Hedi Slimane verlässt Saint Laurent

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Hedi Slimane geht. Foto: Y.R./Saint Laurent Paris

Gerüchte waren im Pariser Modezirkus schon länger zu vernehmen. Nun gibt das Modehaus Yves Saint Laurent den Abschied von seinem kreativen Kopf Hedi Slimane bekannt. Die Nachfolge ist offen.

Paris (dpa) - Der Designer Hedi Slimane verlässt das französische Modehaus Yves Saint Laurent nach vier Jahren als Kreativdirektor. Das gab der Mutterkonzern Kering am Freitag in Paris bekannt.

Der 47-Jährige habe die Marke seit März 2012 vollständig neu positioniert, hieß es. Slimane habe Yves Saint Laurent Modernität und Mode-Autorität zurückgebracht. Eine Begründung für das Ausscheiden des in Paris geborenen Sohns eines Tunesiers und einer Italienerin wurde nicht genannt, die Nachfolge für Slimane solle "zu gegebener Zeit" bekanntgemacht werden.

YSL-Chefin Francesca Bellettini bezeichnete die Arbeit des Designers und Fotografen als wunderbare Grundlage, auf der die Marke ihren kontinuierlichen Erfolg aufbauen könne. Kering-Chef François-Henri Pinault sprach in einer Mitteilung von einem "einzigartigen Kapitel in der Geschichte des Hauses".

Slimane hatte in seiner Zeit den Sitz der Designer kurzerhand von Paris nach Los Angeles verlagert. Auch eine Namensänderung sorgte für Aufregung, als der Designer den Vornamen des Label-Gründers Yves strich und Kollektionen unter Hedi Slimane for Saint Laurent präsentierte.

Schon während seiner Zeit als Designer von Dior Homme vom Jahr 2000 an galt der in der Szene nur "Hedi" genannte Slimane bei Insidern als Superstar. Zuvor war er bereits einmal von 1996 an als Kreativdirektor bei Yves Saint Laurent Homme. Yves Saint Laurent selbst (1936-2008) förderte den hochtalentierten jungen Designer.

Stilprägend sind seine extrem eng geschnittenen Anzüge zunächst bei Dior, später für Yves Saint Laurent. Seinem deutschen Designer-Kollegen Karl Lagerfeld wird nachgesagt, mehr als 40 Kilogramm auch deswegen abgenommen zu haben, weil er in die schmalen Anzüge passen wollte. Zudem gilt Slimane als Erfinder von "Size zero". Die Kleidergröße für extrem schlanke Frauen brachte ihm angesichts der Diskussion um krankhaft dünne Models auch Kritik ein.

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