“ und sprach von einem “tragischen Verlust“. Am Abend versammelten sich an der Polizeisperre vor dem Haus von Winehouse immer mehr Fans und Schaulustige. Einig legten Blumen nieder.

Winehouse hatte das Haus erst vor kurzem gekauft und renoviert. Die Sängerin hatte während ihrer kurzen Karriere - vor allem seit ihrer Ehe mit Blake Fielder-Civil - wiederholt mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen. Neben Alkohol soll sie unter anderem auch Crack konsumiert haben. Vom Rauchen der Droge soll sie Lungenprobleme bekommen haben. Zuletzt war Amy Winehouse bei einem Konzert ihrer Comeback-Tournee in Serbien aufgefallen, als sie mehrmals die Bühne verlassen musste und Teile ihrer Songs mit schwerer Zunge vortrug. Die Fans buhten sie aus. Die Tournee wurde später abgebrochen. Ihr Management gab bekannt, Amy Winehouse bekomme alle Zeit, die sie benötige, um wieder arbeitsfähig zu werden.

Zuvor hatten britische Zeitungen immer wieder Fotos veröffentlicht, die Amy Winehouse in alkoholisiertem Zustand zeigten. Auch mit Magersucht war sie in Verbindung gebracht worden. Amy Winhouse hatte bereits 2007 eine mehrjährige Pause eingelegt. Nach mehreren Zusammenbrüchen begab sich die Sängerin 2008 in London in einen Drogenentzug. Im Juni 2011 versuchte sie ein Comeback. Amys Vater Mitch, ein ehemaliger Londoner Taxifahrer und inzwischen selbst als Jazz-Sänger in der Musikszene aktiv, soll nach britischen Medienberichten erst Stunden nach der Öffentlichkeit vom Tod seiner Tochter erfahren haben. Er befand sich in einem Flugzeug nach New York, wo er bei einem Konzert auftreten sollte.

dpa

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