"Heaven can wait"

Dirk Bach im engsten Kreis beigesetzt

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Das Grab von Dirk Bach

Köln - In aller Stille ist der Schauspieler Dirk Bach in Köln beigesetzt worden. Seine Urne wurde am Sonntag in der Abenddämmerung auf dem Kölner Melatenfriedhof begraben.

Das teilte der Bestatter Christoph Kuckelkorn am Montag mit. Engste Freunde hätten am Samstagabend „in einer sehr persönlichen und emotionalen Trauerfeier“ von dem 51-Jährigen an dessen aufgebahrten Sarg Abschied genommen. Zur musikalischen Untermalung wurde vielsagenderweise „Heaven Can Wait“ von Meat Loaf und "Unfinished Business“ von Boy George gespielt. Darüberhinaus waren die Lieder „Crash! Boom! Bang!“ von Roxette, „Hello Again“ von Neil Diamond und „Halt Mich“ von Herbert Grönemeyer zu hören. Von Dirk Bach selbst stammte das Lied „Kleiner Vogel“.

Dirk Bach - Fotos aus dem Leben des Paradiesvogels

Dirk Bach verstarb völlig überraschend am 1. Oktober 2012 in Berlin. © dpa
Wir zeigen Ihnen einige Bilder aus dem Leben des Paradiesvogels. © dapd
Dirk Bach wurde am 23. April 1961 in Köln geboren. © dpa
Der Höhepunkt seiner Karriere: Zusammen mit Sonja Zietlow moderierte er von 2004 bis 2011 insgesamt sechs Staffeln des Dschungelcamps "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus". © RTL/Ruprecht Stempell/dpa
Er war als Moderator, Schauspieler und Synchronsprecher erfolgreich. © dapd
Seinen Durchbruch im Fernsehen schaffte er 1992 mit der Dirk Bach Show auf RTL. © dpa
Auch in der Sat.1-Show "Schillerstraße" stellte er sein komödiantisches Talent regelmäßig zur Schau und brachte seine Fans zum Lachen. © dapd
Die TV-Sendung Lukas brachte ihm 1996 den Telestar, 1999 den Deutschen Comedypreis und 2001 die Goldene Kamera. © dapd
Privat engagierte sich der bekennende Schwule für die Gleichberechtigung von Homosexuellen. © dapd
1999 gab er seinem langjährigen Lebensgefährten das Eheversprechen. Heiraten wollte er, sobald die homosexuelle Ehe der heterosexuellen gleichgestellt  ist. © dpa
Außerdem war er als bekennender Tierschützer bekannt und unterstützte die Organisation PETA. © dapd
2008 wurde er mit dem Reminders Day Award für sein Engagement im Kampf gegen HIV und AIDS ausgezeichnet. © dpa

Dirk Bach war vor einer Woche in Berlin im Alter von 51 Jahren gestorben. Er stammte aus Köln und wohnte dort auch. Auf dem 200 Jahre alten Melatenfriedhof liegen zahlreiche bekannte Persönlichkeiten begraben, darunter der Gewerkschaftsführer Hans Böckler, der Schriftsteller Heinz Günther Konsalik, der Schauspieler Willy Millowitsch und der SPD-Politiker Heinz-Jürgen Wischnewski.

„Du warst ein liebesguter Mensch“

Treue Fans und Weggefährten nutzten am Montag die Gelegenheit zum Abschiednehmen. Sie trugen sich in einem Kölner Bestattungshaus in Listen ein, die später den Hinterbliebenen übergeben werden sollen. Ein Gast schrieb: „Danke Dirk. Dein Hajo.“ In einer anderen Zeile hieß es: „Lieben Dank für die schönen Stunden. Du warst ein liebesguter Mensch.“ Einigen Trauernden standen Tränen in den Augen. Manche waren bereits vor der Öffnung des Hauses gekommen.

Ein großes Porträt von Dirk Bach vor schwarzen Hintergrund empfing die Fans im Eingangsbereich. Darauf trug der Schauspieler Kappe, Bart und ein verschmitztes Lächeln. Vor dem Bild schimmerten mehrere Kerzen. Aus den Boxen waren fast ausschließlich Lieder von Dirk Bach zu hören, darunter die Parodie auf „Ice, Ice Baby“ (Vanilla Ice) namens „Mett, Mett Baby“ sowie die Single „Wir sind deine Kinder“. 

Anzeige nach Hetze

Derweil hat der Lesben- und Schwulenverband die Betreiber und Autoren des Internetportals „kreuz.net - katholische Nachrichten“ wegen Volksverhetzung angezeigt, nachdem auch über den bekennenden Homosexuellen Bach hergezogen worden war. Das Portal hetze seit Jahren gegen Homosexuelle und Transsexuelle und gegen alle, die sich für deren Rechte einsetzten, erklärte der Sprecher des Verbandes, Manfred Bruns, am Montag in Berlin.

Der mangelnde Respekt einem Toten gegenüber habe den Verband zu der Anzeige veranlasst. Die Anonymität der Macher müsse ein Ende haben.

dapd/dpa

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