So geht es weiter im Kachelmann-Prozess

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Jörg Kachelmann erscheint nach der Winterpause mit kurzen Haaren zu seinem Prozess.

Mannheim - Nach vier Wochen Winterpause steht Wettermoderator Jörg Kachelmann wieder vor Gericht. Bislang hat er geschwiegen. Am Mittwoch erschien der Schweizer im Nadelstreifenanzug und mit kurzen Haaren.

Vernehmung einer Zeugin in der Schweiz, Befragung von Rechtsmedizinern und Psychologen - die Agenda des Kachelmann- Prozesses nach der Winterpause ist lang. So lang, dass der spektakuläre Prozess möglicherweise länger dauern wird als geplant - das vermutet jedenfalls Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge. Bisher ist das Verfahren bis Ende März terminiert. Am Mittwoch beschäftigte sich das Landgericht - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - mit den Videoaufzeichnungen aus der Vernehmung der Ex-Freundin von Jörg Kachelmann. Der Schweizer Wettermoderator soll Sabine W. (Name geändert) vergewaltigt und dabei mit einem Messer bedroht haben. Kachelmann bestreitet die Tat.

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Nach einer Parade von ehemaligen Geliebten des 52-Jährigen hatte sich das Gericht zuletzt mit der Auswertung konkreter Spuren beschäftigt. Bei den weiteren Prozesstagen dürften vor allem psychologische Sachverständige und Rechtsmediziner zu Wort kommen. Darunter ist auch der Heidelberger Gerichtsmediziner Rainer Mattern, der Sabine W. am Morgen nach der behaupteten Vergewaltigung untersucht hatte. Möglicherweise macht sich das Gericht auch auf in die Schweiz, um dort eine Zeugin zu befragen, die nicht in Deutschland aussagen will.

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Das ist Kachelmanns neuer Anwalt: Johann Schwenn

Die Züricher Staatsanwaltschaft hat die vom Mannheimer Gericht beantragte Rechtshilfe bewilligt. Allerdings kann die Frau, die das Magazin “Focus“ als neue angebliche Belastungszeugin präsentiert hatte, gegen die Entscheidung innerhalb von zehn Tagen Beschwerde einlegen. Direkt befragen dürfen Richter, Staatsanwälte und Verteidiger aus Mannheim die Frau nicht, sondern nur über einen Schweizer Staatsanwalt. Für Wirbel dürfte auch wieder Kachelmanns neuer Anwalt Johann Schwenn sorgen, der den Fall Ende November übernommen und Gericht, Gutachter und Medien scharf angegriffen hatte. So beantragte er die Durchsuchung der Redaktionen von “Focus“ und “Bunte“.

Der Hamburger Strafverteidiger beschuldigte die im Burda-Verlag erscheinenden Zeitschriften, sie hätten versucht, Zeuginnen zum Nachteil Kachelmanns zu beeinflussen. Hierfür sollte die Durchsuchung Beweise liefern. Der Verlag hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Das Landgericht lehnte eine Durchsuchung ab. Über einen weiteren Antrag Schwenns muss das Landgericht noch entscheiden. Er hatte einen Befangenheitsantrag gegen die psychologische Sachverständige Luise Greuel gestellt. Greuel soll die Glaubhaftigkeit der Aussage von Sabine W. beurteilen.

In ihrem schriftlichen Gutachten kam sie zu einem offenen Ergebnis. Ein “etwaiger Erlebnisgehalt“ lasse sich nicht bestätigen. Kachelmanns früherer Verteidiger Reinhard Birkenstock hatte das Gutachten stets als entlastend interpretiert. Kachelmann selbst hat bisher im Prozess geschwiegen. Am Mittwoch erschien er vor Gericht im dunklen Nadelstreifenanzug, die Haare etwas kürzer.

dpa

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