"Ich bin ein star - Holt mich hier raus"

Dschungelcamp: König oder Dödel

„Ich habe die dicksten Eier“: Melanie Müller beißt zu, Marco Angelini muss passen. Foto: rtl

Es gab auch am Dienstagabend bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ einen Moment, bei dem man erschrocken dachte: Jetzt drehen sie wirklich durch, die im Dschungelcamp verbliebenen Kandidaten.

Das war, als die lustige Larissa Marolt und der grummelige Winfried Glatzeder darüber spekulierten, was einen Dschungelkönig auszeichnet: Ob er das „Überleben“ im Dschungel garantieren, seine Truppen zusammenhalten oder genug Minister und Leibeigene haben müsse. Winfried: „Der König delegiert.“ Bloß irgendein Dödel dürfe er nicht sein.

Es ist die reine Comedy. Und besonders komisch, wenn die Kandidaten darüber sinnieren, wie ihre Außenwirkung ist. Wir beobachten Beobachter beim Beobachten, der Soziologe Niklas Luhmann hätte seine Freude gehabt. Gabby sagt es so: „Voll die Freakshow. Das sind alles kranke Menschen.“

Melanie Müller jedenfalls, die sächsische Dschungelmutti, hat sich mit dicken Tränen und „den dicksten Eiern“ bei einer wiederum sehr taffen „Übung“, wie Winfried immer so schön sagt, im Rennen zum Königsthron weit nach vorn geschoben. Dschungeldoktor Marco Angelini, der mal Vierter bei DSDS war, minimierte hingegen auch hier seine Finalchancen, weil er bloß staunend zusah, wie selbstverständlich und herzhaft Melanie in Schafshirn („das schmeckt ganz lecker, Mann“) und Truthahnhoden, lebende Mehlwürmer und Buschhirnpenis biss. Er selbst, der „Schluchtenwendler und Alpenmola“ (Daniel Hartwich) brachte nichts runter, Skorpione sind schließlich keine Marillenknödel, wie er feststellte, was „Du bist a Viech“ Melanie zur Klarstellung veranlasste: „Wir essen auch nicht jeden Tag Penis.“ Aha.

„Jeder muss seinen Beitrag leisten, damit die Zuschauer ihren Spaß haben“, verlangte Winfried. Die angebliche Komikerin Tanja Schumann („ich bin ja nicht besonders lustig oder unterhaltsam“) verweigerte den ihren erneut, im Camp muss sie trotzdem bleiben, weil sich Lästermaul und Ex-Queensberry Gabriella De Almeida Rinne als noch viel größere Nervensäge als Larissa erwies. Sie werde als „die falsche Schlange reingeschnitten“, fürchtete sie, tat aber mit geflüsterten Gemeinheiten alles dafür, dass genau das passierte. Auch Marco gab da übrigens keine gute Figur ab. „Ich hab ihr Loyalität geschworen“, auf solche Versprechen Gabbys konnte Larissa also pfeifen. Treffender war da schon: „Ich bin nicht hier, um Freunde zu finden.“ Und Tschüss.

Winfried wartet unterdessen darauf, dass endlich ein RTL-Verantwortlicher auftaucht und sich für seine hervorragende „berufliche Arbeit“ bedankt („die haben mich ja nicht von der Straße geholt“), die vor allem darin besteht, Larissa zu schurigeln.

Die fühlt sich allein: „Ich bin der letzte Moskito“, und zwar überall fehl am Platz. In Melanie, die eine kleine Cousine wie Larissa und sich deshalb halt an deren „nervische Ader“ gewöhnt hat, gewinnt sie zwar eine Art Vertraute. Von den Männern wird sie aber rumgeschubst, „rumschikaniert wie a Trottel“. Das arme Ding musste sich nicht nur einer nächtlichen Rattenattacke erwehren, sondern auch Jochen Bendels Kommandoton und Winfrieds Versprechen, er werde alles dafür tun, dass Larissa im „Kampf um die Kohle“ nicht obsiegt.

Schon das ist ein Grund, Larissa die Daumen zu drücken. Vielleicht sollte RTL den Hausburschen Engelbert und den Abspüler Pauli aus dem Hotel Marolt in Kärnten schon mal zum Finale einfliegen. Larissas Reaktion allerdings war auch nicht gerade fein: „Winfried, ich hoffe, du kannst bis ans Ende nicht mehr kacken.“

Von Mark-Christian von Busse

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