Musikalische "Kollektivbeleidigung"

Gregor Gysi klagt gegen Bushido

Als Anwalt eines homosexuellen Häftlings möchte Gregor Gysi Bushido vor Gericht bringen.

Berlin - In dieser Rolle kennt man den Linken-Chef Gregor Gysi eigentlich kaum: Als Anwalt eines Häftlings möchte Gysi gegen Bushido vors Gericht ziehen. Der Vorwurf: Kollektivbeleidigung.

Der Linke-Fraktionschef Gregor Gysi (65) vertritt als Anwalt einen schwulen Häftling, der den Rapper Bushido (35) wegen seines Liedes „Stress ohne Grund“ angezeigt hat. Ein Sprecher der Linksfraktion bestätigte am Freitag entsprechende Berichte von „Bild“ und „B.Z.“. Er betonte, Gysi vertrete keinen Gewaltverbrecher. Ob es zu einem Gerichtstermin kommt, ist offen. Der Häftling wird in dem umstrittenen Lied nicht namentlich genannt. Für Gysi sei in der Nebenklage der Tatbestand einer „Kollektivbeleidigung“ vorhanden, heißt es in den Berichten. Der Rapper äußerte sich am Freitag auf Anfrage nicht.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte Bushido wegen des Liedes Volksverhetzung, Gewaltdarstellung und Beleidigung vorgeworfen. Das Amtsgericht ließ die Anklage nicht zu - ebensowenig wie die Nebenklage. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Gysi legten Beschwerde beim Landgericht ein. Wann darüber entschieden wird, ist nach Angaben eines Gerichtssprechers noch offen. Im November hieß es, der Text des Liedes sei nach Einschätzung des Gerichts nicht strafbar.

dpa

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