Besucht umstrittenen Schrein

Justin Bieber tappt in Japan ins Fettnäpfchen

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Justin Biebers Unwissenheit hat ihm mal wieder jede Menge Ärger eingebracht. 

Tokio - Der Yasukuni-Schrein in Japan ist umstritten, weil dort auch Kriegsverbrecher geehrt werden. Davon hatte Justin Bieber bei seinem Besuch allerdings keine Ahnung - und blamierte sich prompt.

Auf dem sozialen Netzwerk Instagram veröffentlichte der kanadische Popstar, der gerade einer Abschiebung aus den USA entgangen ist, einen Schnappschuss von sich vor dem Yasukuni-Schrein, versehen mit dem lässig gemeinten Spruch: "Danke für Euren Segen". Dafür bekam er von seinen über 15,5 Millionen "followern" zunächst über 666.000 "likes".

Was der 20-Jährige mit dem Dauer-Abo für Ärger und Prozesse nicht wusste: Der Schrein ist umstritten, weil dort mit Japans 2,5 Millionen Kriegstoten auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden. Chinesen und Koreaner, deren Länder von Japan im Zweiten Weltkrieg besetzt waren, sehen in dem Schrein eine Verherrlichung der dunkelsten Kapitel der japanischen Geschichte.

"Wir mögen keine dummen Menschen in China"

Vor allem bei Biebers Internet-Anhängern aus Südkorea und China traf sein Besuch auf Unverständnis: Sie fragten den 20-Jährigen, ob er überhaupt eine Ahnung habe, um was es sich bei dem Schrein handele und rieten ihm, sein Geschichts-Wissen aufzupolieren. Andere wurden deutlicher: "Komm lieber nie mehr nach China, wir mögen hier keine dummen Menschen", warnte etwa ein User aus dem Reich der Mitte. "Du solltest das Bild entfernen, wenn Du Deine japanischen Fans nicht verlieren willst", riet ein User.

Justin Bieber: Wir erklären die Tattoos des Popstars

Diese Tattoos zieren Justin Biebers Körper
So unschuldig schaute der Bad Boy bei seiner Verhaftung. © dpa
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Als könnte er kein Wässerchen trüben. © dpa
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Der Notenschlüssel hinter dem linken Ohr des Musikers spricht für sich.  © dpa
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Über einer mit Rosen abgewandelten Version von Albrecht Dürers Studie "Betende Hände" und dem dazu passenden Songtitel "Pray" ("Bete") ... © dpa
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... ist das Gesicht Jesu Christi auf Biebers Wade zu sehen. © dpa
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"Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege" lautet der 119. Psalm auf Biebers rechten Schulter. © dpa
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Ein echter Tattoo-Fail: Die römischen Ziffern für 1, 9, 7 und 5 stehen für 1975, das Geburtsjahr seiner Mutter Pattie. © dpa
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Blöd nur: Auf diese Weise hätte ein Römer das Jahr nicht geschrieben, sondern als MCMLXXV. © dpa
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Das Auge steht für Biebers Mutter, die ihn bewacht und beschützt, wo er auch ist. "Believe", der Schriftzug darunter, ist der Name von Biebers drittem Album. Darunter steht ein Ritter vor seinem Schloss. Der Pulsschlag des Musikers wird von einer gekreuzigten Erde in einer blutigen Dornenkrone bedeckt. © dpa
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Ebenfalls auf dem linken Arm finden sich eine Rose und ein dunkelhaariger Engel über dem Handgelenk. Er sieht Biebers Ex-Freundin Selena Gomez nicht unähnlich. Rund um des Künstlers Bizeps tummelt sich mit einer Eule, einem Tiger und einem Koi-Karpfen ein ganzer Zoo. © dpa
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Liebevoller Spaßmacher: Der Harlekin steht neben ... © dpa
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... dem Wort "Liebe". © dpa
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Der Indianer ist das Logo der Stratford Cullitons, eines kanadischen Junior-Eishockey-Teams, zu dessen Spielen Biebers Großvater seinen Enkel regelmäßig mitnahm. © dpa
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Hier nicht zu sehen: Auf Biebers linker Seite steht "Jesus" in hebräischer Schrift. "Die Möwe Jonathan" findet sich auf seinem Bauch.  © dpa
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Eine Krone findet sich unter dem linken Schlüsselbein. © dpa
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Offensichtlich ist der Vogel aus dem erfolgreich verfilmten Kultroman des US-Schriftstellers Richard Bach eine Familientradition, denn auch der Vater und der Onkel des Popstars haben ihn. © dpa
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Ihre genaue Bedeutung ist unbekannt. © dpa

Das tat der so Gescholtene dann auch und entschuldigte sich kleinlaut für seinen Faux-Pas. Während seines Japan-Besuchs habe er diesen "wunderschönen Schrein" gesehen und seinen Fahrer gebeten anzuhalten, erklärte er auf Instagram. "Ich war der irrigen Annahme, Schreine wären allesamt reine Gebetsstätten." Er wollte niemanden verletzten, beteuerte Bieber. "Ich liebe Dich, China, und ich liebe Dich, Japan."

Chinas Außenamtssprecher Qin Gang sagte, er habe von dem Besuch nichts gewusst, hoffe aber, Bieber werde sich nun um ein "klares" Bild von Japans militaristischer Vergangenheit bemühen.

Schrein-Panne erinnert an Biebers Anne-Frank-Skandal

Vor fast genau einem Jahr hatte Bieber schon einmal mit einem unbedachten Eintrag im Gästebuch des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam heftige Reaktionen ausgelöst. Nach dem Besuch des Hauses, in dem sich Anne Frank zwei Jahre lang mit ihrer Familie vor den Nazis versteckte, bis sie 1944 verraten wurden, schrieb er in das Buch: "Wirklich inspirierend, hierherzukommen. Anne war ein tolles Mädchen. Hoffentlich wäre sie ein Bieber-Fan gewesen." Das Museum nahm den damals 19-Jährigen vor seinen Kritikern in Schutz - es sei etwas "Besonderes", wenn sich ein junger Mensch für das Schicksal des jüdischen Mädchens und seiner Familie interessiere.

afp/hn

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