Fatih Akin: Mutter und Glaube haben ihn gerettet

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Der Regisseur des Films "Gegen die Wand", Fatih Akin , hält den Deutschen Filmpreis in Gold in der Hand, der ihm 2004  in der Kategorie "Beste Regie" verliehen wurde.

Hamburg - Filmregisseur Fatih Akin ist davon überzeugt, dass er ohne seine Mutter und seinen Glauben ins kriminelle Millieu abgerutscht wäre. Dafür ist er ihr dankbar.

Er habe schon als Zwölfjähriger die türkischen Gangs in Hamburg-Altona bewundert und sei immer mehr in diese Szene abgerutscht, sagte der 36-Jährige dem “Zeitmagazin“. “Das fand ich stark. Ich wollte dazugehören.“

Er habe sich wie sein Vater geprügelt, aber nicht gestohlen oder Drogen genommen. Gerettet hätten ihn sein Glaube und seine Mutter: “Jede Woche ging ich in die Moschee zum Freitagsgebet und spielte sogar mit dem Gedanken, Priester zu werden. Der Koran ist viel alttestamentarischer als das Evangelium. Der Gott darin ist ein Gott, vor dem man sich fürchten muss. Mit dieser Angst bin ich aufgewachsen, weshalb ich nicht klaute und keine Drogen nahm.“

“Du rettest mich jetzt“

Für Akin war aber seine Mutter noch wichtiger. “Sie machte es zu ihrer Lebensaufgabe, mich zu retten.“ Sie habe mit Lehrern geredet und seine Freunde verjagt. Das sei ihm peinlich gewesen, aber er habe wegen ihrer Brustkrebserkrankung auch Mitleid gehabt. Sie habe ihm mit der Dramatik einer türkischen Mutter gedroht: “Du rettest mich jetzt, indem du gut wirst in der Schule und aufhörst, Scheiße zu bauen. Sonst sterbe ich.“ Daraufhin habe er das Abitur geschafft und seine Arbeit beim Film aufgenommen, sagte Akin. “Man könnte sagen: Mein Vater hat mich durch sein Vorbild in diese Strukturen gebracht - und meine Mutter hat mich da wieder rausgeholt.“

dpa

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