Fernsehpreis: Proteste und mäßiger Glanz

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Ulrike Kriener freut sich am Samstag (09.10.2010) in Köln bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises über den Preis in der Kategorie "Beste Schauspielerin" für "Klimawechsel".

Köln - Begleitet von Schauspielerprotesten wurden in Köln der Deutsche Fernsehpreis verliehen. Ulrike Kriener und Christoph Bach erhielten die Auszeichnung als Deutschlands beste Schauspieler.

Die Preisträger des 12. Deutschen Fernsehpreises im Überblick

Kriener wurde für ihre Darstellung in der ZDF-Serie “Klimawechsel“ geehrt. Ihr Berufskollege Bach bekam die Trophäe - einen Plexiglasobelisken - für seine Rolle als Studentenführer Rudi Dutschke im ZDF-Fernsehspiel “Dutschke“. Der Gala im Coloneum mangelte es an Glanz, weil große Namen wie Veronica Ferres, Thomas Gottschalk oder Günther Jauch fehlten. Laudator Götz George (der den besten TV-Film ankündigte) wurde lediglich in einer Videobotschaft eingeblendet.

Die besten Bilder vom Deutschen Fernsehpreis

Die besten Bilder vom Deutschen Fernsehpreis

Der Fernsehpreis 2010 wurde in 18 Kategorien verliehen. Die ARD schnitt mit sieben Preisen am besten ab, vor dem ZDF mit vier Auszeichnungen, RTL mit zwei sowie Sat.1, ProSieben, rbb, Arte und Ki.Ka mit jeweils einem Preis. Den Förderpreis bekamen die Schauspielerinnen Michelle Barthel und Carolyn Genzkow für ihren Auftritt im ARD-Film “Keine Angst“. Der Ehrenpreis der Stifter ging an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Die festliche Gala war begleitet von Schauspieler-Protesten, weil die Sender die Zahl der Kategorien auf 18 reduziert und dabei unter anderem auf das beste Drehbuch, die beste Kamera und die besten Nebendarsteller verzichtet hatten.

Im Vorfeld hatte der Bundesverband der deutschen Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) kritisiert, dass die kreativen Genres, unter anderem das beste Drehbuch, die beste Regie oder der beste Nebendarsteller als Einzelkategorien nicht mehr vertreten waren. Die Veranstalter, die vier großen Sendersysteme, ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL, argumentierten, dass mit den Hauptpreisen wie bester Film oder Mehrteiler auch alle Teams bepreist würden. Ob der Deutsche Fernsehpreis im nächsten Jahr in dieser Form noch stattfindet, scheint fraglich, denn Verbände und Sender wollen demnächst Gespräche über eine Neuausrichtung führen. Die Schauspieler favorisieren eine Einrichtung wie eine Fernsehakademie nach dem US-Vorbild Emmy.

In den weiteren Kategorien war besonders die ARD stark vertreten. Der “Tatort: Weil sie böse sind“ bekam den Deutschen Fernsehpreis als bester Fernsehfilm. Auch die Serie “Im Angesicht des Verbrechens“, eine ARD-Produktion und mitfinanziert vom Kultursender Arte, wurde ausgezeichnet, und zwar in der Kategorie bester Mehrteiler. Die beste Serie war bei Sat.1 zu sehen: “Danni Lowinski“ mit Annette Frier als Kaufhausjuristin erhielt die Anerkennung. Die beste Show war nach Meinung der Jury “Unser Star für Oslo“ (ARD) mit Lenas denkwürdigem Sieg im Mai. Die beste Sportsendung lief mit der “Fußball-WM 2010“ bei RTL. Die beste Informationssendung brachte den Kinderkanal Ki.Ka ganz weit nach vorn: “logo! Die Welt und ich“ bekam die Auszeichnung. Die beste Dokumentation (“Aghet - Ein Völkermord“, ARD) und die beste Reportage (“Somalia - Land ohne Gesetz“, ZDF) spielen beide im Ausland. Die beste Comedy ist die “heute-show“ (ZDF). “Rach, der Restauranttester“ und “Rachs Restaurantschule“ (RTL) schafften es in der Kategorie bestes Dokutainment. Den Publikumspreis holte die ARD-Soap “Sturm der Liebe“. Für seine besondere Leistung in der Unterhaltung wurde ProSieben-Tausendsassa Stefan Raab gewürdigt.

dpa

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