Neuauflage ihres Bestsellers

Carmen Thomas plädiert für mehr Urin-Forschung

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Carmen Thomas

Köln - Schon lange setzt sich Carmen Thomas (67) für Urin als Therapiemittel ein, doch nun hat die Journalistin den „besonderen Saft“ auch als Rohstoff und Energielieferanten entdeckt.

Schon lange setzt sich Carmen Thomas (67) für Urin als Therapiemittel ein, doch nun hat die Journalistin den „besonderen Saft“ auch als Rohstoff und Energielieferanten entdeckt. In einer überarbeiteten Neuauflage ihres 25 Jahre alten Urin-Bestsellers berichtet sie unter anderem, wie Astronauten Urin wieder in Trinkwasser umwandeln. „Chinesische Forscher experimentieren damit, Zähne aus Urin zu züchten, und britische Wissenschaftler laden Handys mit der Elektrizität, die die Bakterien im Urin zu produzieren imstande sind“, sagte Thomas, die als Moderatorin des „Aktuellen Sportstudios“ bekannt wurde.

„Wo wäre der Entwicklungsstand heute bereits, wenn die Urin-Forschung mit dem gleichen Ehrgeiz und Mitteleinsatz betrieben würde wie zum Beispiel die Weltraumforschung?“, fragte sie. „Ich bin der festen Überzeugung: Wenn Menschen aufhören sich zu ekeln und da richtig hingucken, kann das noch unglaubliche Ergebnisse zeitigen.“

Thomas' Buch „Ein ganz besonderer Saft - Urin“ wurde nach ihren Angaben 1,2 Millionen mal verkauft. Im Laufe der Jahre habe sie etwa 100 000 Reaktionen in Form von Briefen, Mails und Gesprächen erhalten. „Die Menschen kommen auf mich zu und schreiben und erzählen mir unaufgefordert, was sie alles mit Urin tun“, sagte Thomas der dpa in Köln.

Aufmerksam auf das Thema wurde die frühere „Hallo Ü-Wagen“-Moderatorin in den 70er Jahren, als sie einen Artikel über den indischen Premierminister Morarji Ranchhodji Desai (1896-1995) las. Dieser trank jeden Morgen ein Glas Urin zum Frühstück. „Damals habe ich mich gefragt: Warum stirbt der eigentlich nicht, wenn das doch Giftstoffe und Ausscheidungen sind?“ 1994 reiste sie selbst nach Indien, um den damals 98 Jahre alten Politiker zu treffen. „Er hat gesagt, dass in buddhistischen Klöstern nur mit Urin therapiert würde.“ Der Nutzen der Eigenharnbehandlung ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt.

Britische Forscher hatten in diesem Sommer berichtet, dass sie die Stoffwechselprozesse von Bakterien nutzen, um aus Urin eine Energiequelle für Handys zu machen. Die Ausbeute reiche für einen kurzen Anruf, SMS oder Surfen im Internet. Das Verfahren solle aber noch weiterentwickelt werden, schrieben die Wissenschaftler in den „Physical Chemistry Chemical Physics“.

Carmen Thomas weigert sich übrigens standhaft, zu verraten, ob sie selbst ein morgendliches Glas Urin trinkt: „Da würde ich nie drüber reden. Ich bin ausschließlich Berichterstatterin.“

dpa

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