Petra Schürmann hatte unter schweren Schicksalsschlägen zu leiden

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Der Unfalltod ihrer über alles geliebten Tochter Alexandra Freund im Jahr 2001 war für Petra Schürmann ein Schicksalsschlag, von dem sie sich nie mehr erholte.

München - Vielleicht war der Tod für Petra Schürmann eine Erlösung. Einst bewundert und umschwärmt, musste die ehemalige Fernsehmoderatorin und Schauspielerin in ihren letzten Lebensjahren schlimme Schicksalsschläge hinnehmen.

Am tiefsten traf sie der Verlust ihrer über alles geliebten Tochter Alexandra: Im Juni 2001 riss ein Geisterfahrer die damals 34-jährige Fernsehjournalistin kurz vor ihrer Hochzeit in den Tod. Ein Schock, der den Lebensnerv der beliebten Münchner Prominenten traf - ihre Stimme versagte fortan ihren Dienst, Schürmann zog sich immer mehr in ihre Villa am Starnberger See zurück.

Petra Schürmann: Ihr Leben in Bildern

1956 wurde die damals 21-Jährige in London zur bisher einzigen deutschen Miss World gekürt. © ap
In den 1960er Jahren kam Petra Schürmann zum Bayerischen Fernsehen. Dort begann sie ihre Karriere als beliebte Ansagerin. © dpa
Petra Schürmann hatte in in Köln, Bonn und München Philosophie und Kunstgeschichte studiert, bevor sie ihre Karriere als Fernsehmoderatorin startete. © Weißfuß Heinz
Auf dem Oktoberfest und bei anderen Veranstaltungen in München war der Promi mit Wohnsitz am Starnberger See gerne gesehen. © Weißfuß Heinz
Petra Schürmann mit ihrem Ehemann Gerhard Freund bei einem Empfang im Jahr 1993. © Weißfuß Heinz
1967 kam Petra Schürmanns einziges Kind, Tochter Alexandra, zur Welt. © fkn
Petra Schürmann mit ihrer Tochter Alexandra, die als Moderatorin für den Bayerischen Rundfunk tätig war, bei einem Stehempfang. © Schlaf Marcus
Alexandra entstammte der Ehe mit Gerhard Freund und trug auch seinen Namen. © dpa
Am 21. Juni 2001 verunglückte Alexandra Freund tödlich. Ein Geisterfahrer rammte auf der A8 Richtung Salzburg ihr Auto. © dpa
Petra Schürmann besucht mit Ehemann Gerhard Freund 2003 den Sommerempfang auf Schloß Schleißheim bei München. © dpa
Petra Schürmann begrüßt 2004 in Mannheim beim "Ball der Sterne" Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl. © dpa
TV-Moderatorin Petra Schürmann (l) und Bayerns ehemaliger Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) 1997 bei einer Aktion auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt. © dpa
Petra Schürmann, Miss World 1956, und Gerti Daub, Miss Germany 1957, sitzen gemeinsam auf einer Show-Treppe im Bonner Haus der Geschichte. © dpa
Moderatorin Petra Schürmann (l) beglückwünscht den Sammler, Maler, Schriftsteller und Multitalent Lothar-Günther Buchheim. 2004 wurde am Starmberger See das Museum der Phantasie nach ihm benannt.  © dpa
Petra Schürmann posierte 1970 in einem Kleid des Modeschöpfers Heinz Östergaard. © dpa
Östergaard lieferte in den 50er Jahren französischen Chic made in Berlin. © dpa
Fritz Egners Spielshow "XXO - Fritz & Co.": Nicht die Jagd nach spektakulären Gewinnen steht im Vordergrund des Spiels, sondern Schlagfertigkeit und gute Sprüche der jeweils neun Prominenten "Compagnions" von Fritz Egner und seinen beiden Kandidaten. Petra Schürmann war im Januar 2004 zu Gast. © dpa
2004 erhielt die Fernsehmoderatorin vom ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber den Bayerischen Verdienstorden. © dpa
Petra Schürmann 2004 zusammen mit Felix Raslag bei einem Konzert von Christina Aguilera im Mercedes-Benz Zentrum in München. © Sigi Jantz
Petra Schürmann mit Platinbären bei der Jubiläumsgala zum 10-jährigen Bestehen des Vereins Europahilfe für Kinder. © Sigi Jantz
Petra Schürmann 1997 in Köln. © dpa

Im August 2008 kam dann nach einem Krebsleiden auch noch der Tod ihres Mannes Gerhard Freund. In der Nacht zum Donnerstag ist auch Petra Schürmann im Alter von 74 Jahren gestorben.

2001: Schürmann-Tochter stirbt bei Geisterfahrer-Unfall

Alexandra Freund und ihre Mutter Petra Schürmann Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer  in das Auto von Alexandra. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © dpa
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner
Im Juni 2001 rast ein Geisterfahrer, ein 23-Jähriger aus Rosenheim, in das Auto von Alexandra Freund. Die 34-Jährige wird tödlich verletzt. © Josef Reisner

Begonnen hatte ihre Karriere wie ein Märchen: Geboren in Mönchengladbach als zweites von drei Kindern, studierte sie nach dem Abitur Philosophie, Amerikanistik und Kunstgeschichte. “Aus Spaß“ nahm die inzwischen in München lebende Studentin an einem Schönheitswettbewerb in Köln teil - und gewann prompt die Krone der strahlenden Siegerin. 1956 wurde sie sogar zur schönsten Frau der Welt gekürt. Mit dem Titel “Miss World“ im Rücken und einem Cabriolet als Geschenk fuhr Petra Schürmann nun auf direktem Wege ins Scheinwerferlicht, schrieb einmal eine Zeitung über sie.

Bald folgte ein Angebot des Bayerischen Fernsehens. Seit Mitte der 1960er Jahre war sie erst als Ansagerin, bald auch als Moderatorin regelmäßig auf dem Bildschirm zu sehen. Bis zum Jahr 2000 führte sie allein für die ARD und das ZDF durch rund 600 Sendungen, darunter beliebte Serien wie “Essen wie Gott in Deutschland“, die Prominentenshow “Schlüsselloch“ oder die Sendung “Auf geht's“ zur Eröffnung des Münchner Oktoberfestes.

Im Bayerischen Fernsehen prägte sie die samstägliche Unterhaltungsshow “Wir in Bayern“. In einigen Filmen trat Schürmann als Schauspielerin auf. 1996 bekam sie sogar den Bayerischen Verdienstorden. Der tragische Tod der Tochter bereitete ihrer Fernsehkarriere dann ein jähes Ende. Eine geplante Talkshow wenige Monate später sagte Schürmann ab - weil ihr die Kraft fehle, wie sie sagte.

Auf ihre sympathische Stimme mussten die Zuschauer verzichten - stattdessen schrieb sich Schürmann den Kummer in einem Buch von der Seele. “Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr“ nannte sie das 2002 erschienene Werk, gewidmet ihrer verstorbenen Tochter - oder “Püppchen“, wie das Mädchen in Kindertagen von ihrer Mutter gerufen wurde. Auf das bunte, gesellschaftliche Leben verzichtete der einstige Liebling der Münchner Schickeria. Es wurde still um sie. Statt mit Worten tauschte sich Schürmann mit Freunden per SMS aus. “Freunde sind mir am wichtigsten“, schrieb sie etwa an die Regisseurin Heidi Kranz, die die einstige Schönheitskönigin porträtiert hat. “Die Freunde sind ja da, trotz meines Nichtsprechenkönnens oder gerade deswegen - da trennt sich die Spreu vom Weizen.“

Statt mit rauschenden Partys verbrachte sie ihre Zeit nun mit regelmäßigen Besuchen auf dem Friedhof in Aufkirchen am Starnberger See. “Ich gehe jeden Tag zu Alexandras Grab, das ist für mich eine Art von Zuhause geworden“, sagte Schürmann mal. Wie sehr ihr der Tod der Tochter das Herz gebrochen hat, machte sie mehrere Monate später in einem anderen Interview deutlich: “Ich bin zwar aus einer gewissen Starre erwacht, aber ich habe jetzt manchmal so brüllendes Heimweh nach Alexandra, dass es schier unerträglich ist.“

dpa

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