Berlusconi: Teurer Rosenkrieg mit Veronica Lario

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Das Lachen dürfte dem italienischen Regierungschef die nächsten Monate vergehen. Seine Frau schlägt zurück.

Rom - Veronica Lario hat vor dem Mailänder Gericht die Scheidung beantragt, auf Basis der Schuldfrage. Bei einem Schuldspruch steht ihr die Hälfte des Vermögens ihres Mannes zu.

Der „kleine Mann“ aus Italien wird den Gürtel in Zukunft enger schnallen und sich sehr zurückhalten müssen. Die Rede ist von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi (73). Bis jetzt hat er alles gemeistert: Betrugsvorwürfe, den Verlust seiner Immunität und diverse kleine Delikte gingen scheinbar spurlos an ihm vorüber. Wohlgemerkt bis jetzt. Seine Frau Veronica Lario (53) ertrug alle Eskapaden, hielt sich still im Hintergrund und unterstützte ihren Mann.

Liebschaft mit einer 18-Jährigen

Doch dann wurden Gerüchte um eine Liebschaft mit einer 18-Jährigen immer lauter. Als dann kurz darauf Callgirls von Sex-Parties berichteten, platzte Veronica Lario der Kragen. Sie ertrug die dauernden Demütigungen nicht mehr und gab bekannt, dass sie die Scheidung beantragen werde. Ein geschickter Schachzug von ihr ist der Antrag auf „Basis der Schuldfrage“. Es kommen nicht nur pikante Details auf den Tisch, sollte Silvio Berlusconi schuldig geprochen werden, muss er die Hälfte seines Vermögens an seine Frau abtreten. Das sind umgerechnet zwischen vier bis fünf Milliarden Euro. Hinzu kommt, dass das Paar drei gemeinsame Kinder hat.

Ob Berlusconi es schafft, seinen Hals aus dieser Schlinge zu ziehen, ist fraglich. Veronica Lario ist zu tief verletzt, um ihm entgegen zu kommen. Der Rosenkrieg geht in die nächste Runde!

Silvio Berlusconi: Seine Affären und Skandale

Korruption, Mafia-Verbindungen, Sexskandale: Silvio Berlusconi kam mit diversen Affären immer wieder in die Schlagzeilen. Hier eine Auswahl: © dpa
Spektakulärster Fall ist “Rubygate“. Die Staatsanwaltschaft lastet dem 75-Jährigen Kontakte zu dem minderjährigen marokkanischen Escortgirl Karima el-Marough, genannt “Ruby“, an. Da Berlusconi das Mädchen mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreite, soll er sich auch wegen Amtsmissbrauchs verantworten. © dpa
Außerdem steht der Medien-Milliardär im Verdacht, den britischen Anwalt David Mills bestochen zu haben. 1998 soll Berlusconi 600 000 US-Dollar (436 347 Euro) bezahlt haben, damit dieser in Prozessen gegen seinen Medienkonzern Falschaussagen macht. Ein für Berlusconi maßgeschneidertes Immunitäts-Gesetz (“Lodo Alfano“), das zeitweise zur Aussetzung auch dieses Verfahrens geführt hatte, war vom Verfassungsgerichtshof Ende 2009 gekippt worden. © dpa
Drei prominente Mitglieder von Berlusconis Regierungspartei “Volk der Freiheit“ (PdL) gerieten im Juli 2010 ins Visier der Justiz - darunter ein wegen Geschäften mit der Mafia bereits verurteilter Berlusconi-Freund. Die Justiz wirft ihnen unter anderem vor, eine kriminelle Vereinigung mit aufgebaut zu haben, um politische und juristische Entscheidungen des Landes zu beeinflussen. Zuvor hatte ein ehemaliger Mafia-Killer Berlusconi vor Gericht sogar mit einer Serie von Bombenanschlägen in Verbindung gebracht. © dpa
Als Kandidatinnen der Regierungspartei für die Europawahl 2009 schlug Berlusconi drei junge Schönheiten vor: eine ehemalige TV-Ansagerin, eine Fernsehschauspielerin und eine Sängerin. © dpa
“Schamlose Luder im Dienst der Macht“, beschimpfte damals seine Noch-Ehefrau Veronica Lario die Damen. Lario reichte 2009 die Scheidung ein. © dpa
Eine angebliche Affäre mit der Schülerin Noemi Letizia hatte zuvor für Aufsehen gesorgt. Nach Berlusconis Besuch auf Noemis Party zum 18. Geburtstag hatte Gattin Lario öffentlich gesagt, Berlusconi treffe sich “mit Minderjährigen“. Gerüchte um eine Liaison mit der Schülerin, die ihn “Papi“ nannte, wies er allerdings zurück. © dpa
Und hier weitere Bilder, Skandale und Skandälchen von und mit Silvio Berlusconi: „Gott sei Dank gibt es mich“: Berlusconi leidet nicht an Minderwertigkeitsgefühlen. © dpa
Kleiner Mann: Ist 1,64 Meter groß, behauptet aber steif und fest, er sei 1,71 Meter. © dpa
Zumindest körperlich auf Augenhöhe: Angela Merkel und Silvio Berlusconi. © dpa
Liebt theatralische Gesten: Silvio Berlusconi. © dpa
Dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten gehören fast die Hälfte aller italienischen Fernsehsender. © dpa
Im „Canale 5“-Studio mit dem Journalisten Alessio Vinci. © dpa
Zwei Männer, die sich beide für unwiderstehlich halten und hielten: Berlusconi und der mittlerweile verstorbene libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi. © dpa
Der Milliardär mal ohne Dauergrinsen im Gesicht. © dpa
Berlusconi ist fünffacher Großvater. © dpa
Mit Escort-Dame Patrizia D'Addario soll er auch ein Verhältnis gehabt haben... © dpa
Und wieder eine große Geste. © dpa
Berlusconi bei einer UN-Vollversammlung. © dpa
Shaking Hands mit den Obamas beim G20-Gipfel in Pittsburgh. © dpa
Im Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel. © dpa
Berlusconi war ziemlich sauer darüber, dass seine Straffreiheit aufgehoben wurde. © dpa
Wohin führt nun der Weg? © dpa
Hier sieht es aus, als säße Berlusconi auf der Anklagebank. Tat er auch ständig - irgendwie. © dpa
Berlusconi resigniert. © dpa
Ciao, Silvio! © dapd

lut

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