Boney-M.-Star Bobby Farrell gestorben

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Der niederländische Popstar und Tänzer Bobby Farrell - die Galionsfigur der Band Boney M. - ist tot.

Sankt Petersburg - Der Popstar und Tänzer Bobby Farrell - die Galionsfigur der Band Boney M. - ist tot. Er ist im Alter von 61 Jahren in einem Hotelzimmer gestorben. Kurz zuvor war er noch auf der Bühne gestanden.

Der Song ist ein Ohrwurm mit einem traurigen Ende: “Ra Ra Rasputin, Lover of the Russian queen, Russia's greatest love machine...“ Wenn Bobby Farrell dazu mit angeklebtem Zarenbart und im goldverzierten Kosakenhemd die dunkelhäutigen Schönheiten seiner Band umtanzte, waren Fans von Boney M. kaum noch zu halten. Donnerstagmorgen starb der Karibik-Holländer Farrell - ausgerechnet in der einstigen Zarenmetropole St. Petersburg, und nur Stunden nachdem er auch mit “Rasputin“ sein Publikum noch einmal zu Begeisterungsstürmen hingerissen hatte. Und zu tränen, denn der Song endet mit dem Tod seines Helden.

Forbes-Liste: Tote Stars als Topverdiener

Tote Stars als Topverdiener
Platz 13: Andy Warhol (links, hier zusammen mit Ex-Bundeskanzler Willy Brandt) starb bereits 1987. Er verdiente im vergangenen Jahr sechs Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 12: Aaron Spelling produzierte Erfolgsserien wie Beverly Hills oder Melrose Place. Er starb im Jahr 2006 im Alter von 83 Jahren. Seine Arbeit brachte seinen Erben in den vergangenen 12 Monaten acht Millionen Dollar ein.  © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 11: Jimi Hendrix starb bereits 1970 an einer Überdosis. Auch lange nach seinem Tod verdient er noch sehr gut. Im vergangen Jahr waren es acht Millionen Dollar. © dpa
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Platz 10: Der Bestseller- und Drehbuchautor Michael Crichton verdiente auch nach seinem Tod mit Erfolgsromanen wie Jurassic Park oder Drehbüchern für Emergency Room rund 9 Millionen Dollar. Er erlag im Jahr 2008 einem Krebsleiden. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 9: Albert Einstein, der Begründer der Relativitätstheorie bringt seinen Erben auch über 50 Jahre nach seinem Tod noch zehn Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 8: Die Erfindung der Cartoon-Figur Grinch zählt zu seinen größten Erfolgen. Der amerikanische Kinderbuch-Autor Theodor Seuss Geisel (gennant Dr. Seuss) starb im Jahr 1991. In den vergangenen 12 Monaten brachten seine Geschichten 15 Millionen Dollar ein. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 7: 1980 wurde das ehemalige Beatles-Mitglied John Lennon ermordet. Zusammen mit Paul McCartney komponierte er zahlreiche Songs. Im vergangenen Jahr brachte ihm seine Arbeit 15 Millionen Dollar in die Kassen. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 6: Charles Schulz, der Erfinder von Charlie Brown und Snoopy verdient mit seinen Comicfiguren heute noch 35 Millionen. Er starb 2000 im Alter von 77 Jahren. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 5: Sein „Herr der Ringe“ ist einer der erfolgreichsten Fantasy-Romane überhaupt: Der britische Schriftsteller J.R.R. Tolkien verdiente im letzten Jahr unglaubliche 50 Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 4: Der King of Rock‘n Roll: Die Musik von Elvis Presley ist auch nach seinem Tod im Jahr 1977 noch sehr erfolgreich. In den vergangenen 12 Monaten brachten seine Werke 55 Millionen Dollar ein. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 3: Michael Jackson ist auf dem besten Weg die Spitze der toten Topverdiener zu erreichen. In nur vier Monaten nach seinem Tod verdiente der King of Pop für seine Erben rund 90 Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 2: Die Musical-Autoren Richard Rodgers und Oscar Hammerstein (hier eine Szene aus ihrem Werk „South Pacific“) sind wohl nur Kennern ein Begriff. Trotzdem verdienten die beiden in den vergangenen 12 Monaten 235 Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 1: Unglaubliche 350 Millionen Dollar brachten die Geschäfte des im Jahr 2008 verstorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent im vergangenen Jahr ein. © dpa

“Wir sind tief geschockt und traurig“, sagte sein Manager John Seine der Nachrichtenagentur dpa in Amsterdam. Aufschluss über die genaue Todesursache werde erst eine Untersuchung bringen. Erschöpfung des 61-jährigen Popstars während einer anstrengenden Tournee könnte eine Rolle gespielt haben. “Bobby hatte am späten Mittwochabend geklagt, dass er sich nicht gut fühle.“ Donnerstag wollte Farrell mit seiner Band Boney M. featuring Bobby Farrell weiter nach Italien reisen. 

Der meist fröhlich wirkende dunkelhäutige Roberto Alfonso Farrell hatte das Licht der Welt “im sonnigen Teil unseres Königreichs“ erblickt, wie die Niederländer damals ihren Inselbesitz in der Karibik gern nannten. Von seinen Vorfahren auf Aruba hatte Bobby dieses ungeheure Gefühl für Tanz und Rhythmus geerbt, das ihn zunächst zu einem der “beweglichsten“ Discjockeys der Niederlande machte und ihm später seine auch in Deutschland sehr populäre Bühnenpräsenz als Tänzer verlieh.

Längst nicht nur als “schwarzer Russe“ Rasputin, der die Mädels im Zarenreich scharenweise vernaschte, machte Farrell zusammen mit Boney M. Furore. Auch “Rivers of Babylon“, “Daddy Cool“, “Sunny“, “Brown Girl in the Ring“ oder “Kalimba de Luna“ gehörten zu den Stimmungsbomben der Disco-Formation, die der deutsche Musikproduzent Frank Farian Anfang der 70er Jahre zusammengestellt hatte.

Dass Boney M. einige Zeit lang zu den erfolgreichsten Popgruppen der Welt zählte, war zweifellos auch Farrells Choreographien bei Fernseh- und Live-Auftritten zu danken. Seine Qualitäten als Sänger hingegen waren umstritten. Nach erfolgreichen Jahren räumte Farian zur Enttäuschung vieler Fans ein, dass der fröhliche Bobby, den er 1976 in die Band geholt hatte, bei den Studioaufnahmen niemals selbst sang.

Stattdessen kamen die warm klingenden Vocals von Farian, der selbst nicht attraktiv genug für die Bühne war. Bei Live-Auftritten war Farrell allerdings auch selbst zu hören. “Bobby Farrell hat immer gesagt: “Meine Beine und deine Stimme, das ist unschlagbar““, sagte Farian im November in einem Interview mit “Spiegel Online“.

Immer wieder kam es zu Querelen. 1982 warf Farian den Star raus. Farrell, der von 1981 bis 1994 mit einem jugoslawischen Fotomodell verheiratet war, versuchte eine Solokarriere - und scheiterte. Doch 1984 holte ihn Farian zurück. Wenig später ging Boney M. auseinander, fand wieder zusammen, nur um sich bald wieder aufzulösen.

Seit 1992 trat Farrell dann - durchaus gegen den Willen seines einstigen Produzenten - mit einer eigenen Boney M.-Formation auf. Auch andere, die einst zur Originalbesetzung gehörten, benutzen für Tourneen den berühmten Namen und die alten Ohrwürmer. Wenn Farrell nicht gerade auf Tour war, um Geld zu verdienen, lebte er zurückgezogen in dem stillen Stadtrandviertel Gaasperdam im Südosten von Amsterdam.

dpa

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