"Er hat Ross und Reiter genannt"

Grass widmet Lesung gestorbenem Hildebrandt

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Dieter Hildebrandt (li.) im Gespräch mit Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass

Lübeck - Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat eine Lesung am Donnerstagabend in Lübeck dem gestorbenen Kabarettisten Dieter Hildebrandt gewidmet.

Sie beide seien Jahrgang 1927, hätten ähnliche Lebensläufe und - auf unterschiedliche Weise - den Grundsatz verfolgt, „den Mund aufzumachen und Ross und Reiter zu nennen“, sagte Grass. Der 86-Jährige trug im Günter-Grass-Haus aus seinem vor 50 Jahren erschienenen Roman „Hundejahre“ vor - dem dritten Teil der „Danziger Trilogie“, zu der auch der Welterfolg „Die Blechtrommel“ und die Novelle „Katz und Maus“ gehören.

Mit der Lesung wurde eine Sonderausstellung zum Jubiläum von „Hundejahre“ im Grass-Haus eröffnet. Grass stärkte sich vor der halbstündigen Lesung mit einem Glas Rotwein. Mit ausdrucksstarker, varierender Stimme bewies er seine Vortragskunst. Unter dem Titel „50 Hundejahre. Künstlerroman, Ammenmärchen, Heimatfibel“ beleuchtet die Schau Intention und Entstehungsgeschichte des Romans. Gezeigt werden unter anderem 138 Radierungen, die Grass zwischen 2010 und 2013 für die Jubiläumsausgabe des Buches geschaffen hat. Der Leiter des Hauses, Jörg-Philipp Thomsa, und Ausstellungskuratorin Viktoria Krason würdigten die „Hundejahre“ als Grass' bildreichstes, lautestes und vielseitigstes Werk. Grass selber stellt die „Hundejahre“ noch über „Die Blechtrommel“.

Erinnerungen an Dieter Hildebrandt

Erinnerungen an Dieter Hildebrandt

dpa

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