Medikamente gefunden

Dirk Bach: Todesursache steht offenbar fest

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Dirk Bach starb wahrscheinlich an Herzversagen.

Berlin - Der Schauspieler Dirk Bach ist aller Wahrscheinlichkeit nach an Herzversagen gestorben. In der Wohnung des 51-Jährigen wurden Medikamente gefunden.

Der Schauspieler Dirk Bach ist wahrscheinlich an Herzversagen gestorben. Eine Obduktion der Leiche des 51-Jährigen sei nicht vorgesehen, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Holger Freund, am Dienstag. In Bachs Appartement seien Medikamente gegen Bluthochdruck, Herzinsuffizienz sowie Cholesterinsenker gefunden worden.

Zum Zeitpunkt seines Todes sei Bachallein in der Wohnung im Ortsteil Lichterfelde gewesen. Zuletzt sei der Schauspieler am Sonntag gegen 14.00 Uhr lebend gesehen worden. Am Montag gegen 16.20 Uhr wurde er gefunden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt. Die Leiche werde nun zur Beerdigung freigegeben. Der Kölner Beerdigungsunternehmer Christoph Kuckelkorn sagte, einen Termin für die Bestattung gebe es noch nicht.

Bachs Herzprobleme waren einigen seiner Kollegen wohl bekannt. Der Kölner „Express“ zitierte den Moderator Ross Antony mit den Worten: „Er hatte mit mir immer mal wieder über seine Herzbeschwerden gesprochen. Deswegen war er wohl auch öfter im Krankenhaus.“

Dirk Bach - zwischen Dschungel und Sesamstraße

Dirk Bach hat als schriller Comedian ebenso Erfolge gefeiert wie als ernster Schauspieler. Stationen seiner Karriere: © dpa
1984: Als Showmaster Willi Wunder spielt er neben Barbara Valentin und Billie Zöckler in der Kino-Komödie „Im Himmel ist die Hölle los“. © dpa
1984-1986: Den Durchbruch als Schauspieler bringt seine Rolle in Wilhelmine von Hillerns „Geierwally“ im Kölner „Theater in der Filmdose“. Mit Gastspielen in ganz Deutschland gibt es mehr als 300 Vorstellungen. © dpa
1988: Als Puck in Benjamin Brittens „Sommernachtstraum“ steht Bach auf der Bühne der Kölner Oper. © dpa
1989-1992: Bach tritt mit seinem Soloprogramm „Edgar“ auf zahlreichen Kleinkunstbühnen der Bundesrepublik auf. © dpa
1992: Er wird festes Ensemble-Mitglied im Kölner Schauspielhaus; er spielt unter anderem in „Die Räuber“ von Friedrich von Schiller, „Bauerntheater“ von Franz-Xaver Kroetz oder „Was ihr wollt“ von William Shakespeare. © dapd
1992-1994: RTL erreicht mit 26 Folgen der „Dirk-Bach-Show“ ein Millionenpublikum. © dapd
1995-2001: Die Comedy-Serie „Lucas“ mit Bach in der Titelrolle eines kauzigen Schauspielers läuft erfolgreich im ZDF. © dpa
2000-2007: Dirk Bach hat zahlreiche Auftritte in der „Sesamstraße“. © dpa
2001-2003: In der Fernsehserie „Der kleine Mönch“ löst er als pfiffiger Klosterbruder für das ZDF zahlreiche Kriminalfälle. © ZDF/Max Kohr
2003: Der Kurzfilm „Karlchens Parade“ mit Bach als Titelheld wird unter anderem auf der Berlinale gezeigt. © dpa
2004: Dirk Bach und Sonja Zietlow moderieren die erste von sechs Staffeln der RTL-Dschungel-Show „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“. © dapd
2005: Sat.1 sendet Max Kruses „Urmel aus dem Eis“ als Fernsehfilm mit Dirk Bach (Urmel) an der Seite von Ralf Schmitz, Mirja Boes, Barbara Schöneberger und Heinz Hoenig. © dpa
2006: Bach liest „Die Mumins - eine drollige Gesellschaft“ von Tove Jansson und „Die dreizehneinhalb Leben des Käpt'n Blaubär“ von Walter Moers als Hörbücher. © dpa
2010: Die Hörbücher von Max Kruses „Eine Schultüte von Geschichten“ erscheinen mit Dirk Bach als Sprecher. © dpa
2011: Die Premiere des Musicals „Kein Pardon“ von Hape Kerkeling mit Dirk Bach als Showmaster Heinz Wäscher wird in Düsseldorf gefeiert. © dpa

Bach hatte sich in Berlin vorübergehend ein Appartement gemietet, weil er dort ein Engagement am Schlossparktheater hatte. Er sollte dort ab Samstag die Titelrolle in „Der Kleine König Dezember“ spielen. Nun sei das ganze Ensemble erschüttert, sagte am Dienstag der Sprecher des Theaters, Harald Lachnit. Am Vortag war die erste Hauptprobe für „Der Kleine König Dezember“ angesetzt gewesen, Bach erschien aber nicht, was für ihn sehr untypisch war.

Deshalb fuhr der Regisseur des Stücks, Lorenz Christian Köhler, selbst in Bachs Hotel-Appartement. Mit einer Hausangestellten öffnete er die Wohnung und fand dort den leblosen Bach. Daraufhin rief der Regisseur Feuerwehr und Notarzt. Es war aber nicht mehr möglich, ihn zu reanimieren.

Unklar ist, wie es nun mit „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ weitergeht, der Sendung, die Bach seit 2004 zusammen mit Sonja Zietlow moderiert hatte. Zietlow veröffentlichte am Dienstag auf ihrer Website eine kleine Hommage an ihren Kollegen: „Was wir mit dir erleben durften, war mehr als Beruf. Jeder Aufenthalt mit dir in Australien war eine Kur von allem, woran unsere Branche krankt.“ RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt bezeichnete Bach als „Ausnahmeerscheinung“. Alle im Sender würden ihn sehr vermissen. Am Freitag (5. Oktober) zeigt RTL um 21.15 Uhr eine Sondersendung, in der Frauke Ludowig sein Leben nachzeichnet und Weggefährten und Freunde zu Wort kommen lässt.

Dirk Bach - Fotos aus dem Leben des Paradiesvogels

Dirk Bach verstarb völlig überraschend am 1. Oktober 2012 in Berlin. © dpa
Wir zeigen Ihnen einige Bilder aus dem Leben des Paradiesvogels. © dapd
Dirk Bach wurde am 23. April 1961 in Köln geboren. © dpa
Der Höhepunkt seiner Karriere: Zusammen mit Sonja Zietlow moderierte er von 2004 bis 2011 insgesamt sechs Staffeln des Dschungelcamps "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus". © RTL/Ruprecht Stempell/dpa
Er war als Moderator, Schauspieler und Synchronsprecher erfolgreich. © dapd
Seinen Durchbruch im Fernsehen schaffte er 1992 mit der Dirk Bach Show auf RTL. © dpa
Auch in der Sat.1-Show "Schillerstraße" stellte er sein komödiantisches Talent regelmäßig zur Schau und brachte seine Fans zum Lachen. © dapd
Die TV-Sendung Lukas brachte ihm 1996 den Telestar, 1999 den Deutschen Comedypreis und 2001 die Goldene Kamera. © dapd
Privat engagierte sich der bekennende Schwule für die Gleichberechtigung von Homosexuellen. © dapd
1999 gab er seinem langjährigen Lebensgefährten das Eheversprechen. Heiraten wollte er, sobald die homosexuelle Ehe der heterosexuellen gleichgestellt  ist. © dpa
Außerdem war er als bekennender Tierschützer bekannt und unterstützte die Organisation PETA. © dapd
2008 wurde er mit dem Reminders Day Award für sein Engagement im Kampf gegen HIV und AIDS ausgezeichnet. © dpa

Der Schriftsteller Axel Hacke zeigte sich bestürzt. „Ich bin natürlich wahnsinnig traurig und schockiert“, sagte der Autor des Stücks „Der Kleine König Dezember“ in München der Nachrichtenagentur dpa. Die Redaktion der „Sesamstraße“ erinnerte an Bachs großes Herz für Kinder, die Bundesvorsitzenden der Grünen, Claudia Roth und Cem Özdemir, an sein Engagement „gegen HIV und Aids, für Opfer von Folter und Gewalt, für Tierrechte und Umweltschutz“.

dpa

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