Der Oscar-Preisträger galt einst als lustigster Mensch der Welt

Im Club der toten Schauspieler: Robin Williams starb mit nur 63 Jahren

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Er konnte fast alles von ernst bis heiter: Robin Williams vor drei Jahren in Sydney.

Es ist gut möglich, dass ein Großteil der Lehrer von heute wegen Robin Williams Lehrer geworden ist. 1989 brachte der US-Schauspieler als John Keating in Peter Weirs Drama „Der Club der toten Dichter“ die Welt in der konservativen Welton Academy aus den Fugen.

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„Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung“ lauten die Prinzipien des Internats. Doch Keating zitiert Walt Whitman und andere Dichter. Mithilfe der Poesie appelliert er an die Jungen, Gefühle zu zeigen und selbstständig zu denken. So einen Lehrer hätte jeder Schüler gern. Doch Eltern und Kollegen sind im Film noch nicht so weit. Am Ende zerbricht ein Schüler an den Erwartungen seines Vaters und nimmt sich das Leben.

Robin Williams als Lehrer John Keating in Peter Weirs Film „Der Club der toten Dichter“ (1989).

Es gehört zur Tragik von Robin Williams, dass er nun wohl ebenfalls durch einen Suizid umgekommen ist. Der 63-Jährige wurde am Montag leblos in seinem Haus in der Nähe von San Francisco gefunden. Zuletzt litt Williams laut seiner Sprecherin unter Depressionen. Seine dritte Frau Susan Schneider sagte: „Ich hoffe, in den Erinnerungen wird nicht sein Tod vorherrschen, sondern die unzähligen Momente des Spaßes und des Lachens, das er Millionen gab.“

1997 nannte ihn eine Zeitschrift den „lustigsten Menschen der Welt“. Da war Williams dank komisch-tragischer Rollen bereits dreimal für den Oscar nominiert worden – als Radiomoderator in „Good Morning, Vietnam“ (1987), als Lehrer in „Der Club der toten Dichter“ und als Obdachloser in „König der Fischer“ (1991). Bekommen hat er die Trophäe erst 1998 für das Drama „Good Will Hunting“, wo er einen Psychologen spielte.

Zur Person

Geboren: am 21. Juli 1951 in Chicago

Gestorben: am 11. August 2014 bei Tiburon (Kalifornien)

Ausbildung: abgebrochenes Politikstudium, Juilliard-Schauspielschule in New York.

Wichtigste Filme: „Garp und wie er die Welt sah“ (1982)„Good Morning, Vietnam“ (1987), „Der Club der toten Dichter“ (1989), „Zeit des Erwachens“ (1990)„König der Fischer“ (1991), „Hook“ (1991), „Mrs. Doubtfire“ (1993), „Good Will Hunting“ (1997, Oscar als bester Nebendarsteller), „Nachts im Museum“ (2006).

Privates: Williams war zum dritten Mal verheiratet, drei Kinder aus seinen beiden ersten Ehen.

Lustig war Williams schon, als er sich nach einem abgebrochenen Politikstudium in den 70ern an der Juilliard-Schauspielschule in New York ausbilden ließ. Christopher Reeve, der spätere „Superman“, war sein Kumpel. Williams machte sich einen Namen als Stand-up-Comedian und war so spontan, dass die Autoren der Sitcom „Mork vom Ork“ ganze Drehbuchpassagen weiß ließen. Sie wussten, Williams würde schon etwas Lustiges einfallen.

Es gab jedoch auch die andere Seite des Stars, der exzessiv Alkohol trank und Kokain nahm. Sein Freund John Belushi starb 1982 nach einer Drogen-Party. Wenig später wurde Williams zum ersten Mal Vater und änderte sein Leben. Er machte einen Entzug und wurde begeisterter Rennradfahrer.

2006 erlitt er einen Rückfall – vielleicht auch deshalb, weil er nun Nebenrollen spielte und als schlechtester Schauspieler für die Goldene Himbeere nominiert wurde. Im vorigen Jahr kehrte er mit „The Crazy Ones“ auf den Bildschirm zurück. Die CBS-Serie wurde jedoch nach einer Staffel abgesetzt.

Die Kulturredaktion der HNA verneigt sich vor Robin Williams.

Über dem Eingang des Comedy-Clubs Laugh Factory in Los Angeles, wo Williams manchmal auftrat, war am Tag nach seinem Tod zu lesen: „Ruhe in Frieden, bring Gott zum Lachen.“ Wenn das einer schafft, dann Robin Williams.

Reaktionen: Mit einer besonderen Twitter-Aktion haben sich Fans vor Robin Williams verneigt. Unter dem Hashtag #MyCaptain sieht man Bilder von Menschen, die auf einen Tisch steigen – so wie die Schüler in der Schlussszene des Films „Der Club der toten Dichter“, als sie gegen die Suspendierung ihres von Williams gespielten Lehrers protestieren.

Von Matthias Lohr

Erinnerungen an Robin Williams

Beste Szenen aus "Good Morning, Vietnam"

Trailer zu "Der Club der toten Dichter"

Die Schlusszene zum Hashtag #Mycaptain

Reaktionen im Netz

Weitere Tweets finden Sie unter  #RIPRobinWilliams.

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