Fuchsbergers Lebensgefährtin: Sie war sein guter Engel

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Bei seiner Cornelia fand Tommy Halt: Hier feiern sie gemeinsam im Hippodrom auf der Wiesn.

München - Bei seiner Cornelia fand Tommy Fuchsberger in allen Höhen und Tiefen seines Lebens Halt: Am Freitag bekam sie die Nachricht von seinem tragischen Tod. In der tz spricht sie über ihre Trauer.

Liebe Freunde, ich weiß nicht, wie ich es euch sagen kann, ich bin so verzweifelt und traurig, traurig, traurig. Zehn Jahre waren wir uns so nah, lieber Tommy, wo bist du? Cornelia Corba auf ihrer Homepage

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Es gibt Momente, die teilen das Leben in zwei Hälften: in ein Davor und ein Danach. Davor hatte Cornelia Corba (51) noch gelacht, sich gefreut, dass ihr Lebensgefährte Tommy Fuchsberger einen schönen Interviewtermin in Kulmbach hatte. „Er war so glücklich“, sagt sie der tz, und ihre Stimme zittert. Seit sie von seinem Tod erfahren hat, in der Nacht zum Donnerstag, lebt sie im Danach. Kalt fühlt sich das Leben auf einmal an und leer.

Trauer um Thomas Fuchsberger

Passanten stehen am Freitag auf einer Brücke am Fundort der Leiche von Thomas Fuchsberger am Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken). Einsatzkräfte der Wasserwacht und des DLRG bargen den 53 Jahre alten zuckerkranken Journalisten am Donnerstag tot aus dem Mühlbach in Kulmbach, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Die Kripo spricht von einem tragischen Unglück. © dpa
Polizeipressesprecher Alexander Czech (m) spricht am Freitag am Fundort der Leiche von Thomas Fuchsberger am Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken) mit Medienvertretern. © dpa
Polizeipressesprecher Alexander Czech (m) spricht am Freitag am Fundort der Leiche von Thomas Fuchsberger am Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken) mit Medienvertretern. © dpa
Ein Kameramann filmt am Freitag eine Überführung des Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken), unter der laut Polizeiangaben am Vorabend die Leiche von Thomas Fuchsberger gefunden wurde. © dpa
Polizeipressesprecher Alexander Czech spricht am Freitag am Fundort der Leiche von Thomas Fuchsberger am Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken) mit Medienvertretern. © dpa
Polizeipressesprecher Alexander Czech spricht am Freitag am Fundort der Leiche von Thomas Fuchsberger am Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken) mit Medienvertretern. © dpa
In einer Lokalzeitung in Kulmbach (Oberfranken) ist am Freitag eine Meldung über Thomas Fuchsberger auf der Titelseite abgedruckt. © dpa
Das Gästehaus (l) des Hotel Kronprinz in Kulmbach (Oberfranken), in dem Thomas Fuchsberger vor seinem Tod ein Zimmer hatte, aufgenommen am Freitag. © dpa
Das Gästehaus des Hotel Kronprinz in Kulmbach (Oberfranken), in dem Thomas Fuchsberger vor seinem Tod ein Zimmer hatte, aufgenommen am Freitag. © dpa
Ein Kameramann filmt am Freitag eine Überführung des Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken), unter der laut Polizeiangaben am Vorabend die Leiche von Thomas Fuchsberger gefunden wurde. © dpa
Die Überführung des Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken) aufgenommen am Freitag unter der nach Polizeiangaben am Vorabend die Leiche von Thomas Fuchsberger gefunden wurde. © dpa
Die Überführung des Mühlbach in Kulmbach (Oberfranken) aufgenommen am Freitag unter der nach Polizeiangaben am Vorabend die Leiche von Thomas Fuchsberger gefunden wurde. © dpa
Thomas Fuchsberger und seine Lebensgefährtin Cornelia Corba kommen zur Wiesn-Eröffnungsparty im Hippodrom auf dem  Oktoberfest in München (Archvbild). © dpa
Showmaster Blacky Fuchsberger mit Sohn im August 1999 beim Golfspielen in Bad Griesbach. © dpa
Cornelia Corba und Thomas Fuchsberger im Oktober 2009 bei der Gala anlässlich der Verleihung des "Audi Generation Award 2009". © dpa
Thomas Fuchsberger wurde nur 53 Jahre alt. © dpa
Ein Bild aus fröhlichen Tagen: Thomas Fuchsberger (l) und Hansi Kraus (M) posieren im September 2009 auf dem Oktoberfest in München im Weinzelt mit dem Maler Wolfgang M. Prinz.  © dpa
Thomas Fuchsberger war Diabetiker. Er hatte sich mit seiner Krankheit arrangiert. © dpa
Der Tod seines Sohnes ist für Showmaster-Legende Blacky Fuchsberger ein harter Schicksalsschlag. © dpa
Thomas mit seinem Vater Blacky Fuchsberger im Oktober 2006. © dpa
Vater und Sohn Fuchsberger im Juni 2007 in München. © dpa

Eben hatten die schöne Schauspielerin und der lebensfrohe Musikproduzent noch ihr Zehnjähriges gefeiert. Stolz darauf, dass ihre Liebe keinen Trauschein braucht. Dafür verlobten sie sich immer wieder und fühlten sich dabei so frisch verliebt wie am ersten Tag.

„Sie ist die Frau meines Lebens“, sagte Fuchsberger noch auf der Wiesn und schenkte seiner Liebsten bewundernde Blicke. „Ich will mit ihr alt werden. Hoffentlich mag sie mich auch noch, wenn ich nicht mehr so attraktiv bin“, scherzte der 53-Jährige beim letzten Gespräch mit der tz auf der Schlager-Wiesn im Weinzelt. Worte, die Cornelia Corba vor wenigen Wochen noch ein glückliches Lächeln aufs Gesicht zauberten und die ihr jetzt ins Herz stechen.

„Ich stehe noch so unter Schock“, sagt sie weinend . „Warum? Warum musste sein Leben so enden? Wäre ich bei ihm gewesen, hätte ich ihn retten können.“ Ein quälender Gedanke für die 51-Jährige, die fast immer an der Seite ihres Mannes war. Ein Blick genügte, und Cornelia wusste, wenn es ihrem Liebsten schlecht ging, er in den gefährlichen Unterzucker rutschte, der ihm als Diabetiker immer wieder drohte.

„Lange bevor es andere Menschen merkten, habe ich gespürt, wenn etwas nicht stimmte.“ Dann griff sie in Tommys Hosentasche und steckte ihm schnell einen Traubenzucker in den Mund. Sie war sein guter Engel. Die Frau, die mit ihm alle gesundheitlichen Höhen und Tiefen durchstand. Als Fuchsberger 2003 nach einem lebensbedrohlichen Darmvorfall zwanzig mal operiert werden musste, wachte sie gemeinsam mit seinen Eltern Joachim und Gundel Fuchsberger am Krankenbett. Damals hatte sie Todesängste.

Doch ihre Liebe holte ihn zurück ins Leben. Sie war stark und ehrlich, ohne einzuengen. Und sie half, die zerrüttete Beziehung zu Fuchsbergers Kindern Jennifer (25) und Julien (22) aus erster Ehe zu kitten. Das letzte Weihnachten feierte die Familie, zu der auch Corbas Adoptivsohn Benjamin gehört, nach vielen Jahren Funkstille gemeinsam. „Ich bin so glücklich, dass ich nur noch lachen könnte“, strahlte damals Thomas Fuchsberger. „Es fühlt sich an, als wären wir niemals getrennt gewesen.“

Es gab Hoffnung und Harmonie, Glück und eine Zukunft im Davor. Gemeinsam wollten Cornelia Corba und Thomas Fuchsberger, die auf Festen im Münchner Gesellschaftskalender so viel Wärme und Herzlichkeit ausstrahlten, noch vieles gemeinsam genießen. „Sie ist eine so starke Frau“, flüsterte der Musiker beim letzten Treffen, als die Fotografen seine Liebste in gleißendes Blitzlicht stellten.

Stark muss sie auch jetzt sein, wenn sie ihren Mann ein letztes Mal sieht, ihn zu Grabe trägt. Wann? Wo? „Ich weiß es nicht. Mein Kopf ist so leer und mein Herz tut weh“, sagt Cornelia Corba. Ihr Leben ist in zwei Hälften geteilt – seit wenigen Stunden lebt sie im Danach.

Über das Drama berichten die tz-Reporter Astrid Kistner, Nina Bautz, Christina Schmelzer, Wolfgang de Ponte und Michael Timm

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