Superstar in München

Garrett im Interview: "Ich bin ein Lebemensch"

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David Garrett mit Veronika Ferres

München - David Garrett ist ein Super-Star der Musik - und jetzt will er auch auf der Leinwand sein Glück versuchen. In dem Film „Der Teufelsgeiger“ spielt er den Geigenvirtuosen Paganini. Es soll ein einmaliger Ausflug ins Schauspielfach bleiben.

David Garrett hat das Kunststück geschafft, Menschen für klassische Musik zu begeistern, die damit eigentlich nicht viel anzufangen wissen. Damit wurde er zum Superstar. Jetzt wechselt er das Fach und geht unter die Schauspieler. Für den Film „Der Teufelsgeiger“ hat er nicht nur die Musik arrangiert, er spielt auch die Hauptrolle des Geigenvirtuosen Paganini - einen Musiker der den Erfolg will um jeden Preis. Im Interview in München spricht Garrett über seinen neuen Job und die Bedeutung von Erfolg.

Sind Sie zufrieden mit dem Film?

Garrett: Mit der Produktion ja sehr, absolut. Aber das ist auf die Produktion bezogen und nicht auf mich. Da steht mir kein Urteil zu.

Zwischen Ihnen und Paganini gibt es einige Gemeinsamkeiten - was unterscheidet Sie denn?

Garrett: Ich würde mal sagen, die Persönlichkeit ist eine ganz andere. Ich bin wirklich ein Lebemensch, jemand, der positiv an viele Sachen geht. Wir haben die Figur etwas dunkler dargestellt, was auch aus der Figur und dem geschichtlichen Zusammenhang kommt. Und ich bin dann jemand, der die Sonne mehr mag als das Dunkle. Ich bin jemand, der sicherlich auch tough sein kann, aber ich bin harmoniesüchtig. Ich würde nie jemandem vor den Karren fahren, nur weil ich irgendwie Bock drauf habe. Abends muss bei mir Harmonie sein, ich kann mich nicht streiten.

Was ist Ihnen an der Schauspielerei besonders schwer gefallen?

Garrett: Ich kann mich ganz gut reinversetzen in Situationen - auch weil ich in meinem Leben sehr viel mitgemacht habe. Ich hatte von Anfang an die Möglichkeit, am Drehbuch mitzuschreiben und da sind dann auch eigene Erfahrungen szenisch eingebunden. Wenn die Szene dann gedreht wurde, habe ich mich direkt in die Zeit zurückversetzt, in der eine gewisse Geschichte auch bei mir passiert ist. Das einzig wirklich Schwierige war die erste Szene, in der ich einen Dialog hatte mit einer anderen Person, die auch keine professionelle Schauspielerin war. Wir haben uns gegenseitig nicht gut getan.

Welche Szenen waren das, in die Sie eigene Erfahrungen einbringen konnten?

Garrett: Ach, ganz ganz viele. 80, 85 Prozent des Films sind Sachen, die ich so auch erlebt habe.

Kreischende Groupies vor dem Konzert, zum Beispiel?

Garrett: Ja, nicht nur das. Wenn Du Dich streitest in der Bar oder wenn Du eine Situation hast, die unangenehm ist, wenn Du ein Mädel verletzt - das sind alles Situationen, mit denen man Stücke seines eigenen Lebens verbindet.

Paganini will im Film Erfolg um jeden Preis. Gab es das bei Ihnen auch?

Garrett: Ich glaube, ich war da ein bisschen lockerer. Ich war sicher irgendwann auch mal ambitionierter als ich das jetzt bin. Man sollte schon geradeaus gucken und ein Ziel vor Augen haben, aber man sollte auch rechts und links nicht vergessen. Ich habe jetzt nicht für den Erfolg mein letztes Hemd gegeben, ganz im Gegenteil. Ich habe Erfolg immer so definiert: Mach das, was Dir Spaß macht und das, was Du gut kannst. Das ist der größte Erfolg für einen selber. Der andere Erfolg hat eh keine Wertigkeit auf lange Sicht. Du kannst das meiste Geld der Welt haben - wenn Du Dich selbst im Spiegel nicht anschauen kannst, bist Du unglücklicher, als wenn Du das nicht hättest.

Soll es das eigentlich gewesen sein mit der Schauspielerei?

Garrett: Ja! Once in a lifetime.

dpa

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

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