„Delta Machine“

Neue "Depeche Mode"-CD: "Sind wirklich nervös"

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Depeche Mode

Berlin - Seit mehr als drei Jahrzehnten sind sie im Geschäft. Mit „Delta Machine“ erscheint nun das 13. Album von Depeche Mode. Die Erwartungen der Fans sind enorm - und die drei Briten nervös.

Depeche Mode waren mit ihren Singles öfter in den deutschen Top Ten als jeder andere Act - außer den Beatles. In Deutschland haben sie ihre treuesten Fans, die sich selbst „Devotees“ nennen. Doch die Anhängerschar ist auch eine Bürde für die Musiker: Kaum eine Band wird kritischer von ihrer Gefolgschaft beäugt als das britische Trio. Ihr neues Werk „Delta Machine“ scheint im Gegensatz zum Vorgänger aber auf Wohlwollen zu stoßen.

„Wir sind wirklich nervös, wenn eine neue Platte von uns erscheint“, sagt Keyboarder Andy Fletcher im dpa-Gespräch, denn die Fans von Depeche Mode hätten immer sehr viel zu meckern. „Aber diesmal sieht es so aus, als würden sie die Platte mögen, also müssen wir mal was richtig gemacht haben“. Depeche Mode wollen zu ihren Fans ebenso loyal sein wie diese zur Band. Die Elektrorocker können sich schließlich inzwischen fest darauf verlassen, dass die getreue Basis jede Veröffentlichung an die Spitze der Charts treibt - auch diesmal lautet die Prognose Platz eins.

Dabei ist die mittlerweile auch nicht mehr so neue Neuausrichtung von Depeche Mode - weg vom Pop und hin zu Rock, Blues und Soul - bei den allerwenigstens Fans beliebter als die große Popgeste Ende der 80er Jahre. „Delta Machine“ ist trotz anderslautender Ankündigungen von Sänger Dave Gahan keine Mischung aus „Violator“ und „Songs of Faith and Devotion“ geworden; eher das Gegenteil.

Fletcher spricht deshalb auch lieber von „kraftvollem Minimalismus“, der, so hoffe er, „für sich stehen kann und nicht mit anderen Alben zu vergleichen ist“. Aber natürlich sei ihm klar, dass die Band diese Einschätzung erst in etwa einem Jahr abgeben kann: „Wir haben jetzt jeden Song ungefähr tausendmal gehört - da kann man einfach kein Urteil mehr fällen“.

Doch eigentlich kommt Andy Fletcher neben seinem Job als Keyboarder genau diese Aufgabe zu: Er ist die Kontrollinstanz bei Depeche Mode. Sein Favorit auf „Delta Machine“ ist die erste Single „Heaven“. Warum? „Es ist einfach ein starker Song, sehr melodiös, sehr klassisch“, meint der 51-Jährige. Man könnte fast heraushören, dass ihm diese Attribute bei den anderen Songs fehlen. Und genau das ist das Hauptproblem der meisten Fans mit den Depeche-Mode-Alben der Neuzeit: Ein Hauch zuviel Experiment, ein Tick zuwenig Melodie.

„Delta Machine“ ist ein ebenso obskures wie vorhersehbares Album geworden. Die Sounds - schon immer ein integraler Bestandteil des Depeche-Mode-Universums - lassen kaum Wünsche offen; es knarzt, blubbert und fiept alles fröhlich und detailverliebt vor sich hin. Die retrofuturistischen Klanggerüste können aber oft nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei all der elektronischen Spannkraft der melodische Knalleffekt fehlt. Meistens jedenfalls, denn bei den Vorgängern hat auch „Delta Machine“ kompositorische Höhepunkte.

Casting-Shows: Was wurde aus den Gewinnern?

Mehrzad Marashi gewann die siebte Ausgabe von DSDS, in deren Finale er sich gegen Menowin Fröhlich durchsetzte. Sein eigens für ihn komponierter DSDS-Song "Don't Believe" erreichte zwar Platz eins in den deutschen Charts. Doch danach hielt sich auch sein Erfolg in Grenzen. Eine geplante Tournee im August 2010 musste wegen zu geringer Nachfrage abgesagt werden. Ende 2011 veröffentlichte er digital die Single "Eine Nacht", jedoch erreichte diese keine Chartplatzierung © dpa
Der Gewinner der 6. Staffel von Deutschland sucht den Superstar, Daniel Schumacher, kündigt für das Frühjahr 2012 sein drittes Album an. © dpa
Hätten Sie sie erkannt? Florence Joy ist die „Star Search“ Gewinnerin 2004. Nach einem Plattenvertrag mit Universal Musik machte sie weiter Musik. Daneben trat sie im Fernsehen auf. Seit 2008 ist die junge Sängerin verheiratet. © dpa
Star Search kürte gleich mehrere Gewinner. Maureen Sauter war das beste Model. Gehört hat man von einer großen Laufsteegkarriere nichts. © dpa
Star Search Gewinner 2004. (v. Links) Oliver Beerhenke (Comedian), Maresa (Music Act 10-15), Oliver Tienken (Model), FlorenceJoy Büttner und Moderator Kai Pflaume © dpa
Sie waren die Gewinner der ersten Castingshow im Deutschen Fernsehen. No Angels landeten danach mit „Daylight in your Eyes“ ihren ersten großen Hit. Anfänglich lief Popstars auf RTL2. Die Truppe hat sich inzwischen getrennt, wieder zusammengetan - ein Ende ist nicht in Sicht. © dpa
Jessica Wahls ist inzwischen Mutter, wurde für den Playboy abgelichtet und hat für Neckermann ihre eigene Modelinie „Mäuselinchen“ entworfen. © dpa
Lucy Diakowska outete sich als „Lesbe“. Sie verfolgt erfolgreich ihre Solokarriere. Neben Musicalauftritten singt sie für Disney. © dpa
Mit den No Angels hat sie ein neues Album herausgebracht: Nadja Benaissa. © dpa
Sandy Mölling ist alleinerziehende Mutter und arbeitet als Moderatorin. Zuletzt war sie auf SAT1 zu sehen. © dpa
Alexander Klaws ist der erste DSDS - Gewinner. 2004 setzte er sich gegen die Konkurrenten durch. So richtig wollte es mit der Musikkarriere nicht klappen. Heute singt er in Musicals. © dpa
Thomas Godoj gewann 2008 bei DSDS. Er arbeitet als Sänger und geht demnächst auf Tour. © dpa
Tobias Regner - nach seinem Sieg 2006 ist er immer noch im Musikgeschäft. Zuletzt spielte er auf einem Konzert gegen Kinderarmut. © dpa
Auch für die Gewinnerin von 2004 blieb die ganz große Karriere ein Traum. Elli Erl spielt heute in Clubs und Cafés. © dpa
Vincent Raven wollte der neue Uri Geller werden. 2008 gewann er die gleichnamige Show. Er tritt gemeinsam mit seinem Raben Corax als Magier auf. Auf seiner Homepage findet man alles rund um die Magie. © dpa
Er gewann beim Star Search 2003 einen Plattenvertrag. Sein Lied “Angel of Berlin“ landete auf Platz 1 der Charts. Danach wurde es ruhig um ihn. Jetzt rechnete er mit dem Castingwahn ab. “Sex, Drugs & Castingshows“ erschien im September 2009 als Buch. Im Januar 2012 zog Kesici in den RTL-Dschungel - und zog nach wenigen Tagen freiwillig wieder aus. © dpa
2002 hieß der Gewinner bei den Popstars Bro`sis. Nach der Trennung 2006 und dem gescheiterten Comback 2008 hat man von der Gruppe nicht mehr viel gehört. © dpa
Giovanni Zarella blieb zumindest im Gespräch. Die Schwangerschaft seiner Frau, Jana Ina, wurde als Doku-Soap auf Pro7 gezeigt. © dpa
Monrose gewannen 2006 bei den Popstars. Inzwischen hat sich die Girlie-Band getrennt. Ihre CD “Walking away“ erschien erst gar nicht auf dem Markt. Trotzdem erhielten sie den “Comet2009“ als „Beste Band“ © dpa
Sie gewannen 2004 bei Popstars und trennten sich 2005 und versuchen sich, erfolglos, als Solokünstler. Markus Grimm schrieb gemeinsam mit Martin Kesici, „Sex, drugs & Castingshows“. © dpa
Overground waren 2003 die Gewinner bei Popstars. Die Gruppe gibt es heute noch. Seit der Sänger, Fabrizio Levita, die Band verließ, hört man kaum noch etwas von ihnen. © dpa
Gleichzeitig mit Overground wurde bei Popstars 2003 die sexy Girlband Preluders gefunden - sie verdrehten bis 2006 den Jungs die Köpfe. Wegen mangelnden Erfolgs lösten sie sich auf. © dpa
Vor einem Jahr gewannen „Queensberry“ bei den Popstars. 2009 wurden sie mit einem „Comet“ ausgezeichnet. © dpa
2007 hießen die Gewinner Room2012. Ihr letztes Album erschien 2008. Nebenbei nahmen sie bei Castingshows wie Stefan Raabs „SSDSSSWEMUGABRTLAD“ teil. © dpa
Was Stephan Raab anfasst hat Erfolg. 2004 gewann Max Mutzke bei „SSDSGPS“. Auch heute feiert er noch mäßigen Erfolg. © dpa
Bei „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“ gewann Stephanie Heinzmann. In diesem Jahr wurde sie mit dem „Comet“ ausgezeichnet. Als beste Sängerin. © dpa
Barbara Meier wurde 2007 „Germany´s Next Top Model“. Sie ist inzwischen „Eine“ von vielen. Demnächst möchte sie nach New York. © dpa
Jennifer Hof gewann 2008. Von einer ganz großen Modelkarriere keine Spur. Hier beim Musical „Tanz der Vampire“ © dpa
Lena Gercke ist die erste Gewinnerin von Germany´s next Top Model. 2006 war die Idee noch frisch und neu. Sehnte man sich doch nach einer Nachfolgerin für Claudia Schiffer oder Heidi Klum, die inzwischen Mütter sind. © dpa
Sara Nuru ertrug eine Menge in der Staffel 2009. Größtes Vorurteil in den Shows war, dass dunkelhäutige Models sich nicht wirklich durchsetzten könnten. Sara hat jetzt die Chance, ihnen das Gegenteil zu beweisen! © dpa
Eddie Leo Schruff (Mitte) gewann 2003 bei „Die Deutsche Stimme“ vom ZDF. Heute arbeitet der ehemalige Sportlehrer mit Kindern. Singen gehört aber nach wie vor zu seinen Leidenschaften. © dpa
Michael Hirte war der Gewinner in „Supertalent 2008“. Heute ist er bekannt als „Mann mit der Mundharmonika“. Meist gibt er Weihnachtskonzerte und tingelt durch Deutschland. © dpa
Dennis Jauch gewann 2007 in „You Can dance“ auf Sat1. Er unterrichtet heute in der elterlichen Tanzschule. © dpa
„Ich Tarzan, du Jane“ - hinter dem nicht besonders intelligenten Titel verbarg sich eine gute Idee. Anton Zetterholm und Elisabeth Hüber gewannen in der Castingshow, ihre Rollen in dem Disneymusical „Tarzan“ © dpa
Für „Wickie und die starken Männer“ wollte Michael „Bully“ Herbig Gesichter, die unbekannt sind, aber den Zeichentrickfiguren entsprechen. In seiner Castingshow hat er sie gefunden. Jörg Moukkadam (v. links), Mike Maas, Christian Koch, Nic Romm, Partick Reichel und Olaf Krätke. © dpa
So berühmt wollten sie werden: Kenny (2005), U_gin (2006), Dennis (2007) und Georgina (2008) gewannen bei ViVa den „Dance Star“. Wie weggezaubert, Jan Becker. Er gewann bei Uri Geller 2009. Auch von Pierre, der 2002 bei RTL II zum „Teenstar“ wurde, hörte man nichts mehr. © dpa
Bald ein alter Schuh? „Energetix, die   „Germany´s next Showstars“ wurden, müssen sich noch beweisen. Fame Academy Gewinner, „Become One“ schafften es nicht. Sabrina Frank hat in (Mission) Hollywood noch nicht Fuß gefasst. Die Einschaltquoten bei RTL waren schlecht. © dpa
Auch KI.KA zog mit. Die Gewinner „Beste Stimme“ Selina (2006) und Jenny (2007) dürfen irgenwann beweisen, wie gut sie sind. Besser hoffentlich als Ricardo Marinello, er gewann 2007 beim „Supertalent“ und....verschwand aus der Öffentlichkeit (Symbolbild). © dpa

Neben „Heaven“ trifft auch „Secret to the End“ mit seinem repetitiven Refrain sicher den Popnerv; der Bluesrocker „Soothe my Soul“ könnte zu einem Medley aus „Personal Jesus“, „John The Revelator“ und „I feel you“ passen. Im Hause Depeche Mode ist also unterm Strich wieder alles mehr oder weniger beim Alten geblieben. Eine einschneidende Veränderung aber gab es doch: Nachdem fast 30 Jahre lang alle Tonträger von Depeche Mode beim Londoner Indielabel Mute erschienen waren, wird „Delta Machine“ nun vom Branchenriesen Sony und dessen Marke Columbia unters Volk gebracht - eine indirekte Folge der Übernahmeschlachten im Musikgeschäft.

Dennoch prangt auf dem Cover neben den Logos von Sony auch das Zeichen von Mute Records. Fletcher erklärt, „Delta Machine“ habe zwar geschäftlich nichts mit der Firma ihres Freundes und Mentors Daniel Miller zu tun - dennoch habe die Band darauf bestanden, das Logo auf der Platte zu haben. Depeche Mode seien Mute Records treu ergeben, sagt Fletcher. Er benutzt dafür das Wort „devoted“.

dpa

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