Die Moderatoren Zietlow und Bach polarisieren

Wird zu heftig gelästert im Dschungelcamp?

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Fallen nicht nur durch spitze Bemerkungen, sondern auch durch bunte Kleider auf: Sonja Zietlow und Dirk Bach, die Moderatoren des RTL-Dschungelcamps.

Auch in der fünften Staffel lästern sie wieder: Sonja Zietlow und Dirk Bach, Moderatoren von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". Je größer der Ekelfaktor der Sendung, desto mehr amüsieren sich Millionen von Zuschauern jeden Abend über die mehr oder weniger bekannten Prominenten.

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Von ihrem Einzug in das Dschungelcamp erhoffen sie sich einen neuen Schub für ihre mehr oder weniger längst vergessenen Karrieren. Dafür müssen sie nicht nur Maden essen und pürierte Rattenschwänze trinken, sondern auch jede Menge Häme und satirische Bemerkungen von dem Moderatoren-Duo einstecken.

Die verbalen Giftpfeile sorgen für Erheiterung beim Publikum - aber auch für Empörung. Gehen die Lästereien von Sonja Zietlow und Dirk Bach zu weit? Ein Pro und Kontra aus der Redaktion.

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Pro: Immer auf die Schwachen

Mark-Christian von Busse (42) findet den Zynismus widerlich.

Was mich an der Dschungelshow stört, ist nicht das Lästern als solches. Den Spott des Zynikers Harald Schmidt sehe ich oft mit großem Vergnügen. Er widmet sich aber meist Prominenten, für die der alte Harry-Truman-Spruch gilt: Wer keine Hitze verträgt, hat in der Küche nichts verloren.

Dirk Bach und Sonja Zietlow lästern über Kandidaten, bei denen man fürchten muss, dass sie nicht wissen, was sie tun. Die naive Hoffnung der Dschungelcamp-Insassen, Popularität oder einen Karriere-Schub zu erlangen, ist eher Mitleid erregend. Dass sie sich freiwillig blamieren wie die egozentrische Sarah, ist das eine - und deren Sache. Die Gehässigkeit der Moderatoren jedoch ist, als würde man diejenigen treten, die längst wehrlos am Boden liegen: unanständig.

Viel ist vom Mobbing auf den Schulhöfen die Rede, von der Häme, mit der alle gegeißelt werden, die nicht perfekt sind, die Schwäche zeigen. Kein Wunder, wenn solches Mobbing wie eine Epidemie um sich greift - bei solchen Vorbildern. vbs@hna.de

Kontra: Die Teilnehmer sind Profis

Sonja Broy (25) findet die Lästereien in der Show in Ordnung.

Die Teilnehmer des Dschungelcamps wissen genau, worauf sie sich einlassen. Im Gegensatz zu den Kandidaten, die in Casting-Shows wie "Deutschland sucht den Superstar" bloßgestellt werden, sind sie Medienprofis.

So wurde das bevorzugte Opfer der Verbalattacken, Sarah Knappik, erst mithilfe einer Fernsehsendung bekannt. Das Team um Heidi Klum dichtete ihr schon bei "Germany's next Topmodel" das Image einer wenig intelligenten Zicke an. Sonderlich getroffen scheint sie das nicht zu haben - sonst hätte sie sich wohl kaum freiwillig auf die Dschungel-Show eingelassen.

Bach und Zietlow schießen nicht über das Ziel hinaus, sondern sind mit ihrem liebevollen Zynismus erst der Grund zum Einschalten. Das wissen die Möchtegern-Stars nur allzu genau, schließlich wurde auch in den vorherigen vier Staffeln schon ordentlich gelästert. Sie wollen wieder ins Rampenlicht und lassen sich von RTL bezahlen. Dafür gebührt ihnen kein Mitleid. sob@hna.de

Der Gagschreiber: Jens Oliver Haas

Das bissige Moderatoren-Team bekommt die Sprüche geliefert - auf Karteikärtchen, angefertigt von Sonja Zietlows Ehemann, dem Autoren Jens Oliver Haas.

Um 18 Uhr trinkt er Kaffee, macht Sport und fährt los zum RTL-Basislager im australischen Dschungel, um mit dem Schreiben der Wortwitze loszulegen, die Kaffeekanne in greifbarer Nähe. Um halb zwei nachts muss er fertig sein. Dann kommen seine Frau und Dirk Bach im Camp an. Während des Schminkens lernen sie die Texte. Gegen 7 Uhr morgens australischer Zeit startet die Sendung mit einer Live-Schaltung.

Seit sieben Jahren sind Zietlow und Haas verheiratet. Schon seit der ersten Dschungelcamp-Staffel legt der 43-Jährige seiner Frau die Worte in den Mund. Das hat er bereits für andere Moderatoren getan: Oliver Geißen, Hape Kerkeling und Günther Jauch.

Über seine Arbeit für die Ekel-Show sagt er: "Fern der Heimat dürfen wir uns einmal im Jahr sprachlich so richtig austoben. So entstehen Drehbücher, die es in Deutschland nie geben würde." (sob)

Einige Sprüche

"Willkommen in der Schmuckschatulle der deutschen Hochkultur."

Zietlow zur Begrüßung

"Sie ist wieder auferstanden. Wie Sarah jetzt sagen würde: Wie Felix aus der Asche."

Bach über Sarah Knappik

"Das ist jetzt das dritte Mal, das Sarah abbricht. Nach dem Realschulabschluss und der Friseurlehre die Dschungelprüfung."

Zietlow über Sarah Knappik

"Australien ist ein bisschen wie das Katy Karrenbauer der Südhalbkugel: das Wasser bis zum Hals und jede Menge Schulden."

Zietlow über Katy Karrenbauer

"Mit ihrem ehrlichen, aber unbequemen Führungsstil steht sie in einer Reihe mit starken Frauen wie Imelda Marcos und Margot Honecker."

Zietlow über Sarah Knappik

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