Nach Verspätung bei Konzert

Shitstorm und Buh-Rufe für Justin Bieber

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Mit riesigen Engelsflügeln schwebte Justin Bieber am Montagabend über die Bühne in der Londoner O2-Arena

London - Justin Bieber hat die Geduld seiner Fans bei einem Konzert in London derart überstrapaziert, dass er mit Buh-Rufen empfangen wurde. Im Internet brach außerdem ein Shitstorm gegen ihn los.

Ganze zwei Stunden hat Justin Bieber seine Fans bei einem Auftritt in der ausverkauften Londoner O2-Arena am Montagabend warten lassen. Statt um 20.30 Uhr erschien der 19-Jährige erst um 22.35 Uhr auf der Bühne - wenige Minuten bevor das Konzert offiziell zu Ende gewesen wäre. Davor hatte er seine Fans eine dreiviertel Stunde lang mit Michael Jackson Songs hingehalten. Das machte sich bemerkbar, als Justin Bieber schließlich auf die Bühne kam: Er wurde von seinen wütenden Fans ausgebuht.

Schon eine Stunde bevor das Konzert begann, war vielen wartenden Zuschauern der Geduldsfaden gerissen. Eltern, die mehrere hundert Pfund für Tickets ausgegeben hatten, mussten mit ihren am Boden zerstörten und heulenden Kindern die O2-Arena verlassen, weil am nächsten Tag Schule war und sie außerdem Angst hatten, die letzte U-Bahn zu verpassen, berichtet dailymail.co.uk. Ein Fan sagte dem britischen Onlineportal: "Es ist eine Schande: So viele Kinder waren unglücklich und hatten ein gebrochenes Herz, weil sie die Show vor dem eigentlichen Konzert verlassen mussten. Viele hatten sich wochenlang darauf gefreut, Justin zu sehen." 

Wut und Enttäuschung: Shitstorm via Twitter und Facebook

Vor allem via Twitter kam es zu einem regelrechten Shitstorm gegen den sonst so beliebten Bieber. Ein Vater jugendlicher Bieber-Fans, beschwerte sich via Twitter bitterlich: „Zeit- und Geldverschwendung - nie wieder!“ @badkidmichael schrieb: "Zwei Stunden zu spät für deine eigene Show. So behandelst du also deine Fans?" Und @lucy_a_bigail macht ihrem Frust mit folgenden Worten Luft: "Justin bieber ist so ein Arsch, was er gestern Abend getan hat war richtig arrogant." Besonders schwer wiegt für die enttäuschten Fans auch, dass das Teenie-Idol ihnen bis zum Dienstag eine Entschuldigung schuldig blieb. Lediglich die 02-Arena entschuldigte sich noch in der Nacht bei den Zuschauern.

Auch via Facebook trifft Justin Bieber eine Welle der Wut. Jane Barrett Mckeegan fordert nicht nur eine Entschuldigung, sondern auch eine Erklärung: "Warum warst du für deine Show in der O2-Arena gestern Abend so spät? Ist dir nicht klar, wie sehr du dir damit selbst schadest? Deine Fans brauchen eine Erklärung und eine Entschuldigung von dir! Manieren kosten nichts." Und Matt Davis, offensichtlich Vater einer Tochter, schreibt wütend: "Gut gemacht! Du hast meiner Tochter den Abend ruiniert. Jetzt denkt sie, du bist ein totales Arschloch."

So schnuckelig ist Justin Bieber

Justin Bieber, geboren am 1. März 1994, wuchs ohne Vater bei seiner alleinerziehenden Mutter in Ontario, Kanada auf. Seinen deutschen Nachnamen verdankt er seinem Ur-Großvater väterlicherseits. Der lebte in Berlin, bevor er auswanderte.  © dpa/ap
Seine Gesangskünste stellte der damals 13-Jährige erstmals 2007 unter Beweis. Damals lud er mehrere selbst gedrehte Videos bei YouTube hoch. Darin gab er Coverversionen von Usher, Ne-Yo und Stevie Wonder zum Besten. Innerhalb kürzester Zeit erlangte das Einzelkind weltweite Berühmtheit. © dpa/ap
Als 12-Jähriger hatte er bereits "just for fun" an einem lokalen Talentwettbewerb teilgenommen und den zweiten Platz belegt. Das gab ihm genug Selbstvertrauen, um seine Videos der breiten Öffentlichkeit im Internet zugänglich zu machen. © dpa/ap
Entdeckt wurde er schließlich von seinem späteren Manager Scooter Braun. Zusammen mit Justin Bieber flog er nach Atlanta, um ihn seinen Kollegen aus der Musikbranche vorzustellen. © dpa/ap
Der 13-Jährige war ein Glücksgriff. Denn Bieber konnte nicht nur gut singen, sondern hatte sich selbst auch noch eine Reihe von Instrumenten beigebracht. Er kann unter anderem Schlagzeug, Gitarre, Trompete und Klavier spielen. © dpa/ap
Deshalb war es auch nicht schwer, einen Förderer für den Kanadier zu finden. Sowohl Justin Timberlake als auch Usher wollten mit dem Wunderknaben zusammenarbeiten. Bieber entschied sich für Usher - und unterschrieb im Oktober 2008 seinen ersten Plattenvertrag bei Island Records. © dpa/ap
Mit seiner ersten Single "One Time" schaffte er es im Juli 2009 auf den zwölften Platz der kanadischen Billboard-Charts und belegte in den US-Charts den 17. Platz. Sein Debütalbum "My World" erreicht in seiner Heimat Kanada Platz 1 der Albumcharts. Kurze Zeit später erlangt die CD Platin-Status. © dpa/ap
Inzwischen belegt Justin Bieber, der 2011 seinen 17. Geburtstag feierte, den dritten Platz der "einflussreichsten Promis auf der ganzen Welt". Nur Oprah Winfrey und Lady Gaga kann er in diesem Ranking noch nicht das Wasser reichen. © dpa/ap
In den vergangenen zwölf Monaten hat der Teenie-Schwarm 53 Millionen Dollar verdient. Und auf Twitter folgen über 10 Millionen Menschen dem Superstar und lesen seine Postings. © dpa/ap
Kein Wunder, denn der Junge versteht es, sich zu vermarkten: Er hat neben den üblichen Fan-Artikeln wie T-Shirts und Bettwäsche auch eine eigene Nagellack-Linie, ein Parfüm und eine Justin-Bieber-Puppe auf den Markt gebracht. © dpa/ap
Doch wie jede Medaille hat auch der Ruhm zwei Seiten: Zwar hat der Sänger viele Vorzüge - wie hier auf dem Bild, wo er beim NBA All-Star Spiel in der ersten Reihe sitzen darf - eine normale Jugend bleibt ihm allerdings verwährt. Auf Schritt und Tritt begleiten ihn Kameras oder belagern ihn Fans. © dpa/ap
Die Mädchen liegen Justin Bieber zu Füßen. Bei öffentlichen Auftritten und Konzerten fallen seine weiblichen Fans oft reihenweise in Ohnmacht. Doch obwohl das Gekreische manchmal sicher anstrengend ist, kümmert sich der 17-Jährige rührend um die Teenies - wie hier bei einem Fan-Interview in Rotterdam. © dpa/ap
Seit er sich jedoch öffentlich mit Selena Gomez zeigt und mehrere Paparazzi-Bilder die beiden wild knutschend am Strand von Hawaii zeigen, ist die Liebe mancher Fans in Hass umgeschlagen. Über Twitter schickten ihm fanatische Fans Morddrohungen. Die skurrilen und aggressiven Attacken richten sich dabei sowohl gegen den 17-Jährigen als auch gegen seine hübsche Freundin. © dpa/ap
Das hält Justin Bieber aber nicht davon ab, sich für andere Menschen einzusetzen. Dieses Bild zeigt ihn mit japanischen Kindern, die nach dem schweren Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami ihre Heimat verlassen mussten. © dpa/ap
2011 ist der Teenie-Star erwachsen geworden - zumindest Frisurtechnisch: Er tauschte seine Kult-Frisur (Wuschel-Haarschnitt) gegen eine seriösere Kurzhaarfrisur. © dpa/ap
Seine abgeschnittene Lockenpracht ließ er von Talk-Masterin Ellen DeGeneres bei eBay versteigern. Der stolze Erlös: 40.000 Dollar - natürlich für einen guten Zweck. © dpa/ap
Auch sein Look ist erwachsener geworden. Ob in elegantem Schwarz... © dpa/ap
...oder ganz in Weiß mit schwarzer Schleife. © dpa/ap
Aber er kann natürlich auch den Rocker raushängen lassen © dpa/ap
Und gibt vor allem auf der Bühne richtig Gas © dpa/ap
Nach getaner Arbeit relaxt der Sänger in T-Shirt und mit Mütze auf dem Kopf bei guter Musik aus den stylischen Kopfhörern - wie hier am Flughafen auf den Philippinen. © dpa/ap
Auf der Bühne gibt er sich gerne cool,... © dpa/ap
..flirtet mit seinen Fans... © dpa/ap
...und ist stets darauf bedacht, dass sein Styling nicht ruiniert wird © dpa/ap

Nachdem die Kritik nicht mehr abreißen wollte, äußerte sich Bieber am Dienstag dann doch noch zu seiner Verspätung und schob sie auf technische Probleme. Außerdem, so stellte der 19-Jährige via Twitter klar, sei er nur 40 Minuten zu spät gekommen. „Es gibt keine Entschuldigung dafür, und ich es tut mir leid, wenn ich jemanden verärgert habe“, schrieb er. „Es war aber trotzdem eine tolle Show und ich bin stolz darauf.“ Die Sache werde vollkommen übertrieben. „Mein Verhältnis zu den Medien war nicht immer einfach“, erklärte der Kanadier. Er wolle jetzt nach vorne schauen und sich auf die anstehenden Konzerte konzentrieren.

Der Jungstar war bereits bei einem Konzert in Nottingham am vergangenen Samstag mit deutlicher Verspätung auf der Bühne erschienen.

mm/dpa

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