Udo Jürgens wieder fit - Umjubelte Show in Köln

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Udo Jürgens in Köln

Köln - Er sang so kraftvoll, als wäre nichts gewesen: Udo Jürgens ist nach einer Grippeerkrankung wieder fit. Am Sonntagabend feierte er in Köln einen umjubelten Tourneestart.

Wegen einer Grippe hatte der 77-Jährige zuvor vier Konzerte absagen müssen - das war ihm in seiner ganzen Karriere noch nie passiert. „Das ist ein spannender Abend heute“, rief er den 11 000 Zuhörern zu. „Eigentlich sollte heute ein ganz normales Tourneekonzert nach einer Woche sein, doch jetzt ist es eine Premiere geworden.“ Aber er sei nicht böse darum, fügte der Sänger hinzu: „Premieren in Köln haben mir immer viel Glück gebracht.“

Dem Publikum in der Lanxess-Arena bot er einen gut zweieinhalbstündigen Querschnitt durch sein insgesamt mehr als 1000 Kompositionen umfassendes Repertoire. Eine Show mit spektakulären Effekten braucht ein Udo Jürgens dabei nicht: Es reicht, wenn er selbst gut drauf ist. Im schwarzen Anzug mit rotem Einstecktuch präsentiert er seine Lieder, mal stehend und mal am Flügel, und zwischendurch gibt er - ganz der Entertainer - ein paar Tanzeinlagen. Seine 77 Jahre merkt man ihm jedenfalls nicht an. Und dass er immer noch ein Frauenschwarm ist, davon zeugen rote Rosen, Blumensträuße und Teddys, die einige weibliche Fans ihm überreichen oder auf die Bühne werfen.

Begleitet wird Jürgens - wie schon seit vielen Jahren - vom Orchester Pepe Lienhard. Dabei vergisst der Schlagerstar auch nicht, einigen Musikern Raum für Soloeinlagen zu geben und sie anschließend gebührend zu beklatschen.

In der ersten Hälfte des Konzerts konzentriert sich der Österreicher auf Lieder von seinem aktuellen Album „Der ganz normale Wahnsinn“, dem Motto seiner Tour. Darunter sind Liebeslieder wie „Die Frau, die ich nie traf“, aber auch Gesellschaftskritisches wie „Du bist durchschaut“ - ein Stück, in dem er unter anderem den Umgang mit persönlichen Daten im Internet kritisiert. „Der Mann mit dem Fagott“, der Leitsong aus seinem gleichnamigen autobiografischen Film, lebt vor allem von den eingeblendeten Szenen auf der riesigen Videoleinwand.

Auf seine alten Hits, bei denen natürlich die beste Stimmung aufkommt, muss das Publikum bis zum letzten Drittel des Konzerts warten. Dann aber hält es bei „Ich war noch niemals in New York“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „17 Jahr, blondes Haar“ viele Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Zur Zugabe - unter anderem „Merci Chérie“ - kommt Jürgens wie üblich im weißen Bademantel auf die Bühne. „Ich weiß nicht, warum manche Kollegen immer sagen: "Ach, die alten Sachen singe ich nicht mehr, das hängt mir zum Hals raus"“, meint er. „Ich bin für jedes alte Lied dankbar, das ich habe.“

Die Tournee führt Udo Jürgens in den kommenden Wochen und im Herbst durch insgesamt 50 Städte. Die ausgefallenen Konzerte in Suhl, Magdeburg und Hannover sowie der ursprünglich in Berlin geplante Tourauftakt werden im März nachgeholt.

dpa

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