Julio Iglesias singt für Regime von Äquatorialguinea

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Julio Iglesias.

Madrid - Immer wieder sorgen Auftritte von Künstlern vor Diktatoren für Unmut. Jetzt hat sich der spanische Sänger Julio Iglesias mit einer Darbietung vor einem afrikanischen Diktator Kritik eingehandelt.

Der spanische Schlagersänger Julio Iglesias ist wegen eines Auftritts vor dem Regime in Äquatorialguinea in die Kritik geraten. In dem westafrikanischen Staat war der 69-Jährige vor wenigen Tagen in geschlossener Gesellschaft vor Teodorín Obiang, dem Sohn des Diktators Teodoro Obiang und Vizepräsidenten des Landes, aufgetreten, wie die Zeitung „El País“ am Samstag berichtete. Viele Leser der auflagenstärksten spanischen Zeitung reagierten im Internet mit Empörung und beschimpften Iglesias als „unverschämte“ und „gewissenlose“ Person.

Die französische Justiz hatte einen Haftbefehl gegen Teodorín Obiang erlassen. Dem 43-Jährigen werden unter anderem Veruntreuung öffentlicher Gelder, Geldwäsche und Vertrauensbruch vorgeworfen. Ein Pariser Gerichtshof hat ein 5000 Quadratmeter großes Gebäude in Besitz des Diktatorsohnes am Pariser Prachtboulevard Marechal Foch mit einem Embargo belegt.

Bei dem exklusiven Auftritt von Iglesias in Malabo, der Hauptstadt von Äquatorialguinea, waren dem Zeitungsbericht zufolge neben Teodorín Obiang alle Minister der Regierung sowie die Ehefrauen der Präsidenten Ghanas und Simbabwes anwesend. Zudem waren Vertreter von Botschaften aus 50 Ländern gekommen. Die Eintrittskarte kostete 750 Euro. Für viele Einwohner dieser ehemaligen spanischen Kolonie entspricht diese Summe zwei Jahresgehältern. Das Land ist reich an Erdöl- und Gasvorkommen, hat aber gleichzeitig eine hohe Armutsquote.

Die Nicht-Regierungsorganisation Human Rights Watch hatte vergebens versucht, Iglesias von seiner Reise in das nach ihren Angaben korrupte und diktatorisch regierte Land abzuhalten. Der Sänger sagte „El País“ dem Bericht zufolge telefonisch, niemand habe ihn auf Teodorín Obiangs Probleme mit der Justiz aufmerksam gemacht.

dpa

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