Auftritts-Verbot beim Song Contest

ESC: Kleid löst Polit-Eklat aus

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Modeschöpfer Galliano darf die israelische ESC-Teilnehmerin nicht ausstatten.

Tel Aviv - Modeschöpfer Galliano hat sich für seine antisemitischen Pöbeleien entschuldigt und Besserung gelobt. Israels Eurovisions-Teilnehmerin soll er trotzdem nicht einkleiden.

Der wegen antisemitischer Äußerungen vor zwei Jahren in die Schlagzeilen geratene Modeschöpfer John Galliano (52) sorgt nun unfreiwillig für Streit innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. Der israelische öffentlichrechtliche Rundfunk IBA untersagte der Sängerin Moran Mazor (21), beim Eurovision Song Contest in Malmö in einem Kleid Gallianos aufzutreten. Über diese Verbot sei die einflussreiche jüdische Anti-Diffamierungsliga (ADL) „empört“, berichtete die Zeitung „Haaretz“ am Samstag.

Es ist ungeheuerlich, jemanden zurückzuweisen, der jetzt Israel und dem jüdischen Volk zugetan ist“, zitierte die Zeitung den Direktor der in New York ansässigen ADL, Abraham H. Foxman. Ein leitender Vertreter der IBA, Yoav Ginai, hatte Mazors Manager geschrieben, die Entschuldigung Gallianos für seine antisemitischen Äußerungen in Paris Anfang 2011 seien unzureichend.

"Unser Song für Malmö" - Bilder vom Cascada-Sieg

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„In einer Zeit zunehmenden Antisemitismus' in Europa habe ich als Israeli und Jude keine Zweifel, dass ein derart "prächtiger Lebenslauf" (Gallianos) jemanden davon ausschließt, eine israelische Eurovisions-Teilnehmerin einzukleiden, selbst wenn er sich entschuldigt hat“, zitierte „Haaretz“ aus dem Schreiben Ginais. Der Manager habe das Verbot akzeptiert.

Dieses Verhalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Israel sei kein gutes Beispiel für die jüngere Generation, schimpfte Foxman. „Jemanden abzuweisen, der sich ernsthaft entschuldigt hat, entspricht nicht jüdischer Tradition. Wir sind ein Volk, das vergeben kann und dies ist keine geeignete Antwort auf Fanatismus.“ Der Rundfunksender müsse zur Kenntnis nehmen, dass Galliano „sich geändert“ habe.

Galliano war nach dem Skandal in Paris lange Zeit fast völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden. Nach einem Alkohol-Entzug wagt der gefallene Modedesigner zurzeit ein Comeback.

dpa

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