Lamprecht gegen Waffen und heutige Krimis

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Günter Lamprecht

München - Der Schauspieler Günter Lamprecht hat den Glauben an eine Welt ohne Waffen verloren und hält nicht mehr viel von Fernsehkrimis.

Der Schauspieler Günter Lamprecht hat den Glauben an eine Welt ohne Waffen verloren. "Das ist unvorstellbar", sagte der 82-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". Er fände es wunderschön, wenn überall auf der Welt Friede herrsche, alle ein schönes Lied sängen, tanzten und zusammen kochten. "Aber: Der Mensch, der kann das nicht, der Mensch ist schlecht", sagte er. Lamprecht war 1999 in Bad Reichenhall zusammen mit seiner Lebensgefährtin bei einem Amoklauf eines jungen Mannes angeschossen worden.

Er würde am liebsten alle Waffen verbieten, sagte Lamprecht. "Aber die sind ja schon für Kinder normal: Die haben Plastikpistolen und spielen nach, was sie im Fernsehen zu sehen bekommen."

Auch in puncto TV findet er deutliche Worte - besonders bei den Krimis. . "Das ist oft so lächerlich, was da passiert. Die jungen Kolleginnen, die in knallengen Jeans und mit Ballermann herumlaufen und ermitteln. Da muss ich immer lachen, das ist so weit weg von der Wirklichkeit", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag. Er gucke keine Krimis mehr wie den ARD-"Tatort", gestand der Schauspieler, , der in der ersten Hälfte der 90er Jahre Darsteller des Berliner Kommissars Frank Markowitz war.

Lamprecht hat einen andere Erfahrung mit dem Thema Mord und Totschlag, Waffen und Gewalt: Er und seine Lebensgefährtin Claudia Amm wurden 1999 von einem 16 Jahre alten Amokschützen niedergeschossen und überlebten nur knapp. Der 82-Jährige regt sich wohl auch deshalb übers heutige Fernsehen auf: "Zum Abendbrot eine Leiche oder manchmal gleich drei oder vier. Da werde ich sauer. Man spielt heute mit dem Tod nur so herum. Wir nehmen das nicht mehr ernst, wenn da einer stirbt."

dapd/dpa

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