20 Jahre "Nevermind": Überlebende Nirvana-Mitglieder erinnern sich

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Legendär: Nirvanas "Nevermind"

Los Angeles - 20 Jahre sind seit der Veröffentlichung des bahnbrechenden Nirvana-Albums “Nevermind“ vergangen. Die überlebenden Mitglieder haben sich dazu geäußert.

Das Album enthielt spätere Klassiker wie “Smells Like Teen Spirit“ und “Come As You Are“ und markierte den Anfang des Siegeszugs des Alternative Rocks. Innerhalb weniger Monate kletterte das Album bis auf Platz 1 der US-Billboard-Charts, und auch weltweit schaffte es “Nevermind“ an die Spitze der Charts. Seitdem wurden mehr als 30 Millionen Exemplare des Albums verkauft.

Drummer Dave Grohl, Bassist Krist Novoselic und der Sänger und Gitarrist Kurt Cobain wurden zu Ikonen der Generation X, “Smells Like Teen Spirit“ mit dem dazugehörigen Video wurde - über Cobains Selbstmord 1994 hinaus - zur Hymne von jungen Fans auf der ganzen Welt. Zum 20. Jahrestag des Erscheinens von “Nevermind“ haben sich die überlebenden Mitglieder der Band und Produzent Butch Vig in einem Interview der Nachrichtenagentur AP im 606 Studio in Los Angeles an die damalige Zeit erinnert.

Auf die Frage, wann er gemerkt habe, dass “Nevermind“ über ihn hinausgewachsen sei, sagt Grohl, das sei gewesen, als die Band in die Show “Saturday Night Live“ eingeladen wurde. “Ich dachte: Oh Gott, wir sind jetzt eine von DIESEN Bands.“ Und im Umkleideraum habe “Weird Al“ Yankovich angerufen und gefragt, ob er eine Parodie von “Smells Like Teen Spirit“ machen dürfe. “Das war ein seltsames Wochenende“, sagt Grohl, seit 1995 Sänger und Gitarrist der Foo Fighters.

Novoselic sagt, es sei schockierend für ihn gewesen, berühmt zu sein. “Ich habe ein Haus gekauft, um damit fertig zu werden.“ Und für Cobain sei es hart gewesen, plötzlich zum Sprecher einer Generation geworden zu sein. Auch in Cobains Privatleben seien damals viele Dinge passiert. “Kurt hat sich nicht unbedingt mit der Generation X oder Mainstream-Werten identifiziert.“

“Heutige Technik würde das Album nicht besser machen“

Zum Einfluss von “Nevermind“ nicht nur auf die Musik, sondern auf die gesamte Kultur sagt Grohl, dieses Thema versuche er auszublenden. “Es ist schwer sich vorzustellen, wie sich etwas so Unschuldiges und Einfaches zu etwas entwickelt, das dir aus den Händen gleitet. Ich glaube, das Album kam zu einer Zeit heraus, als viele Kids nichts hatten, woran sie glauben konnten, und Nirvana war völlig real.“

Und Novoselic ergänzt: “Ich erinnere mich an die Zeit, als Nirvana gerade vor dem Durchbruch standen und wir noch sehr idealistisch waren. Wir dachten 'Ja, wir werden die Welt verändern!'.“ So sei das auch gewesen, als er zum ersten Mal Punk oder Hardrock gehört habe. Er habe sich angesprochen gefühlt. Aber die Dinge entwickelten sich eben nie so, wie man das vermute.

Produzent Vig meint, in der heutigen Zeit hätte das Album so nicht entstehen können. “Auf der Platte ist eine Atmosphäre, die man nicht wirklich manipulieren kann.“ Heute arbeite er gerne mit Computern und experimentiere mit dem Sound. “Ich denke, die Technik würde der Art von Platte, wie wir sie damals machten, in die Quere kommen. Ich weiß, dass sie davon nicht besser würde.“

Gute Songs und zeitloser Sound

Grohl sagt, mit der heutigen Technik “hätten wir eine von diesen Bands sein können, die (das Album) selbst in einer Garage aufgenommen und es bei YouTube hochgeladen und die konventionellen Wege der Branche umgangen hätten. Wer weiß? Ich weiß, wenn Krist und ich jetzt in diese Aufnahmekabine gingen und auf diesem Mischpult (von damals) aufnähmen, könnten wir exakt genauso klingen. So einfach war das ganze Ding.“

Zum Jubiläum erschien am (heutigen) Freitag bei Universal eine Neuauflage von “Nevermind“ in mehreren Sondereditionen. Darüber hinaus gibt es drei digitale Versionen und das bislang unveröffentlichte Konzert von 1991 “Live At The Paramount“ in Seattle. Produzent Vig sagt, das Album sei für ihn zwar allgegenwärtig, doch habe er es nun zum ersten Mal mit kritischer Distanz gehört. “Die remasterte Version klingt toll. Das Album ist zeitlos. Teilweise wohl deshalb, weil die Songs wirklich gut sind. Die Produktion hat keine Gimmicks. Einfach Bass, Drums und Gitarre. Es gibt keinerlei trendigen Sound.“

Und Grohl sagt: “'Nevermind' stellt für mich mehr als einfach ein Album mit Musik darauf dar. Es war eine besondere, aufregende Zeit in meinem Leben.“ Sein Leben teile sich auf in eine Vor- und in eine Nach-“Nevermind“-Zeit auf. “Als das Album herauskam, hat sich meine ganze verdammte Welt für immer verändert.“

dapd

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
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Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
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Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
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Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
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Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

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