Vorwürfe und Krawall im Kachelmann-Prozess 

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Jörg Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn auf dem Weg ins Bericht.

Mannheim - Krawall im Kachelmann-Prozess: Diesmal griff Verteidiger Schwenn die Staatsanwälte massiv an. Die wehrten sich gegen seine Verdächtigungen. Auch der Vorsitzende Richter reagierte genervt.

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Jörg Kachelmanns Verteidiger setzt voll auf Konflikt. Diesmal schoss Johann Schwenn gegen die Staatsanwaltschaft. Die Ankläger hätten sich möglicherweise strafbar gemacht, weil sie Ergebnisse ihrer Ermittlungen gegen den Wettermoderator an die Presse weitergegeben hätten. “Die beiden Herren mir gegenüber sind um einiges verdächtiger als Herr Kachelmann“, warf Schwenn den Staatsanwälten am Freitag ins Gesicht.

Schwenn rügte auch das Gericht. Die Richter würden “minutiös ein Beweisprogramm nachbeten“, das von der Staatsanwaltschaft stamme. “Sie sollten sich klar machen, dass sie hier den Beweisanträgen von Tatverdächtigen folgen!“, sagte Schwenn. Der Kachelmann-Verteidiger forderte, Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge und Oberstaatsanwalt Oskar Gattner müssten ihre Aufzeichnungen über Telefonate mit möglichen Zeuginnen vorlegen. “Ansonsten werden die Handakten zu beschlagnahmen sein“, sagte Schwenn.

Das ist Kachelmanns neuer Anwalt: Johann Schwenn

Johann Schwenn ist Jörg Kachelmanns neuer Anwalt. Er ist schon mehrfach als Verteidiger in aufsehenerregenden Prozessen aufgetreten. © dpa
Schwenn verteidigte den entführten Multimillionär Jan Philipp Reemtsma als Nebenkläger gegen seinen Entführer. © dpa
Auch im Steuerprozess gegen Peter Graf war Johann Schwenn im Verteidigerteam. Der Revisionsspezialist vertrat auch Monika Böttcher, geschiedene Weimar. © dpa
Schwenn holt bei seinem ersten Auftritt im Kachelmann-Prozess kräftig aus und kritisiert die Medien. © dpa
Jörg Kachelmann und seine Verteidiger: Johann Schwenn und Andrea Combé. © dpa
Während des Prozesses. © dpa
Kachelmanns Anwälte. © dpa
Schwenn und Kachelmann vor Gericht. © dpa
Kachelmann verlässt sich auf Schwenn. © dpa
Die Verteidiger Schwenn und Combé. © dpa
Schwenn, Kachelmann und ein Justizbeamter. © dpa

Als Oberstaatsanwalt Gattner zu den Vorwürfen Stellung nehmen wollte, fuhr Schwenn wieder dazwischen: Die Vertreter der Anklage müssten als Zeugen vernommen werden und dürften keine dienstlichen Stellungnahmen abgeben. Oberstaatsanwalt Gattner keilte sichtlich wütend zurück: “Sie können hier nicht von Ihrem Recht auf Narrenfreiheit Gebrauch machen!“

Unterdessen versuchte der Vorsitzende Richter Michael Seidlung, die Wogen zu glätten. Doch seine Bemerkung “Ich möchte mir nicht die Prozessführung aus der Hand nehmen lassen“ blieb ohne große Wirkung. Schließlich rettete sich das Gericht in eine Beratungspause.

Einen konkreten Straftatbestand, den er den Staatsanwälten vorwirft, wollte Schwenn allerdings auch auf Nachfrage in einer Verhandlungspause nicht nennen. Er beließ es bei Andeutungen, wonach die Ermittler ihre Amtspflichten verletzt hätten. Der Wettermoderator Kachelmann ist wegen schwerer Vergewaltigung angeklagt, bestreitet die Vorwürfe aber.

Kachelmann-Prozess: Die Bilder

Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Eine Nebenklägerin am Tag 1 des Prozesses. © dpa/ap
Scherzkeks: Oliver Pocher narrt verkleidet als Jörg Kachelmann die Presse vor dem Gericht und sorgt damit für Verwirrung. © dpa/ap
Wirbel um falschen Kachelmann alias Oliver Pocher. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Kolumnistin Alice Schwarzer. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Die Nebenklägerin im Gerichtssaal. © dpa/ap
Sicherheitskontrolle im Langericht in Mannheim. © dpa/ap
Sicherheitskontrolle im Langericht in Mannheim. © dpa/ap
Sicherheitskontrolle im Langericht in Mannheim. © dpa/ap
Tag 1 im Kachelmann-Prozess: Nach wenigen Minuten wurde die Verhandlung vertagt. © dpa/ap
Der vorsitzende Richter Michael Seidling. © dpa/ap
Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge. © dpa/ap
Staatsanwalt Oskar Gattner © dpa/ap
Kachelmanns Verteidiger. © dpa/ap
Tag 5 im Kachelmann-Prozess: Kachelmann sitzt am Mittwoch in Mannheim in einem Auto, das in Richtung Landgericht fährt, auf dem Beifahrersitz. © dpa
Der Vorsitzende Richter Michael Seidling. © dpa
Eine Kiste mit Akten steht im Landgericht in Mannheim. © dpa
Jörg Kachelmann (2.v.l) mit seinen Anwälten Reinhard Birkenstock (l), Klaus Schroth (3.v.l) und Andrea Combe (r) © dpa
Kachelmann nimmt Platz. © dpa
Der Angeklagte am 5. Verhandlungstag. © dpa
Kachelmann (M) mit seinem Anwalt Reinhard Birkenstock (r). © dpa
Tag 5 im Kachelmann-Prozess: Kachelmann (M.) mit seinen Anwälten Reinhard Birkenstock (l.) und Klaus Schroth. © dpa
Tag 5 im Kachelmann-Prozess: Der Angeklagte. © dpa
Kachelmann (l) steht hinter seinem Anwalt Klaus Schroth. © dpa

Bei Andeutungen blieb auch, was die von Schwenn kritisierte Rolle des Verlagshauses Burda angeht. Am Mittwoch hatte er beantragt, die Redaktionen der Zeitschriften “Bunte“ und “Focus“ durchsuchen zu lassen, weil sie - so Schwenns Verdacht - versucht hätten, Zeuginnen zu beeinflussen. Diesen Vorwurf wiesen die Redaktionen zurück.

Schwenn wehrte sich heftig gegen die mögliche Vernehmung einer Schweizer Zeugin in der Schweiz. Die Frau hatte - wie der “Focus“ diese Woche zuerst berichtet hatte - zwar am Telefon gegenüber den Staatsanwälten möglicherweise belastende Angaben gemacht, will nun aber nicht zur Vernehmung vor einem deutschen Gericht erscheinen.

Über den Durchsuchungsantrag gegen “Bunte“ und “Focus“ wurde am Freitag noch nicht entschieden - doch Schwenn stellte bei einer Zeugenvernehmung neue Mutmaßungen in den Raum. Er fragte den Fernsehdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), warum Kachelmann die Sendung “Riverboat“ nicht mehr moderierte. “Termingründe“, sagte der Fernsehdirektor.

Doch damit war Schwenn nicht zufrieden. Ob nicht vielleicht irgendwie Hubert Burda seinen Einfluss ausgeübt habe, wollte Schwenn wissen - doch hierzu konnte der MDR-Mann nichts sagen. Burda- Konzernsprecher Nikolaus von der Decken erklärte in einer Stellungnahme: “Herr Schwenn kann von seinem Recht auf Narrenfreiheit Gebrauch machen, wenn er meint, dass es seinem Mandanten hilft.“

dpa

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