Kachelmann setzt sich gegen Schwarzer durch

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Liegen im Clinch: Jörg Kachelmann und Alice Schwarzer.

Köln - Jörg Kachelmann hat sich gegen Alice Schwarzer vor Gericht durchgesetzt. Eine einstweilige Verfügung, die der Moderator gegen Äußerungen der Frauenrechtlerin erwirkt hatte, bleibt bestehen.

In ihrer Zeitschrift „Emma“ hatte die Frauenrechtlerin die Begriffe „einvernehmlicher Sex“ und „Unschuldsvermutung“ als Unworte des Jahres vorgeschlagen. „Begründung? Da fragt man am besten Nafissatou Diallo oder Claudia D. oder irgendeine von den 86.800 geschätzten vergewaltigten Frauen im Jahr, deren Vergewaltigung nie angezeigt, nie angeklagt oder nie verurteilt wurden.“

Bunga Bunga ist überall - Sexaffären prominenter Männer

Sexaffären machen prominenten Männern seit eh und je zu schaffen. Von Bill Clinton über Silvio Berlusconi bis zu Wikileaks-Gründer Julian Assange. Klicken Sie sich durch: © dpa
In die Geschichte eingegangen ist Bill Clintons Satz: “I did not have sexual relations with that woman“ - ich habe keine sexuelle Beziehung zu dieser Frau gehabt, so beteuerte der damalige US-Präsident seine Unschuld. Dass Monica Lewinsky aber viel mehr als nur eine Praktikantin im Weißen Haus war, konnte die Öffentlichkeit dann en détail erfahren. Der Seitensprung im Oval Office mündete in einem Amtsenthebungsverfahren, das scheiterte. Clintons Ansehen hat die Lewinsky-Affäre langfristig wenig geschadet. © ap
Anders sieht das bei Italiens Regierungschef Berlusconi aus. Dessen Triebe halten zwar die Welt bei Laune, dem Image Italiens schaden die Enthüllungen über wilde “Bunga Bunga“-Sexpartys allerdings enorm. Berlusconi wird nicht nur als lüsterner Greis verspottet. Seit April steht er wegen der Affäre um die Prostituierte “Ruby“ vor Gericht. Der Ausgang von “Rubygate“ ist ungewiss. © dpa
Nur selten endet es für die mächtigen Männer im Gefängnis. Eine Ausnahme ist der Fall des israelischen Ex-Präsidenten Mosche Katzav, der wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen im März zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. © dpa
Wikileaks-Gründer Julian Assange wehrt sich seit Monaten gegen eine Auslieferung an Schweden, wo er ungeschützten Sex mit zwei Frauen gehabt haben soll. Er sieht eine Verschwörung gegen sich wegen seines Enthüllungsportals Wikileaks. © dpa
Doch nicht nur in der Politik, auch im Showgeschäft, im Sport und in der Wirtschaft scheint die Sexaffäre die unverwüstliche Begleiterin der Macht zu sein: Bei VW ließen sich Betriebsräte Prostituierte vom Konzern bezahlen - das Unternehmen hatte deshalb eine handfeste Krise durchzustehen. © dpa
Golfer Tiger Woods opferte nicht nur seine Ehe sondern auch seine Karriere für seine Sexlust. © Getty
Starregisseur Roman Polanski soll in den 70er Jahren eine Minderjährige zum Sex verführt haben. In der Schweiz stand er erst kürzlich im Zusammenhang mit dem Fall unter Hausarrest. © dpa
Und Jörg Kachelmann ist nicht mehr der witzige Wettermoderator, seit er wegen Vergewaltigungsvorwürfen auf der Anklagebank am Landgericht Mannheim sitzt. © dpa
Frauen scheinen ihre Triebe dagegen eher im Griff zu haben - oder sie sind schlicht diskreter. Doch auch hier gibt es Fälle. So etwa Iris Robinson, die Frau des nordirischen Ministerpräsidenten, die sich von einem Teenager hinreißen ließ. Ausbaden musst es allerdings vor allem ihr Mann: Peter Robinson musste vorübergehend sein Amt abgeben. © dpa

Claudia D. war die von vielen Medien benutzte Abkürzung der ehemaligen Geliebten, die den Fernseh-Wetterexperten Kachelmann wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Der Moderator war jedoch freigesprochen worden. Gegen die Passage aus dem „Emma“-Artikel erwirkte Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker eine einstweilige Verfügung. Dagegen legte Schwarzer Widerspruch ein, doch auch dieser Widerspruch wurde vom Landgericht Köln abgewiesen (Aktenzeichen 28 O 96/12). Zur Begründung schrieb das Gericht, Schwarzer erwecke mit dem Satz den Eindruck, dass Kachelmann Claudia D. vergewaltigt habe. Damit werde dessen Persönlichkeitsrecht verletzt.

Nach Auffassung des Gerichts kann Schwarzer auch nicht argumentieren, dass mit Claudia D. ja gar nicht unbedingt die Ex-Freundin Kachelmanns gemeint sein müsse. „Denn die Verknüpfung von Claudia D. zum Antragsteller drängt sich dem durchschnittlichen Leser auf.“ Über den Fall hatte zunächst „Der Spiegel“ berichtet.

dpa

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