Jacksons Arzt: Keine Handschellen und wieder auf freiem Fuß

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Jacksons Arzt Conrad Murray kommt gegen Kaution auf freien Fuß. Er schmiedet bereits Zukunftspläne.

Los Angeles - Jacksons Arzt Conrad Murray kommt gegen Kaution auf freien Fuß. Es muss noch geklärt werden, ob man ihm grobe Fahrlässigkeit vorwerfen kann. Murray schmiedet bereits Zukunftspläne.

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Jacko-Arzt angeklagt: Hat er den King of Pop getötet?

Gut ein halbes Jahr nach dem Tod von Michael Jackson hat sein angeklagter Leibarzt die Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Der Kardiologe Conrad Murray plädierte am Montagnachmittag zum Beginn seines Prozesses in Los Angeles auf nicht schuldig.

Der Arzt ist wegen Totschlages angeklagt, weil er Jackson starke Medikamente verschrieb. Ihm drohen bis zu vier Jahren Gefängnis. Die nächste Anhörung ist für den 5. April geplant.

Murray hat zugegeben, dem an Schlafstörungen leidenden King of Pop kurz vor dessen Tod das Narkosemittel Propofol und andere Beruhigungsmittel verabreicht zu haben, um ihm zum Einschlafen zu verhelfen.

Erkaufte Freiheit: 75 000 Dollar Kaution

Aber nichts von dem hätte Jackson töten dürfen, erklärte der Arzt. Die Anklage dagegen wirft ihm vor, “ohne die nötige Vorsicht und Umsicht“ vorgegangenen zu sein, als er Jackson Propofol verabreichte.

Michael Jackson versteigerte sein Leben

Mit einem Victory-Zeichen hat er sich gern gezeigt, der "König des Pop". Doch Michael Jackson, der überraschen im Alter von 50 Jahren gestorben ist, war pleite. Noch vor seinem Tod im April wurde ein Teil seines Besitzes versteigert. Zu ersteigern gab es ... © dpa
... unter anderem die Pforte in sein Kinderreich "Neverland Ranch". Geschätzter Wert: 20.000 bis 30.000 US-Dollar. © ap
Laut dem amerikanischen Auktionshaus "Julien's Auction" ist dieser mit Kristallen besetzter Handschuh 10.000 bis 15.000 Dollar Wert. Jacksons Wertsachen ... © ap
... (hier: weitere Handschuhe, die er getragen hat) wurden vom 22. bis 25. April im "Beverly Hilton Hotel" in Los Angeles verteigert.  © ap
Dabei kam auch die Rolls-Royce-Limousine des Künstlers unter den Hammer. Wert: 140.000 bis 160.000 US-Dollar. Günstiger war diese ... © ap
... hübsche Harley-Davidson im Polizei-Look. Auktionswert: geschätzte 6.000 bis 8.000 Dollar. Ein anderes Fahrzeug ... © ap
... war mit 8.000 bis 10.000 Dollar angesetzt. "Custom Built by Montana Carriage Company" steht auf dem Auto, das mit Audio-System ausgestattet ist und auf Jacksons "Neverland Ranch" eingesetzt wurde. Jackson verkaufte ... © ap
... insgesamt 2000 Liebhaberstücke. Darunter eine Ausgabe von "Peter Pan: The Story of Peter and Wendy" von J. M. Barrie aus dem Jahr 1911 (Wert: 50-100 Dollar), ... © ap
... ein von Michael Jordan unterzeichneter Basketball (Wert: 800 bis 1.200 Dollar), ...  © ap
... eine Grammy-Nominierung aus dem Jahr 1979 (Wert: 600 bis 800 Dollar) und ...  © ap
... Edwards Scherenhände. Die hat der Schauspieler Johnny Depp in Tim Burtons "Edward mit den Scherenhänden" getragen. Geschätzter Wert: 4.000 bis 6.000 US-Dollar. Michael Jackson soll ... © ap
... die ganzen Sammlerstücke (hier: ein Gemälde, auf dem Mona Lisa und E.T. Jacksons charakteristische Brille und seinen Handschuh tragen; Wert: 600-800 Dollar) angeblich nicht aus Geldnot zur Versteigerung angeboten haben, sondern ... © ap
... aus freien Stücken. Aha. Dieser Kaugummi-Automat (Wert: 800 bis 1200 Dollar) konnte ersteigert werden, ebenso ... © ap
... dieser Schwarz-Weiß-Fotoautomat (2000 bis 3000 Dollar), ... © ap
... eine Juke-Box (1500 bis 2000 Dollar), ... © ap
... dieses Gemälde von Macaulay Culkin ("Kevin allein zu Haus" aus dem Jahr 1991 (Wert: 200 bis 300 Dollar), ... © ap
... und ein Modell von Schloss Neuschwanstein (!) für 2000 bis 4000 US-Dollar. © ap
Außerdem das Öl-Gemälde "Prince, The Boy King". Es zeigt einen schlafenden Michael auf seinem Thron. Geschätzter Wert: 3000 bis 5000 Dollar. © ap
Und dieses Jackson-Porträt von dem Künstler Norman Oak im Wert von 4000 bis 6000 Dollar. Armer, armer Michael. © ap

Der 56-Jährige wurde zwar von Polizisten vorgeführt, musste aber keine Handschellen im Gerichtssaal tragen. Gegen eine Zahlung von 75.000 Dollar Kaution kam er wieder auf freien Fuß. Das ist das Dreifache der Beträge, die normalerweise bei Totschlagsverdacht hinterlegt werden müssen.

Der Arzt muss zwar zunächst nicht ins Gefängnis, darf aber nach Anordnung des Richters Keith Schwartz nicht mehr Medikamente wie in Jacksons Fall verschreiben. “Ich will nicht, dass jemandem Beruhigungsmittel geben“, sagte der Richter.

Murray will weiter als Arzt praktizieren

Nach Angaben von Staatsanwältin Trina Bell wollen die kalifornischen Behörden die Zulassung Murrays entziehen. Dies würde sich aber nur auf den Staat auswirken. Der Kardiologe war der Letzte, der Jackson lebend sah. Er stand seit dem plötzlichem Tod am 25. Juni im Zentrum der Ermittlungen.

Damals bereitete sich der 50-jährige Jackson auf eine Serie von Comeback-Konzerten in London vor. Der Mediziner schloss für die mit 110.000 Euro dotierte Stelle bei Jackson seine Praxen in Houston und Las Vegas, um sich voll auf die Betreuung Jacksons zu konzentrieren und ihn auf Reisen zu begleiten.

Am Montag kündigte Anwalt Ed Chernoff an, dass sein Mandant seine Praxen wiedereröffnen wolle.

Familie spricht von Mord

Jacksons Familie, die ebenfalls im Gerichtssaal war, wiederholte ihren Mordvorwurf. Seine Schwester Latoya erklärte nach der Anhörung, sie glaube, dass ihr Bruder ermordet worden und nicht nur Murray an seinem Tod beteiligt gewesen sei.

Sie werde bis zur Aufklärung weiterkämpfen. In einem Prozess dürften Experten mit Aussagen über den Einsatz von Propofol zu Wort kommen. Unter anderem muss geklärt werden, ob es sich um grobe Fahrlässigkeit handeln kann, wenn das Mittel in einem Privathaushalt verabreicht wird. Üblicherweise wird es in Krankenhäusern eingesetzt.

DAPD

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