Nächste Prozess-Runde

Kachelmann trifft auf Ex-Geliebte

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Jörg Kachelmann fordert Schadensersatz von seiner Ex-Geliebten.

Frankfurt/Main - Monatelang haben Jörg Kachelmann und seine langjährige ehemalige Geliebte Claudia D. auf Distanz gestritten. Nun werden sie sich erneut in einem Gerichtssaal treffen.

Das Frankfurter Landgericht muss ab Mittwoch (31. Oktober, 9.30 Uhr) entscheiden, ob dem Wettermoderator exakt 13.352,69 Euro Schadenersatz zustehen - das sind die Kosten, die ihm während des Vergewaltigungsprozesses in Mannheim entstanden sein sollen.

Fall Kachelmann: Der Tag der Urteilsverkündung

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31. Mai: Jörg Kachelmann kommt zur Urteilsverkündung am Landgericht Mannheim an. © dpa
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Der Medienrummel am Tag der Urteilsverkündung ist enorm. © dpa
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Vor dem Landgericht Mannheim bildete sich eine lange Schlange von Zuhörern. © dpa
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Die ersten hatten sich bereits um 5.00 Uhr angestellt, um einen Platz im Gerichtssaal zu bekommen. © dpa
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Der Medienrummel am Tag der Urteilsverkündung ist enorm. © dpa
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Der Wetterexperte kommt beim 44. Prozesstag mit Anwältin Andrea Combe zur Urteilsverkündung zum Gericht. © dpa
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Seit fast neun Monaten stand der 52-jährige Schweizer vor Gericht. © dpa
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Jörg Kachelmann bei der Ankunft am Gericht. © dapd
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Jörg Kachelmann kommt mit seinem Medienanwalt Ralf Höcker im Gerichtssaal an. © dpa
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Jörg Kachelmann im Gerichtssaal. © dpa
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Die Kolummnistin Alice Schwarzer im Gerichstsaal im Landgericht in Mannheim. © dpa
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Vor der Urteilsverkündung. © dpa
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Jörg Kachelmann steht mit seinen beiden Anwälten Johann Schwenn und Andrea Combe vor der Urteilsverkündung im Landgericht Mannheim. © dpa
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Gefasst nahm Jörg Kachelmann das Urteil zur Kenntnis. © dpa
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Zufriedene Gesichter: Jörg Kachelmann mit seinen beiden Anwälten Johann Schwenn und Andrea Combe. © dpa
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Das Medienaufkommen nach der Urteilsverkündung ist enorm. © dpa
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Das Medienaufkommen nach der Urteilsverkündung ist enorm. © dpa
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Das Medienaufkommen nach der Urteilsverkündung ist enorm. © dpa
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Verteidiger Johann Schwenn kommt nach der Urteilsverkündung aus dem Gericht. © dpa
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Verteidiger Johann Schwenn beantwortet Fragen der Journalisten nach dem Freispruch für seinen Mandanten Jörg Kachelmann. © dpa
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Alice Schwarzer äußert sich nach der Urteilsverkündung. © dpa
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Alice Schwarzer äußert sich nach der Urteilsverkündung. © dpa
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Das Medieninteresse im Fall Kachelmann war enorm. © dpa
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Nachdenklich scheint Jörg Kachelmann, als er das Landgericht Mannheim nach dem Freispruch verlässt. © dpa
Kachelmann freigesprochen: Die Bilder nach dem Urteil in Mannheim. © dpa
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Kachelmann freigesprochen: Die Bilder nach dem Urteil in Mannheim. © dpa

Claudia D. hatte mit ihrem Vorwurf gegen Kachelmann einen spektakulären Prozess in Gang gesetzt. Ins Landgericht Mannheim strömten ab dem 6. September 2010 unzählige Journalisten, Kameras und Fotoapparate richteten sich auf den heute 54 Jahre alten Kachelmann. Der Anklage zufolge soll er seiner Ex-Geliebten in der Nacht zum 9. Februar 2010 ein Messer an den Hals gesetzt und sich an ihr vergangen haben. Was tatsächlich geschah, bleibt trotz Bergen von Akten, Gutachten und stundenlangen, zähen Vernehmungen bis heute ungewiss. Es steht Aussage gegen Aussage, Kachelmann wurde am 31. Mai 2011 freigesprochen.

Verfahren führt an die Wurzeln des Vergewaltigungs-Vorwurfs

Exakt 17 Monate später werden wesentliche Fragen aus dem Prozess noch einmal neu gestellt: Was ist passiert in der angeblichen Tatnacht? Und wer ist eigentlich das Opfer in diesem zur Schlammschlacht ausgearteten Fall? Diesmal wird in einem Zivilprozess um Schadenersatz in Frankfurt am Main verhandelt, wo Kachelmann im März 2010 frisch aus dem Flugzeug kommend am Flughafen verhaftet worden war.

Die Anwälte beider Seiten geben sich vor Prozessbeginn schmallippig. Kachelmanns Frankfurter Rechtsberaterin Ann Marie Welker will sich vor dem Verfahren gar nicht äußern. Claudia D.s Anwalt Manfred Zipper aus dem badischen Schwetzingen sagt zurückhaltend, der Prozess werde schwierig werden. Für Claudia D. sei das persönliche Aufeinandertreffen mit Kachelmann eine „extreme Belastung“.

Zipper hebt die Bedeutung des Prozesses auf eine generelle Ebene. Für ihn geht es um ein Zeichen an alle Opfer von Gewalttaten. „Ich meine, dass man denjenigen, der redlich eine Strafanzeige stellt, nicht zur Zahlung eines Schadenersatzes verurteilen darf“, sagt Zipper der dapd.

Möglicherweise werden Kachelmann und Claudia D. ihre Aussagen am Mittwoch hinter verschlossenen Türen machen, sagt Gerichtssprecher Arne Hasse. Zu Beginn der Verhandlung werde die Kammer über einen Ausschluss der Öffentlichkeit entscheiden. Mit einem Urteil am Mittwoch sei nicht zu rechnen.

Kachelmann kündigt schon weitere Schritte an

Schon jetzt ist klar, dass mit dem Prozess in Frankfurt nicht das letzte Wort gesprochen sein wird. Auch der Kölner Medienrechtler Ralf Höcker streitet weiter in Kachelmanns Auftrag. Nach der Veröffentlichung seines Buches „Recht und Gerechtigkeit“, in dem Kachelmann mit Polizei, Justiz und auch mit Claudia D. abrechnet, kündigt Höcker im Gespräch mit der dapd an: „Wir werden dafür kämpfen, dass Herr Kachelmann sie nicht nur 'Falschbeschuldigerin', sondern auch 'Kriminelle' nennen darf.“

Ein Gang durch die Instanzen könnte also bevorstehen. Erst jüngst hatte Kachelmann erwirkt, dass er Claudia D. beim vollen Namen nennen und sie auch eine „Falschbeschuldigerin“ nennen darf. Für Kachelmann gehe es nicht nur ums Prinzip, sondern auch darum, anerkannt zu bekommen, dass er zu Unrecht vor Gericht gelandet sei. „Eine intentionale Falschbeschuldigung ist kriminell“, sagt Medienanwalt Höcker. Mal wieder steht Aussage gegen Aussage.

dapd

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