Christoph Waltz spielt Gorbatschow

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Wie stark muss der Maskenbildner da ran? Oscar-Preisträger Christoph Waltz (links) wird in dem Politdrama „Reykjavik“ den früheren sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow spielen.

Los Angeles - Oscar-Preisträger Christoph Waltz (56) wird in dem Politdrama „Reykjavik“ den früheren sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow spielen.

Sein Hollywood-Kollege Michael Douglas werde ihm in der Rolle des Ex-US-Präsidenten Ronald Reagan gegenüberstehen, berichtete das Filmbranchenblatt „Hollywood Reporter“ am Montag. Der britische Regisseur Mike Newell („Harry Potter und der Feuerkelch“) inszeniert den seit vielen Jahren geplanten Film über das Gipfeltreffen 1986 zwischen Reagan und Gorbatschow im isländischen Reykjavik. Ab März soll in Reykjavik und im Potsdamer Studio Babelsberg gedreht werden.

Das war die Ära Helmut Kohl

Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit wird am Samstag, 3. April, 80 Jahre alt. Ein Rückblick a uf die "Ära Kohl". © dpa
1946 tritt Helmut Kohl in die CDU ein. Schnell erarbeitet er sich in der Partei den Ruf eines ehrgeizigen Politik-Talents und Machers. 1966 wird Kohl CDU-Landesvorsitzender. Das Bild zeigt ihn 1967 mit Altkanzler Konrad Adenauer ( CDU). © dpa
1969 wird Kohl Ministerpräsident von Rheinland Pfalz. Vorgänger Peter Altmeier (rechts) macht dem CDU-Jungstar nicht ganz freiwillig Platz. Der Machtstartege Kohl hatte den CDU-Landesverband hinter sich gebracht, der die Ablösung des Ministerpräsidenten forcierte. © dpa
Kohl erarbeitet sich als Ministerpräsident schnell den Ruf eines Modernisierers. Nach den Landtagswahlen im Mai 1971, bei denen die CDU die absolute Mehrheit erreicht, kann Kohl eine CDU-Alleinregierung bilden. © dpa
Als Ministerpräsident bringt er eine umfangreiche Gebiets- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz auf den Weg. Zudem reformiert er das Sozial- und Gesundheitswesen des Landes. © dpa
Das Bild zeigt ihn als Landesvater mit seiner Frau Hannelore und seine Söhnen Peter (rechts) und Walter (links). Aber Kohl sieht das Amt des Ministerpräsidenten nicht als Höhepunkt seiner Karriere. Sein Ehrgeiz reicht längst über die Landesgrenzen hinaus. © dpa
1971 kandidiert Kohl für den Parteivorsitz. Er unterliegt aber bei der Wahl gegen Rainer Barzel. Der wiederum scheitert im folgenden Jahr als CDU-Kandidat bei der Bundestagswahl gegen Willy Brandt. 1973 wird schließlich Kohl zum Parteivorsitzenden gewählt. © dpa
Bei der Bundestagswahl 1976 kandidiert Kohl gegen Kanzler Helmut Schmidt ( SPD, links). Die CDU verfehlt die absolute Mehrheit mit 48,6 Prozent nur knapp. Schmidts sozialliberale Koalition kann weiterregieren. Kohl tritt als Ministerpräsident zurück und wird Oppositionsführer in Bonn. © dpa
Nach der Wahl kommt es unerwartet zum Riesenkrach in der Union: CSU-Chef Franz Josef Strauß (rechts) meint, dass die CDU und Kohl die Regierung im Wahlkampf nicht hart genug angegriffen hätten. Zudem macht Strauß keinen Hehl aus der Tatsache, dass er sich für den weitaus fähigeren Politiker als Kohl hält. © dpa
In einer nicht für die Öffentlichkeit gedachten Rede spricht Strauß damals Klartext: „ Helmut Kohl wird nie Kanzler werden. Er ist total unfähig. Er hat weder die charakterlichen, geistigen noch politischen Voraussetzungen.“ © dpa
Im bayerischen Wildbad Kreuth kündigt die CSU Ende 1976 die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU auf. Und: Strauß will die CSU zur bundesweit wählbaren Partei machen. © dpa
Da kontert Kohl: Wenn Strauß das durchzieht, so droht er, dann würde er die CDU eben auch in Bayern einmarschieren lassen. Und die würde der CSU dann wichtige Stimmen aus dem bürgerlichen Lager wegnehmen. Strauß fürchtet um die absolute CSU-Mehrheit in Bayern. © dpa
Deswegen nimmt die CSU den Trennungsbeschluß zurück. Ein Sieg für Kohl und die CDU. Doch die Auseinandersetzung mit Strauß ist noch lange nicht zu Ende. © dpa
1979 will Kohl den niedersächsichen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (Foto) zum CDU-Kanzlerkandidaten für die Wahl im kommenden Jahr machen. Da presst die CSU Franz Josef Strauß als Unions-Kandidaten durch.  © dpa
Für Strauß ist es die einzige und letzte Chance Kanzler zu werden. Und er scheitert. Zwar wird die Union mit 44,5 Prozent stärkste Partei, aber auch Strauß verfehlt die absolute Mehrheit, die nötig wäre, um die SPD/ FDP-Regierung abzulösen. Damit ist Strauß für Kohl als Kanzler-Konkurrent aus dem Weg geräumt. © dpa
Kohls Stunde kommt 1982. Die sozialliberale Regierung hat sich zerstritten, die FDP kündigt die Koalition mit der SPD auf. Kohl hat längst die FDP für eine Koalition umworben. Und die Liberalen schwenken nun um. © dpa
Mit einem konstruktiven Misstrauensvotum wird SPD-Kanzler Schmidt (rechts) am 1. Oktober 1982 mit den Stimmen von Union und FDP abgewählt - und gleichzeitig Kohl zum neuen Kanzler gewählt. © dpa
Kohl setzt per Vertrauenfrage Neuwahlen an - allerdings erst in einem halben Jahr. Denn die Wut der Wähler gegen die "Wendehälse" der FDP ist riesengroß. Kohl will warten. bis sich der Ärger wieder gelegt hat.  © dpa
Der Plan geht auf. Bei der Bundestagswahl holt die schwarz-gelbe Koalition die Mehrheit. SPD-Kandidat Hans-Jochen Vogel scheitert klar gegen Kohl. © dpa
Die ersten Jahre von Kohls Kanzlerschaft sind von einem wirtschaftlichen Aufschwung geprägt. Zudem setzt Kohl den noch unter der Regierung Schmidt gefassten NATO-Nachrüstungsbeschluss gegen die Proteste der Friedensbewegung durch. © dpa
In den 1980er Jahren erschüttert die Flick-Parteispendenaffäre die Republik. Dabei kam heraus, dass sich Union, SPD und FDP über das Parteiengesetz hinweggesetzt hatten. Kohl übersteht die Affäre. © dpa
Große Geste: Am 22. September 1984 treffen sich Kohl und der französische Präsident François Mitterrand am Ort der Schlacht um Verdun (Frankreich), um gemeinsam der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken. Das Foto ihres minutenlangen Händedrucks wird zum Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung. © dpa
1985 kommt es dagegen zu einer hitzigen Debatte: Am 5. Mai 1985 legen Kohl und US-Präsident Ronald Reagan zum 40. Jahrestag des Kriegsendes in Bitburg einen Kranz auf dem Soldatenfriedhof nieder. Da dort auch Angehörige der Waffen-SS begraben sind, wurden Proteste aus der ganzen Welt laut. © dpa
Bei der Bundestagswahl 1987 scheitert NRW-Ministerpräsident Johannes Rau ( SPD) klar als Kanzlerkandidat gegen Helmut Kohl. © dpa
Im Spätsommer 1989 sind die Umfragewerte für die CDU/ CSU miserabel. Viele Unionspolitiker fürchten: Es gibt keine Chance mehr, mit Helmut Kohl die nächsten Wahlen zu gewinnen. Auf dem Bremer CDU-Parteitag 1989 (Foto) planen "Parteifreunde" seinen Sturz. © dpa
Sein langjähriger Weggefährte Heiner Geißler (Foto rechts) bereitet den Putsch vor. Der Parteitag soll den beliebten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Lothar Späth, als neuen Kanzler vorschlagen. © dpa
Doch Kohl (der damals an Prostata-Beschwerden leidet) bringt mit äußerster Kraft und an der Grenze der körperlichen Leistungsfähigkeit die Partei hinter sich. Späth (links) verlässt der Mut. Er verzichtet auf die Kandidatur. Kohls Getreue spotten über das schwäbische "Brutusle". © dpa
Im Herbst 1989 schlägt Kohls größte Stunde. Am 9. November fällt die Berliner Mauer, das DDR-Regime steht vor dem Kollaps. Kohl sieht nun eine einmalige Chance für die Wiedervereinigung gekommen, die viele Politiker längst abgeschrieben hatten.  © dpa
Kohl erkennt die nationale Euphorie im Land und handelt mit äußerster Konsequenz.  © dpa
Ohne Absprache mit dem Koalitionspartner FDP und den westlichen Bündnispartnern legt Kohl  schon am 28. November 1989 im Bundestag ein „Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“ vor. © dpa
Wichtig sind auch Kohls vertrauensvolle Beziehungen zu US-Präsident George Bush. Der Kanzler gewinnt Bush als Fürsprecher der Wiedervereinigung.  © dpa
Dann kann Kohl auch den sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow überzeugen: Es ist allein die Sache der Deutschen, über die Einheit ihres Landes zu entscheiden. Mit der Zustimmung der USA und der Sowjetunion steht der Wiedervereinigung nichts mehr im Weg.  © dpa
Am 3. Oktober 1990 dann ist es soweit: Die Teilung Deutschlands ist zu Ende. Die deutsche Einheit ist Realität geworden. © dpa
Der gläubige Christ Kohl sagt rückblickend (im Bezug auf Bismarck) über die Ereignisse der Jahre 1989 und 1990: Wenn der Mantel Gottes durch die Geschichte wehe, müsse man zuspringen und ihn festhalten. © dpa
Im Zuge der Wiedervereinigung wächst Kohls Beliebtheit. Bei der Bundestagswahl 1990 gewinnt Kohl gegen den SPD-Kandidaten Oskar Lafontaine (links). © dpa
1991 wird Berlin wieder zur Bundeshauptstadt. Dafür hatte Kohl sich klar ausgesprochen. Der Bundestag beschließt seinen Umzug vom Rhein an die Spree.  © dpa
Nach der knapp gewonnenen Bundestagswahl 1994 wird Kohl erneut zum Bundeskanzler gewählt. Diesmal setzt er sich gegen den Ministerpräsidenten von Rheinand-Pfalz, Rudolf Scharping ( SPD, rechts), durch. © dpa
Am 31. Oktober 1996 feiert Kohl feiert sein Amtsjubiläum: An diesem Tag überrundet er als dienstältester Kanzler mit 5145 Amtstagen jeden seiner Vorgänger. © dpa
Ein wichtiges Anliegen Kohls (links: der damalige Finanzminister Theo Waigel, CSU) ist das Zusammenwachsen Europas. Am 23. April 1998 stimmt der Bundestag mit großer Mehrheit für die Teilnahme Deutschlands an der Europäischen Währungsunion. Damit wird der Euro eingeführt. © dpa
Nach 16 Jahren Kohl-Regierung wächst im Land die Wechselstimmung. Der Kanzler denkt nicht daran, seinen Platz für einen jüngere Unions-Politiker zu räumen. Von der Anti-Kohl-Stimmung will die SPD bei der Bundestagswahl 1998 profitieren (Foto: SPD-Wahlplakat). © dpa
Mit Erfolg: SPD-Kandidat Gerhard Schröder (rechts) kann nach der Wahl am 27. September 1998 eine rot-grüne-Koalition bilden. Es ist das Ende der Ära Kohl. © dpa
Zunächst wird allenthalben Kohls Lebenleistung gerühmt: Im Oktober 1998 beschließen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, Kohl zum Ehrenbürger Europas zu ernennen. Zudem wird er Ehrenvorsitzender der CDU. Die Hymnen auf den Einheitskanzler Kohl erklingen ungefähr ein Jahr lang. © dpa
Dann kommt es Ende 1999 zum Spendenskandal: Es kommt heraus, dass die CDU unter Kanzler Kohl geheime Konten geführt und illegale Spenden angenommen hat. © dpa
Der Affäre wird umso größer, als der Altkanzler gesteht, zwischen 1993 und 1998 Spenden in Höhe von bis zu zwei Millionen Mark in bar angenommen und nicht deklariert zu haben. Die Namen der Spender verrät Kohl bis heute nicht. Er habe ihnen sein Ehrenwort gegeben, betont er. © dpa
Von Dezember 1999 bis Juni 2002 beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss des Bundestages mit der Frage, ob die Regierung Kohl käuflich war oder nicht. Für die CDU sind die Folgen katastrophal. © dpa
Zudem kommt heraus, dass CDU-Chef Wolfgang Schäuble (Mitte) eine 100.000-Mark-Spende des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber angenommen hat. Dafür muss Schäuble seinerseits den Hut als Parteichef nehmen. Kohl selbst legt den CDU-Ehrenvorsitz nieder. © dpa
Weil Kohl die Spendernamen verschweigt, verhängt die Bundestagsverwaltung gegen die  CDU im Juli 2000 eine Strafe in Höhe von rund 6,5 Millionen Mark, die die Union akzeptiert. Als Ausgleich für den Schaden überweist Kohl aus privaten Spenden aufgebrachte acht Millionen Mark an die Parteikasse. © dpa
Im Jahr 2001 wird schließlich ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen Kohl gegen Zahlung einer Geldbuße von 300.000 Mark eingestellt. © dpa
Am 5. Juli 2001 dann ein großer Schicksalsschlag: Helmut Kohls Frau Hannelore nimmt sich im Alter von 68 Jahren das Leben. Sie hatte jahrelang unter einer Lichtallergie gelitten. © dpa
Nach der Bundestagswahl 2002 scheidet Kohl aus Altersgründen aus dem Bundestag aus. In den folgenden Jahren widmet er sich dem Schreiben seiner "Erinnerungen", die in mehreren Bänden erscheinen. © dpa
Seit 2005 lebt Helmut Kohl in einer festen Beziehung mit der 35 Jahre jüngeren Volkswirtin Maike Richter. © dpa
Am 8. Mai 2008 heiratet Kohl seine Lebensgefährtin in der Kapelle der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. © dpa
Seit einem schlimmen Sturz im Jahr 2007 sitzt Kohl im Rollstuhl. (Auf dem Foto rechts: Bundespräsident Horst Köhler) © dpa
Welche Auszeichnung würde Helmut Kohls Lebenswerk noch krönen? Jahr für Jahr wird er als Kandidat für den Friedensnobelpreis ins Gespräch gebracht. Bislang hat der Kanzler der Einheit diesen Preis noch nicht bekommen. Bislang... © dpa

Das Treffen auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges ist fast schon legendär, weil der 2004 gestorbene Reagan und Gorbatschow überraschend über die weitgehende Abschaffung von atomaren Lang- und Mittelstreckenraketen verhandelten. Gedreht wird nach einem Skript von Kevin Hood („Geliebte Jane“).

Für seine Nebenrolle in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ hatte Waltz 2010 den Oscar erhalten. Mit dem Kultregisseur drehte er unlängst den Südstaaten-Western „Django Unchained“ ab, der im Januar in die deutschen Kinos kommt.

dpa

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