Das Ende eines Traums: Kerner gibt sein Magazin auf

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Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung von Dienstag will der TV-Moderator sein Magazin "Kerner" beim Fernsehsender Sat.1 aufgeben.

Berlin - Um eine Hoffnung ärmer sind Sat.1 und Johannes B. Kerner: Der 46-Jährige gibt sein Donnerstagsmagazin auf. Mangelnder Zuspruch ist die Hauptursache.

Zuerst hat er geträumt, dann hat er gebangt, schließlich wieder gehofft. Doch nun hat Johannes B. Kerner seinen Mitarbeitern am Dienstag verkündet, dass er zum Jahresende sein Magazin “Kerner“ bei Sat.1 beenden werde. “Ja, es stimmt, Johannes B. Kerner wird am 15. Dezember in Form eines Jahresrückblicks zum letzten Mal sein Magazin präsentieren“, sagte eine Sprecherin des Münchner Privatsenders und bestätigte damit einen Bericht der “Bild“-Zeitung.

Mit großen Erwartungen war der damals 44-jährige Hoffnungsträger, der früher schon bei Sat.1 aktiv war, im Jahr 2009 vom ZDF zu seinem alten Sender gewechselt. Mit ihm würden auch die vielen Stamm-Zuschauer, die vorher sein mehrfach die Woche ausgestrahltes Magazin im ZDF gesehen hatten, abwandern, hatte der gebürtige Bonner insgeheim gedacht. Doch die Spekulationen erfüllten sich nicht. Der ZDF-Zuschauer wechselt nicht einfach zu Sat.1 - auch nicht wegen Kerner.

Fernsehpreis: Diese Stars und Sternchen waren dabei

Am Sonntag wurde in Köln der Deutsche Fernsehpreis verliehen. Alles was im TV Rang und Namen hat, zeigte sich bei der Gala von seiner besten Seite. Sehen Sie hier die schönsten Bilder der Preisträger und vom roten Teppich. © dpa
Der Schauspieler und Entertainer Joachim Fuchsberger bedankt sich für den Fernsehpreis, den er für sein Lebenswerk erhalten hat. © dpa
Der Schauspieler Jörg Hartmann freut sich über die Auszeichnung als bester Schauspieler. © dpa
Die Komikerin Anke Engelke (l) nimmt den Fernsehpreis für die beste Comedy von Johannes B. Kerner entgegen. © dpa
Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar erhält die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Information" für seine Berichterstattung als Experte im Rahmen der Fukushima-Katastrophe. © dpa
Der Journalist und Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert wird in der Kategorie "Besondere Leistung" für seine Berichterstattung über die Hochzeit des britischen Prinzen William ausgezeichnet. © dpa
Stefan Raab nimmt den Publikumspreis als bester Entertainer entgegen. © dpa
Der Schauspieler Jonas Nay (M) © dpa
Jonas May erhielt die Auzeichnung in der Kategorie "Förderpreis" für seinen Auftritt in "Homevideo". © dpa
Der Schauspieler Maximilian Simonischek freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Bester Mehrteiler" für den Film "Hindenburg". © dpa
Comedian Oliver Pocher auf der Bühne © dpa
Der Sänger Unheilig tritt auf, während auf einer Videoleinwand ein Bild des verstorbenen Schauspielers Vicco von Bülow zu sehen ist. © dpa
Moderator und Comedian Oliver Pocher © dpa
Die schwedische Tänzerin Isabel Edvardsson und der Modedesigner Harald Glööckler © dpa
Die niederländische Moderatorin Sylvie van der Vaart © dpa
Moderatorin Tine Wittler © dpa
Schauspielerin Jeanette Biedermann © dpa
Boxer Wladimir Klitschko © dpa
Sängerin Maite Kelly © dpa
Schauspieler Dominic Raacke (r) und seine Freundin Janine Barth © dpa
Schauspielerin Hannah Herzsprung © dpa
Schauspielerin Eva Habermann und die Sängerin Maite Kelly © dpa
Das Moderatoren-Duo Dirk Bach und Sonja Zietlow © dpa
Moderatorin Sonya Kraus © dpa
Schauspielerin Wolke Hegenbarth © dpa
Schauspielerin Janine Kunze © dpa
Schauspielerin Christine Neubauer und Filmproduzent Nico Hofmann © dpa
Model Sarah Knappik © dpa
Schauspielerin Nina Kunzendorf posiert mit ihrer Trophäe, die sie in der Kategorie "Beste Schauspielerin" gewonnen hat. © dpa
Der Schauspieler und Entertainer Joachim Fuchsberger und seine Frau Gundula © dpa
Moderator Kai Ebel mit seiner Trophäe, die er in der Kategorie "Beste Sportsendung" gewonnen hat. © dpa
Schauspielerin Nina Kunzendorf hüpft mit ihrer Trophäe, die sie in der Kategorie "Beste Schauspielerin" gewonnen hat, in die Luft. © dpa

Nach seinem Start am Montagabend fuhr die Sendung Quoten im einstelligen Marktanteilsbereich ein, und das beim für Sat.1 so wichtigen Publikum zwischen 14 und 49 Jahren. Zu wenig für einen kommerziell arbeitenden Programmveranstalter. So bekam Kerners Magazin am Donnerstag eine neue Chance, denn der Moderator war ein zu wertvolles Gesamtgut für den Sender, um ihn sofort aus dem Programm zu verbannen, als TV-Produzent und Fußballexperte mit vielen Kontakten in die Sportbranche spielt er im Fernsehen eine gute Rolle. Daran änderte auch der Geschäftsführerwechsel bei Sat.1 nichts. Guido Bolten, der Kerner 2009 noch verpflichtet hatte, wurde Anfang 2010 von Andreas Bartl abgelöst.

Auf dem neuen Sendeplatz, donnerstagabends meist um 22.15 Uhr, erholte sich die Sendung allmählich, die Marktanteile stießen in den unteren zweistelligen Marktanteilsbereich, doch vor wenigen Wochen verkündete der Moderator im Branchendienst “dwdl.de“ vorsichtshalber schon mal: “Mein Urteil fällt im Zweifelsfall härter aus als das der Zuschauer.“

"Wetten, dass..?": Zehn mögliche Gottschalk-Nachfolger

Thomas Gottschalk (60) gibt die Samstagabendshow "Wetten, dass..?" auf. Die Wetten auf seine Nachfolge laufen. © dpa
HAPE KERKELING (46): Er war der Favorit der "Netzgemeinde": witzig, schlagfertig und charismatisch. Außerdem auch blond. Ist bereits Gottschalk-Nachfolger: als Moderator der Goldenen Kamera. Schade nur: Er hat bereits definitiv abgesagt. © dpa
JÖRG PILAWA (45): Der Ex-ARD-Mann gilt seinem neuen Arbeitgeber ZDF wohl als Favorit. Zuschauer denken aber oft, wenn sie den Quizmaster ("Rette die Million!") sehen: netter Schwiegersohn, aber Showmaster? © dpa
MICHELLE HUNZIKER (34): Ihr trauen wohl nicht alle die Verantwortung zu. Die Schweizerin hat außerdem die Untiefen des deutschen Fernsehens gar nicht nötig, weil sie in Italien ein großer Star ist. © dpa
MARKUS LANZ (41): Der frühere RTL-Mann und ZDF-Spättalker ist eher Experte für sogenannte einfühlsame Gespräche am späten Abend als für Star-Interviews auf der "Wetten, dass..?"-Couch. © dpa
GÜNTHER JAUCH (54): Eine Samstagabendshow und dann auch noch die Nachfolge seines Freundes "Thommy"? Das passt nicht in die Strategie des Mannes, der sich ab Herbst als ARD-Polit-Talker etablieren will. © dpa
STEFAN RAAB (44): Das Multitalent will bestimmt nicht noch mehr Öffentlich-Rechtliches machen - ARD-Grand-Prix-Hilfe reicht. Mit "Schlag den Raab" hat er zudem sein "Wetten, dass... 2.0". © dpa
ANKE ENGELKE (45): Die Komikerin, die auch den Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf mitmoderieren soll, wäre auch gut für die Frauenquote am Samstagabend. Ist Deutschland reif dafür? © dpa
JOHANNES B. KERNER (46): Johannes B. Wer? Der Sat.1-Rückkehrer ist irgendwie in der Versenkung verschwunden. Hat sich mit dem ZDF überworfen und wird wohl kaum von dem Mainzer Sender gefragt werden. © dpa
HARALD SCHMIDT (53): Der intellektuelle Entertainer geht von der ARD zu Sat.1. Er gibt sich nicht mehr massenkompatibel. Der Erfolg seines Samstagabend-Versuchs bei "Verstehen Sie Spaß?" von 1992 bis 1995 war mäßig. © dpa
OLIVER POCHER (32): Publikum nicht reif für ihn? Oder aber er womöglich nicht reif genug fürs Publikum? Bekam nach einem "Wetten, dass..?"-Auftritt 2005 Ärger, weil er einer Zuschauerin eine Schönheits-OP empfahl. © dpa

Wie es künftig am Donnerstag weitergeht, lässt Sat.1 offen. Ob es auch 2012 ein Magazin geben wird, vielleicht von Kerner produziert, aber mit neuem Moderator und anderem Konzept, ließ der Sender offen. Der Moderator, der in den 90er Jahren mit seinem täglichen Sat.1-Nachmittagstalk Karriere gemacht hatte, wird auf jeden Fall die Champions-League-Spiele weiterproduzieren, aber nur noch bis Ende der Saison 2011/2012, denn dann hat das ZDF die Ausstrahlungsrechte. Weiter geht es auch mit seiner Sat.1-Show “Das große Allgemeinwissensquiz“.

Kerner steht mit den Akzeptanzproblemen seiner Sendung nicht alleine da. Auch die neu sortierten ARD-Spättalks funktionieren noch nicht so gut, wie sich die öffentlich-rechtliche Anstalt es wünscht. Und - ebenfalls bei Sat.1 - hat noch ein anderer dicke Probleme: Harald Schmidts Late-Night-Talk läuft nach gutem Start enttäuschend.

dpa

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