Hannes Jaenicke hofft nicht mehr auf die Politik

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Hannes Jaenicke

Freiburg - Der Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke (50) hat im Kampf für Umwelt- und Tierschutz den Glauben an die Politik verloren.

“Wenn es darum geht, grundsätzlich etwas zu verändern, dann ist die Politik der falsche Ansprechpartner. Sie hat das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand“, sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Freiburg. Am Dienstag kam Jaenickes erstes Buch in den Handel - Titel: “Wut allein reicht nicht“. “Politiker weltweit sind im Würgegriff der Lobbyisten, ihre Entscheidungsmöglichkeiten werden von der Industrie immer mehr eingeschränkt.“

Das habe er bei Dreharbeiten für die ZDF- Dokumentarfilmreihe “Im Einsatz“ erlebt. Ausgestrahlt wird die Reportage am 12. Oktober. “Die Zeiten, in denen Politiker wirklich etwas bewirken konnten, sind vorbei“, meint Jaenicke. Es sei deshalb der falsche Weg, nach dem Staat zu rufen.

Er beobachte in Deutschland, wie Politiker immer mehr an Einfluss verlieren. “In den USA ist das noch deutlicher als bei uns.“ Wirtschaftliche Interessen stünden im Vordergrund, dadurch scheiterten viele Klima-, Umwelt- und Tierschutzvorhaben. Für Jaenicke hat sich diese Beobachtung unter anderem bei der Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke sowie an den gescheiterten weltweiten Klimaschutzgipfeln gezeigt. “Aber das Dümmste, was wir tun können, ist zu resignieren“, sagte der aus Frankfurt am Main stammende Jaenicke, der in der Nähe der US-Metropole Los Angeles lebt.

Jeder einzelne müsse durch sein Handeln die Umwelt schützen und damit auch die Industrie zum Umdenken bewegen, indem er zum Beispiel regionale und umweltfreundliche Produkte kauft. Am 12. Oktober sendet das ZDF eine Reportage über vom Aussterben bedrohte Gorillas im Kongo, die Jaenicke im Frühjahr gedreht hat.

Nach Orang-Utans (2008), Eisbären und Haien (beide 2009) ist es Jaenickes vierter Film in der Reihe.

dpa

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