"Grand Prix"-Favoritin Safura gefällt Lenas Song

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Zwei, die um den Sieg kämpfen: Safura und Lena

München - Zwei junge Frauen machen in diesen Tagen von sich reden - als Favoritinnen des diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in Oslo. Jetzt hat sich die eine zur anderen geäußert.

In Oslo wollen sie mit ihrem energiegeladenen Charme punkten: Die 18-jährige Lena Meyer-Landrut aus Niedersachsen gilt als ernste Hoffnungsträgerin auf einen lange ersehnten Top-Platz für Deutschland beim “Grand Prix“. Auch für die 17-jährige Safura Alizadeh aus Aserbaidschan wäre ein Sieg beim großen Finale am 29. Mai mehr als ein Traum. Gerade tourt sie rastlos durch deutsche und holländische Städte, um für ihren Popsong “Drip Drop“ zu werben.

“Beim Wettbewerb ist jeder Konkurrent, wichtig ist nur, dass man sie nicht zu Feinden werden lässt“, sagt Safura als Antwort auf die scheinbare Patt-Situation zwischen ihr und Lena. “Ich sehe meine Mitbewerber eher als Freunde, weil wir alle das Gleiche tun: Singen.“ Wahrscheinlich treibt sie alle auch das selbe Ziel an: Der 1. Platz.

Unser Star für Oslo! Lena Meyer-Landrut im Porträt

Die Entscheidung ist gefallen! Lena Meyer-Landrut vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo. © dpa
Das Finale der Castingshow-Reihe "Unser Star für Oslo", die den deutschen Teilnehmer des Eurovision Song Contest 2010 ermittelte, hat am Freitagabend durchschnittlich 4,5 Millionen Zuschauer für sich gewonnen. © dpa
Nach Senderangaben entsprach das einem Marktanteil von 14,6 Prozent. © dpa
Damit unterlag die TV-Show ab 20.15 Uhr der ZDF-Serie “Der Kriminalist“ mit durchschnittlich 5,97 Millionen Zuschauern (18,7 Prozent) und dem RTL-Quiz “5 gegen Jauch“, das 5,2 Millionen Menschen sahen (16,5 Prozent). © dpa
In der begehrten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schaffte die Show, in der die Zuschauer Lena Meyer-Landrut (18) zur Oslo-Reisenden kürten, 20,3 Prozent Marktanteil (2,5 Millionen Menschen), bei den 14- bis 29-Jährigen sogar 22,7 Prozent (0,74 Millionen). © dpa
Die 18-Jährige im Porträt. © dpa
Ihr Song für Oslo heißt "Satellite". © dpa
Die Abiturientin aus Hannover ist nicht 08/15, sondern sehr außergewöhnlich. © dpa
„Das geht mal weg von den glattgebügelten Performances, die man überall hat“, sagte Jury-Mitglied Barbara Schöneberger über Lena. © dpa
Schöneberger weiter: „Da ist ein bisschen Nora Tschirner, Björk. Ich habe auch Bewegungen von Joe Cocker erkannt. Das ist alles spitze.“ © dpa
Auch Lenas Musikgeschmack ist anders: Zu ihren Lieblingstiteln gehören unter anderem Adele mit "My Same", Jack Johnsons "Better" Together oder "Again" von The Bird and the Bee. © dpa
Die größte Musiklegende ist für sie Falco (1957 -1998). © dpa
Schon im April will Lena (2.v.r.) ihr Abitur machen. © dpa
Lena hatte übrigens nie Gesangsunterricht © dpa
Lena mit ihrer Konkurrentin aus dem Finale, Jennifer Braun. © dpa
Zickenzoff wie bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) kam für die beiden dunkelhaarigen Mädchen, die beim Halbfinale den letzten männlichen Konkurrenten Christian Durstewitz triumphierten, nicht in Frage. © dpa
„Wir haben schon so viel Stress mit der Vorbereitung auf unsere Auftritte, da wären wir ja schön blöd, wenn wir uns jetzt auch noch bekriegen würden“, sagt Lena. © dpa
Selbstbewusst verteidigt die 18-Jährige, die kurz vor dem Abi steht, ihren außergewöhnlichen Musikgeschmack, der so abseits des Mainstreams zu liegen scheint: „Es müssen ja nicht immer die Radiohits sein. Es gibt so viele gute Musik, wäre doch schade, wenn die nicht gehört würde.“ © dpa
Und es wäre nicht Lena, wenn sie diesen Satz nicht mit einer Prise schrägem Pathos sagen würde. Lena Meyer-Landrut und das, was man im Zeitalter der Castingshows von jungen Sängerinnen so hört – dazwischen scheinen Welten zu liegen. © dpa
Und auch die Song-Contest-Tradition, die nostalgische Verklärung des Grand Prix, sind der jungen Frau im Prinzip fremd: „Ich hab’ mich nie mit 18 Tüten Chips und fünf Flaschen Cola vor den Fernseher gesetzt.“ © dpa
Ein Event für die nicht mehr ganz Jungen also? „Genau deshalb haben wir ja diese Aktion hier gestartet, damit das Ganze mal ein bisschen aktueller und ein bisschen frischer wird“, sagt Lena. © dpa
Als Zuschauer fragt man sich vielleicht, ob Lena Meyer-Landrut Drogen nimmt. Oder man genießt einfach die feenhaft entrückten Auftritte der 18-jährigen Schülerin aus Hannover. Lena tanzt seit vielen Jahren und verströmt auf der Bühne einen ganz eigenartigen Zauber. © dpa
Hoffentlich verzaubert Lena (2.v.r., mit den ausgeschiedenen drei Konkurrenten) damit auch das internationale Publikum. © dpa
„Für mich ist diese ganze Sache noch gar nicht real oder fassbar“, sagte Lena schon deutlich vor ihrem Sieg. „Ich denke immer noch, dass das eine andere Person sein muss, die da in den Zeitungen steht.“ © dpa
Jetzt ist sie unsere große Hoffnung für Oslo. Viel Erfolg! © dpa

Auf der offiziellen deutschen ESC-Internetseite gibt es seit Tagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Votum der Fans: Rund vier Wochen vor dem Finale führt Lena die Beliebtheitsliste mit etwa 2000 Punkten, dicht gefolgt von Safura mit rund 1900 Punkten. Ähnliches twitterte vor wenigen Tagen ein britisches Online-Wettbüro, das nach eigenen Angaben mit drei Millionen registrierten Nutzern das größte weltweit ist: Lena sei nur noch auf dem zweiten Platz hinter Safura aus Aserbaidschan. Eine Woche vorher führte noch Lena.

“Mir gefällt Lenas Song. Bei diesem Lied kann man seinen Gedanken freien Lauf lassen“, sagt Safura im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in München. Noch sei sie Lena nicht begegnet, aber sie freue sich darauf. Alle 39 ESC-Teilnehmer treffen Mitte Mai in Oslo ein und bereiten sich auf den Wettbewerb noch einmal vor. Am 25. und 27. Mai finden zwei Halbfinal-Shows statt. Das große Finale am 29. Mai werden insgesamt 25 Kandidaten bestreiten.

Die aserbaidschanische Kandidatin Safura geht selbstbewusst ins Rennen. Ein ganzes Land zu vertreten mache ihr keine Angst, auch wenn sie manchmal deswegen etwas aufgeregt sei. “Ich arbeite sehr hart und versuche den Anforderungen gerecht zu werden.“ Müde werde sie selten und lange Nächte an Vorbereitungen machten ihr nichts aus. “Mit dem Contest erfüllt sich für mich ein großer Traum.“

“Drip Drop“ heißt der Song, den Safura für Aserbaidschan präsentieren wird. Einflüsse aus ihrer eigenen Kultur findet man nicht in dem Poplied, das zuweilen an beliebte R'n'B-Rhythmen erinnert und aus der Feder schwedischer Künstler stammt. Das Potenzial ein “Ear Candy“ zu werden - ein angenehmer Ohrwurm - hat das englischsprachige Liebeslied allemal. Ebenso wie “Satellite“ von Lena.

Damit Melodie und Bewegung eine Einheit bilden, durfte Safura zwei Wochen lang mit dem Star-Choreographen Jaquel Knight trainieren. Dieser war auch für den Tanz der erfolgreichen US-Sängerin Beyoncé Knowles in ihrem Video für das Lied “Single Ladies“ verantwortlich.

Ob die beiden jungen “Grand Prix“-Favoritinnen Lena und Safura ausreichend oft zwölf Punkte erhalten werden, wird sich trotz aller Spekulationen und Abstimmungen erst beim Finale zeigen. Eins jedoch scheint sicher: Die Popularität beider Sängerinnen im Vorfeld des Wettbewerbs wird ihren Karrieren Aufschub leisten. Lenas Debüt “My Cassette Player“ erscheint am 7. Mai und Safura wird wenige Wochen nachdem ESC ihr erstes Album “It's My War“ veröffentlichen.

dpa

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