„Werte verraten“

Türkei immer noch geschockt von Conchita Wurst - ESC-Boykott wird fortgesetzt

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Conchita Wurst beim ESC-Sieg 2018.

Das türkische Staatsfernsehen sieht den Eurovision Song Contest als ernste Gefahr für Anstand und Moral der Türken. Das Land setzt den Boykott fort.

Ankara - Der Intendant des öffentlich-rechtlichen Senders TRT, Ibrahim Eren, kündigte am Wochenende gegenüber der Zeitung "Hürriyet" einen weiteren Boykott des Sängerwettstreits an. Die europäischen Veranstalter hätten "ihre Werte verraten", beklagte Eren. "Erst wenn dies korrigiert wird, werden wir wieder an der Eurovision teilnehmen."

Der Intendant zeigte sich immer noch tief verstört über den Sieg der österreichischen Drag-Queen Conchita Wurst im Jahr 2014: "Wir können nicht um 21.00 Uhr live übertragen, wenn unsere Kinder zuschauen und dann einen Österreicher sehen, der gleichzeitig einen Bart und ein Kleid trägt", sagte Eren.

Die Türkei hatte bereits 2012 die Live-Übertragung des Spektakels eingestellt. Offizieller Anlass war damals die Entscheidung der Veranstalter, den fünf wichtigsten Geldgebern des europäischen Wettbewerbs - unter ihnen Deutschland - automatisch einen Platz im Finale des Song Contest zu gewähren. Islamisch-konservative Kreise in der Türkei hatten zugleich immer häufiger Anstoß an den Showdarbietungen genommen, die sie als "unmoralisch" einstuften.

AFP

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