Kachelmanns neuer Verteidiger greift Medien an

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Jörg Kachelmann und sein neuer Anwalt Johann Schwenn.

Mannheim - Mit Spannung erwartet: der erste Auftritt des neuen Verteidigers Johann Schwenn im Prozess gegen Jörg Kachelmann. Gleich zu Beginn ließ der Hamburger Staranwalt die Muskeln spielen.

Jörg Kachelmanns neuer Verteidiger hat seinen ersten Auftritt in dem Vergewaltigungsprozess zu einem Rundumschlag gegen Medien und Gericht genutzt. Gleich zu Beginn der Verhandlung am Mittwoch äußerte der Hamburger Staranwalt Johann Schwenn scharfe Kritik an der Berichterstattung bestimmter Medien. Kurz darauf ließ er eine Zeugenvernehmung unterbrechen, um die Verhandlungsführung des Gerichts zu beanstanden. Schwenn stellte den Antrag, auch Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker in den nichtöffentlichen Verhandlungen vor dem Landgericht Mannheim zuzulassen. Dies sei erforderlich, um die Persönlichkeitsrechte des angeklagten TV-Wettermoderators zu wahren.

Das ist Kachelmanns neuer Anwalt: Johann Schwenn

Johann Schwenn ist Jörg Kachelmanns neuer Anwalt. Er ist schon mehrfach als Verteidiger in aufsehenerregenden Prozessen aufgetreten. © dpa
Schwenn verteidigte den entführten Multimillionär Jan Philipp Reemtsma als Nebenkläger gegen seinen Entführer. © dpa
Auch im Steuerprozess gegen Peter Graf war Johann Schwenn im Verteidigerteam. Der Revisionsspezialist vertrat auch Monika Böttcher, geschiedene Weimar. © dpa
Schwenn holt bei seinem ersten Auftritt im Kachelmann-Prozess kräftig aus und kritisiert die Medien. © dpa
Jörg Kachelmann und seine Verteidiger: Johann Schwenn und Andrea Combé. © dpa
Während des Prozesses. © dpa
Kachelmanns Anwälte. © dpa
Schwenn und Kachelmann vor Gericht. © dpa
Kachelmann verlässt sich auf Schwenn. © dpa
Die Verteidiger Schwenn und Combé. © dpa
Schwenn, Kachelmann und ein Justizbeamter. © dpa

Der 52 Jahre alte Kachelmann hatte zu Beginn der Woche sein Verteidigerteam umgebaut. Er trennte sich von seinem bisherigen Wahlverteidiger Klaus Schroth und seinem Hauptverteidiger Reinhard Birkenstock. Die Pflichtverteidigerin Andrea Combé wird Kachelmann weiter vertreten. Der Schweizer Kachelmann steht in Mannheim vor Gericht, weil er beschuldigt wird, seine Ex-Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Moderator weist diesen Vorwurf zurück. Der Prozess hat Anfang September begonnen und zieht sich vermutlich noch bis März hin. Schwenn kritisierte vor allem, dass ehemalige Geliebte, die als Zeuginnen vernommen wurden, anschließend in der Zeitschrift “Bunte“ zu Wort kamen. Dort hätten sie sich zum Teil anders geäußert als vor Gericht.

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Deshalb müsse Medienanwalt Höcker bei den nichtöffentlichen Vernehmungen anwesend sein, um beurteilen zu können, “wann und ob es sich empfiehlt, gegen dieses Burda-Blatt vorzugehen“, sagte Schwenn. Der Burda-Verlag verteidigte sich: “Es besteht ein überragendes öffentliches Informationsinteresse, das gerade durch solche Interviews angemessen befriedigt wird. Auch Herr Kachelmann hat die Medienöffentlichkeit gesucht“, teilte die “Bunte“-Chefredaktion auf dpa-Anfrage mit. Anschließend wurde eine weitere Ex-Freundin des Wettermoderators unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeugin vernommen. Nach kurzer Zeit erwirkte Schwenn eine Unterbrechung, um - nun wieder in öffentlicher Sitzung - die Befragung der Zeugin durch die Richter zu beanstanden. Hierbei ging es offenbar um die Frage, inwieweit die Zeugin mit bestimmten Sexualpraktiken einverstanden war.

Schwenn kritisierte, dass eine Richterin wohl seiner Ansicht nach suggestiv gefragt habe und auf die Antwort der Zeugin “mit allen Zeichen der Verärgerung“ reagiert habe. Dies sei gegenüber einer Zeugin, die sich über ihr Privatleben äußere, nicht angemessen. Schwenn äußerte sich indirekt auch dazu, warum er in einem so späten Stadium des Prozesses noch die Verteidigung übernommen habe: “Das, was bisher geschehen ist, ist - abgesehen von der verschrifteten Vernehmung der Nebenklägerin - alles irrelevant.“ Damit bezog sich der Anwalt wohl vor allem auf die umfangreichen Vernehmungen diverser Ex-Geliebter Kachelmanns. 

dpa 

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