Kachelmann-Prozess: Weiter nicht öffentlich

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Wettermoderator Jörg Kachelmann auf der Anklagebank.

Mannheim - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist am Montag der Vergewaltigungsprozess gegen Fernsehmoderator Jörg Kachelmann fortgesetzt worden.

Der Vater des mutmaßlichen Opfers sowie eine weitere Ex-Freundin sagten als Zeugen vor dem Mannheimer Landgericht aus. In der Befragung der 23-jährigen Frau würden die sexuellen Gewohnheiten des Angeklagten sowie der Zeugin selbst zur Sprache kommen, sagte der Vorsitzende Richter Michael Seidling. Die Aussage des 71-jährigen Vaters betreffe das engere Familienleben. In beiden Fällen wiege der Schutz der Privatsphäre schwerer als das Interesse der Öffentlichkeit. Kachelmanns Verteidiger Reinhard Birkenstock sagte: “Das Gericht hat sich offenbar vorgenommen, alle Einzelheiten bis ins kleinste Detail zu klären. Das kann ich nur begrüßen.“

Der Vater der als Nebenklägerin auftretenden Frau wurde mehr als vier Stunden lang gehört. Seine Befragung sei sinnvoll, sagte Birkenstock. “Er kennt seine Tochter und die Situation, über die er berichtet.“ Es sei nötig, alles über die Aussage der 37-jährigen Ex-Freundin Kachelmanns zu erfahren. “Dafür ist es hilfreich, die Eltern zu vernehmen.“ An einem früheren Prozesstag war bereits die Mutter vernommen worden. Die Verteidigung sei damit einverstanden, die Zeugen ohne die Öffentlichkeit zu vernehmen. Nach kurzen Angaben zur Person des Diplomingenieurs und der 23- jährigen Auszubildenden zur Marketing-Kauffrau mussten Medienvertreter und Zuschauer den Saal verlassen.

Die Frau hatte sich vor dem Prozess bereits in einem Magazin zu ihrer Beziehung zu Kachelmann geäußert. Kachelmann muss sich seit Anfang September vor Gericht verantworten. Der 52-jährige Wetterexperte soll in der Nacht zum 9. Februar seine Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben. Der Schweizer beteuert seine Unschuld. In der vergangenen Woche waren zwei Polizeibeamtinnen vernommen worden. Sie hatten die Aussagen des mutmaßlichen Opfers als glaubwürdig eingestuft. An diesem Mittwoch (6. Oktober) wird weiter verhandelt. Zunächst sollen weitere Ex-Freundinnen und ein weiterer Polizist gehört werden, erst am 13. Oktober das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer. Kachelmanns Anwälte hatten dieses Vorgehen scharf kritisiert. Die Prozessplanung wurde in der vergangenen Woche außerdem deutlich verlängert. Voraussichtlicher Termin für die Urteilsverkündung ist nun der 21. Dezember.

Kachelmann-Prozess: Die Bilder

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dpa

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