George Michael mal ganz sanft

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George Michael gab in Berlin das Auftakt-Konzert seiner Deutschland-Tournee.

Berlin - George Michael gab am Montagabend in Berlin nach langer Pause das erste von mehreren Deutschland-Konzerten. In der ausverkauften O2-World zeigte sich der Sänger von einer neuen Seite.

Nur für wenige Minuten bricht am Montagabend der alte Leadsänger der 80er-Band Wham! durch. Es ist schon die erste Zugabe, als George Michael seine rund 11 000 Fans in der ausverkauften O2-World fragt, ob sie tanzen und mitsingen wollen. Ein Medley mit alten Songs folgt, “Freedom“ und “I'm your man“. Das Konzert ist das erste von insgesamt zehn Deutschland-Auftritten der Europa-Tour “Symphonica“ des 48-jährigen Briten nach langer Pause. Und Michael zeigte dabei eine ungewohnte Seite.

Schon der Beginn des Konzertes machte klar, dass es an diesem Abend ganz anders werden würde. Der Vorhang war noch geschlossen, als die ersten Streichinstrumente zu hören waren und die bekannte einschmeichelnde Stimme von George Michael erklang. Dann folgte der Jazz-Klassiker “My Baby just Cares for me“ von Nina Simone, bevor sich der Vorhang öffnete und die ganz in schwarz gekleidete Poplegende auf der Bühne erschien.

Viele erwarteten wohl mehr die alten Hits. “Schade, dass er nicht die Klassiker spielt“, sagte etwa der aus Polen stammende und in Berlin lebende Patrick in der kurzen Pause und fügte hinzu: “Etwas aus der Zeit, als ich noch jung war.“ George Michael sei in Polen sehr beliebt, deshalb freue er sich, heute hier zu sein. Sein Kumpel Lukasz ergänzte, dass man leider auf den hinteren Rängen nicht besonders viel sehe. Aber die besseren Plätze seien leider schon weg gewesen. Die beiden bezahlten für ihre Karten jeweils 65 Euro.

Emotional und verletzlich wirkte die Poplegende, die stets eine Sonnenbrille trug. Vielleicht lag es an dem Bekenntnis, dass er beim Auftakt seiner Europa-Tournee gab. Sein langjähriger Lebensgefährte Kenny Goss und er hätten sich vor einiger Zeit getrennt, sagte er seinen Fans Ende August in Prag. Zudem hatte der Brite mit zypriotischen Wurzeln mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen. Im vorigen Jahr musste der 48-Jährige wegen Trunkenheit am Steuer in Großbritannien sogar eine vierwöchige Haftstrafe absitzen.

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Die wilden Zeiten sind eben vorbei, was ihm seine überwiegend gleichaltrigen Fans aber alles andere als übel nahmen. Während der Songs herrschte in der O2-World absolute Stille im Publikum, danach brandete jedes Mal begeisterter Applaus auf. Knapp drei Stunden sang Michael begleitet von den Musikern und dem zurückhaltenden Symphonie-Orchester über Liebe, sein Verhältnis zu Freunden und Familienmitglieder und mehr. Wie beim Auftakt der Europatournee erinnerte er an die im Juli überraschend gestorbene Sängerin Amy Winehouse und interpretierte ihren Hit “Love is a losing Game“.

Vielleicht erkannte Michael mit der Mischung aus Klassik und Pop einen gewissen Zeitgeist. Ein Pärchen an seinem vor der Arena abgestellten Motorrad war am Montagabend jedenfalls schwer begeistert. “Es war ein sehr schöner Abend“, sagte er, während seine Begleiterin die Lederklamotten überzog. Und die alten Klassiker seien zum Schluss ja auch noch gekommen, fügte er mit einem Lächeln hinzu.

Der Brite wird bis Mitte November durch Deutschland touren. Unter anderem sind Auftritte in Köln, Hamburg und Hannover geplant. Außerdem ist er am 15. November noch einmal auf einem Zusatzkonzert in der Berliner O2-World zu sehen.

dpa

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